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Die Nahrungsmittelindustrie zu den fünf größten Branchen in Deutschland.
Ernährung der Zukunft
Wie sich unsere Essgewohnheiten verändert haben
Obwohl es viele Kochsendungen im Fernsehen gibt, wird in Deutschland immer weniger selbst gekocht. Was sind die Gründe? Zeitmangel, Trägheit, Einkommen oder Fertigprodukte der Nahrungsmittelindustrie? Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen.
  • Sind Bio-Produkte wirklich qualitativ wertvoller als die Waren aus dem konventionellen Anbau?
  • Welche Produkte und Preise sind heute ethisch und ökologisch vertretbar?
  • Tragen Mikrowelle, Fastfood und Lieferservice dazu bei, dass sich Essgewohnheiten und Geschmack verändern?

Fasten liegt im Trend
Es soll den Körper reinigen, vorteilhaft bei chronischen Krankheiten und gut für die Seele sein. Forscher des Münchner Helmholtz Zentrums und des Deutschen Krebsforschungszentrums haben in einer Studie einen positiven Effekt des Fastens auf den Stoffwechsel und die Genaktivitäten von Leberzellen nachgewiesen. Denn das Intervall-Fasten beispielsweise optimiert den Energiestoffwechsel und schützt vor Typ 2 Diabetes. Fasten: Welche Formen des Fastens machen Sinn? Und welche Ratschläge sollten vermieden werden?

<b> Fasten - Was passiert im Körper, was im Kopf? </b><br /> Wir haben Andreas Michalsen, Chefarzt Immanuel Krankenhaus zum Thema befragt. [Video]
Interview
Fasten - Was passiert im Körper, was im Kopf?
Wir haben Andreas Michalsen, Chefarzt Immanuel Krankenhaus zum Thema befragt. [Video]
<b>Fasten ist gesund und reinigt den Körper</b><br />Wie ist der Stand der Forschung und welche Fasten-Arten gibt es? [Video]
Beitrag
Fasten ist gesund und reinigt den Körper
Wie ist der Stand der Forschung und welche Fasten-Arten gibt es? [Video]

Es gibt verschiedende Arten des Heilfastens

Sehr bekannt ist die Fastenkur nach dem Arzt Otto Buchinger. Mit Obst- und Reistagen zu Beginn wird der Körper entlastet und am Ende wieder an Nahrung gewöhnt. Zwischendurch stehen Tee, Frucht- und Gemüsesäfte, Gemüsebrühe und natürlich viel Wasser auf dem vermeintlichen Speisezettel. Auch andere Fastenprogramme kommen ohne feste Nahrung aus: Nur mit der Aufnahme von Molke, Tee oder Saft soll der Körper entschlackt werden. Nicht ganz so einseitig ist etwa die Schrothkur oder die Heilfastenkur nach Franz Xaver Mayr, der Milch und Semmeln erlaubt.

Vorgänge im Körper während des Fastens

Der Körper stellt bereits nach ein bis zwei Tagen seinen Stoffwechsel um, wenn ihm keine Nahrung zugeführt wird. Es wird so wenig Energie, wie möglich verbraucht. Diese bezieht er dann nicht mehr aus der Nahrung, sondern aus den körpereigenen Fettspeichern. Teilweise greift der Körper auch auf seine eigene Muskelmasse zurück. Letzteres ist bei langen Fastenzeiten nicht ganz ungefährlich. In schlimmsten Fällen kann dadurch der Herzmuskel geschädigt werden. Positive Effekte des Nahrungsverzichts können das Absinken des Blutdrucks und eine Entlastung von Herz und Kreislauf sein. Außerdem überdenkt man nach den Tagen des Entbehrens seinen Umgang mit den "ungesunden" Lebensmitteln. Typische Begleiterscheinungen sind eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von täglich 400 Gramm, Mund- und Körpergeruch nach Azeton und das Ausschütten von Endorphinen, sogenannten Glückshormonen.

Unterstützende Maßnahmen beim Fasten

Ein zentraler Bestandteil vieler Fastenprogramme ist die vorbereitende Darmreinigung, die teilweise auch noch während der Kur empfohlen wird. Diese erfolgt durch die Einnahme von abführenden Mitteln wie Glaubersalz oder durch einen Einlauf. Damit soll der Körper entgiftet und Hungergefühlen vorgebeugt werden. Die alte Vorstellung von einer Reinigung durch das Fasten kehrt hier wieder. Eine wichtige Rolle spielen dabei die so genannten Schlacken. Der Begriff bezeichnet eigentlich einen Rückstand, der bei Verbrennungs- oder Schmelzvorgängen entsteht. In der Naturheilkunde wird er auf den Stoffwechsel übertragen und meint dort Reste und Ablagerungen, die auch im gesunden Zustand nicht ausgeschieden werden. Ob es diese Abfallstoffe überhaupt gibt, ist umstritten. Die Schulmedizin hält ihre Existenz für unbewiesen.

Risiken beim Heilfasten

Um die gesundheitlichen Schäden möglichst klein zu halten, empfiehlt es sich unter ärztlicher Aufsicht zu fasten und die Dauer auf einige Tage zu begrenzen. Menschen mit chronischen Krankheiten der Schildrüse, des Harnstoffwechsels und Herzens, sowie Tumorpatienten sollten vom Fasten absehen. Das gilt auch für frisch Operierte und gebrechliche oder stark untergewichtige Fastenwillige. Kinder unter vierzehn Jahren, Schwangere und Stillende dürfen ihren Körper nicht mit dem Nahrungsentzug belasten. Die Hauptmotivation beim Heilfasten sollte die Besinnung auf den Umgang mit dem eigenen Körper, keinesfalls das Abnehmen sein. Denn durch den konsequenten Nahrungsverzicht kommt es zum Abbau von Muskelmasse und nach der Kur stellt sich dann schnell der berühmte Jojo-Effekt ein.



Wirtschaftszweig Nahrungsmittelindustrie
Mit mehr als einer halben Million Beschäftigte in 6.000 Betrieben gehört die Nahrungsmittelindustrie zu den fünf größten Branchen in Deutschland. 2012 erzielte dieser Wirtschaftszweig einen Umsatz von 170 Milliarden Euro. Zu den großen Teilbereichen gehören in Deutschland vor allem die Fleisch- und Milchproduktion. Die industrielle Herstellung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln verbraucht viele Ressourcen und ist in manchen Bereichen äußerst umstritten. Als problematisch gelten beispielsweise das Schreddern von Küken, die Massentierhaltung und der Einsatz von Pestiziden. Auch die Umweltbelastungen durch die Landwirtschaft sorgen immer wieder für Kritik.

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