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© dpa Video
Video: Ganze scobel-Sendung "Quo vadis Bundeswehr?" ansehen
Quo vadis Bundeswehr?
Wie sieht das Militär der Zukunft aus?
Vor einem guten Jahr gab Bundeverteidigungsministerin Ursula von der Leyen den Startschuss zur Entwicklung einer neuen, grundlegenden Verteidigungsstrategie. Ein Thema stand dabei im Zentrum: die neue internationale Sicherheitspolitik und insbesondere die Beziehungen zu Russland.
Hier soll eine bedeutende Neuorientierung stattfinden: "Die neue Politik des Kreml hat schon lange vor der Ukraine-Krise begonnen und wird uns noch sehr, sehr lange beschäftigen" kündigt von der Leyen schon auf der Auftaktveranstaltung in Berlin am 17. Februar 2015 an.

Das Weißbuch soll unter anderem Ideen dazu liefern, wie auf den Versuch Russlands zu reagieren ist, "geostrategische Machtpolitik und militärische Gewalt als Form der Interessensdurchsetzung zu etablieren, wir müssen fast sagen zu re-etablieren", so von der Leyen.

Weitere neue "Kriegsschauplätze", mit denen sich das Grundsatzdokument, das ungefähr alle zehn Jahre neu veröffentlicht wird, strategisch befassen soll: der Inlandseinsatz der Streitkräfte, der Kampf gegen ISIS, gegen Seuchen wie Ebola und gegen die Herausforderungen des Klimawandels.

Neue Ordnung im Innern
Den globalen Problemen und Krisen wird sich die Bundeswehr aber nur zuwenden können, wenn sie neue Ordnung im Innern geschaffen hat. Eine stärkere Führungsposition Deutschlands innerhalb der internationalen Sicherheitspolitik, die von vielen Seiten immer wieder eingefordert wird, wird ohne solche Reformen nicht machbar sein. Denn seitdem die Wehrpflicht 2011 ausgesetzt wurde, herrscht ein eklatanter Nachwuchsmangel. Massive Budgetkürzungen über Jahre, schlecht funktionierende Waffen, fehlende Ausrüstung und "Fremdaufgaben" wie die Versorgung tausender Flüchtlinge tragen nicht gerade dazu bei, die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiver zu machen.

Mediathek: Umfrage

Brauchen wir eine neue Wehrpflicht?
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Wir haben Passanten in der Mainzer Innenstadt u. a. zu den Themen Bundeswehr, Frauen in der Bundeswehr und Europa-Armee befragt.
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Mediathek: Interviews

Die Zukunft der Bundeswehr
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Video: Interview mit Ursula
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Warum soll die Bundeswehr im Innern stärker eingesetzt werden? Wie geht die Bundeswehr mit den ständig wachsenden Aufgaben um? Thema Europa: Wie steht es um die militätische Kooperation? Diese und weitere Fragen haben wir Ursula von der Leyen, Bundesministerin der Verteidigung, gestellt.
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Wie viel Bundeswehr braucht Deutschland?
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Video: Interview mit
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Kann man den Frieden auf der Welt sichern oder ist Frieden eine Illusion? Wie sieht die ideale Konfliktlösung aus? Aufstockung der Bundeswehr satt Remilitarisierung? Wir haben Tilman Brück dazu befragt.
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Lesens- und Wissenswertes zum Thema

Weißbuch: Sicherheitspolitische Gestaltungsmacht
© AP
Die Bundesregierung will im neuen Weißbuch zur Sicherheitspolitik eine größere deutsche Führungsrolle in der Welt festschreiben.
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Streit über Einsätze im Inneren beigelegt
© dpa
Das Grundgesetz setzt dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren enge Grenzen. Die Trennung zwischen Militär und Polizei ist den Erfahrungen der NS-Zeit geschuldet. Bei Anschlägen an mehreren Orten gleichzeitig sollen Soldaten aber helfen dürfen.
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Von der Leyen beendet Ära der Abrüstung
© ap
Viele Jahre galten Staatsausgaben für Waffen und Soldaten als unpopulär in Deutschland. Ukraine-Krise und IS-Vormarsch haben die Stimmung kippen lassen. Erstmals seit dem Kalten Krieg wird wieder aufgerüstet.
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Vor- und Nachteile einer EU-Armee
© dapd
Gemeinsam stark: Die Idee einer gemeinsamen Armee ist älter als die Europäische Union, doch bislang hat, was die Verteidigung angeht, jedes EU-Land sein eigenes Militär.
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Aufgaben der Teilstreitkräfte
© ap
Die Aufgaben der Bundeswehr sind verfassungsrechtlich im Grundgesetz geregelt. In Artikel 87 a GG heißt es, dass der Bund Streitkräfte zur Verteidigung aufstellt.
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Stichwort: Freiwilliger Wehrdienst
Die allgemeine Wehrpflicht wurde zum 1. Juli 2011 ausgesetzt und gleichzeitig ein neuer Freiwilligendienst Wehrdienst eingeführt. Dieser Dienst setzt sich aus einem sechsmonatigen Grundwehrdienst und einer bis zu 17 Monate dauernden zusätzlichen Wehrdienstzeit zusammen. Dieser Dienst steht Männer und Frauen gleichermaßen offen.

Mit Beantragung des Freiwilligen Wehrdienstes über eine Dauer von zwölf oder mehr Monaten, muss sich der Bewerber/ Soldat einverstanden erklären, zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr bereit zu sein. Ob es zu einem Einsatz kommt, hängt vom Einsatz der jeweiligen Einheit und der Verwendung und dem Ausbildungsstand des einzelnen Soldaten ab.

Freiwilliger Wehrdienst (FWD) ist in Deutschland eine Wehrdienstart für Mannschaften mit einer Dauer von mindestens sieben bis maximal 23 Monaten nach § 58b des Soldatengesetzes. Im Grundgesetz ist die allgemeine Wehrpflicht allerdings weiterhin verankert. Im Spannungs- oder Verteidigungsfall kann die Pflicht zum Wehrdienst rasch wiederbelebt werden.


Stichwort: Bundesfreiwilligendienst
Der Bundesfreiwilligendienst ist der Nachfolger des Zivildienstes. Der größte Unterschied zum Pendant der einstigen Wehrpflicht: Das BFD-Angebot richtet sich an alle - Frauen und Männer, Junge und Alte, Deutsche und Ausländer. Seit Juli 2011 können sie eine Zeit lang in Krankenhäusern oder Behindertenheimen, aber auch im Bildungs-, Sport- oder Kulturbereich mitarbeiten und sich so für eine menschenfreundliche Zivilgesellschaft einsetzen.

Der Dienst dauert in der Regel ein Jahr, man kann ihn aber auch auf zwei Jahre verlängern oder auf ein halbes Jahr verkürzen. Für ihre Arbeit erhalten die "Bufdis" ein Taschengeld von bis zu 372 Euro, manche Träger stellen zusätzlich auch Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung.


Sendedaten
"Quo vadis Bundeswehr?"
"scobel" am Donnerstag,
9. Juni 2016, um 21.00 Uhr
Mediathek
Beiträge, Interviews, Buchtipps
Die Videos der Sendung "Quo vadis Bundeswehr? " auf einen Blick.
Talkrunde im Studio
Wie wird die Bundeswehr den großen inneren und außenpolitischen Herausforderungen der Zukunft begegnen? Wie umgehen mit dem Geld- und Nachwuchsmangel? Könnte eine europäische Armee diese Probleme lösen? Darüber diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen:

Michael Brzoska
Friedens- und Konfliktforscher

Anne-Marie Le Gloannec
Politologin

Christian Mölling
Sicherheitsexperte

Gert Scobels Kolumne
© ZDF_Kerstin_BänschFrieden verlangt mehr
Geduld als Kriege

Innenansichten von Gert Scobel zum Thema der Sendung.
Gert Scobels Videobuchtipp
© springerVSVideoVideo: "Bundeswehr und Außenpolitik"
Gert Scobels Videobuchtipp
© rombachVideoVideo: "Die Bundeswehr 1955-2015"
Wissenschaftsdoku
Bedingt einsatzbereit
Eine Analyse der Bundeswehr
Die Klagen über mangelnde technische und personelle Einsatzbereitschaft der Bundeswehr sind nicht neu. Neu ist, dass sie wieder ernst genommen werden. Gelingt die Reform der Bundeswehr?
Stichwort
Weißbuch
Ein Weißbuch ist eine regierungsamtliche Stellungnahme zur Information der Öffentlichkeit. Der Name kommt von der weißen Farbe des Umschlags. Die Tradition, diese Bücher nach der Farbe des Einbands zu benennen, reicht bis ins Mittelalter zurück. Großbritannien veröffentlichte erstmals 1643 politische Farbbücher. Dort hießen amtliche Veröffentlichungen "White Papers". Im Deutschen Reich gab es am 20. Juli 1870 erstmals ein Weißbuch.

Weißbuch Bundeswehr: Das Weißbuch ist eine Veröffentlichung des Bundesverteidigungsministeriums der Bundesrepublik Deutschland, welche für die kommenden Jahre die sicherheitspolitische Lage der Bundesrepublik Deutschland und der Verbündeten schildert und daraus Schlussfolgerungen für die Aufgaben der Bundeswehr und deren Personalstärke, Ausrüstung und Ausbildung zieht. Nach Diskussion in parlamentarischen Gremien und Öffentlichkeit wird das Weißbuch in unregelmäßigen Abständen - seit seiner Erstveröffentlichung am 11. Februar 1969 - unter unterschiedlichen Titeln herausgegeben. Zur Abgrenzung zu Weißbüchern anderer Herausgeber wird es auch als Verteidigungsweißbuch oder Bundeswehrweißbuch bezeichnet.

In folgenden Jahren sind Weißbücher erschienen: 1969, 1970, 1971/72, 1973/74, 1975/76, 1979, 1983, 1985, 1994 und 2006. Diese sind Online einsehbar.

Die Ausgaben spiegeln inhaltlich die wechselnde innen- und außenpolitische, verfassungsrechtliche, militärische und volkswirtschaftliche Lage und ihre Diskussion zum jeweiligen Zeitpunkt wider.

Buchrezension
© springer"Am Puls der Bundeswehr"
Das Buch beleuchtet das Verhältnis von Wissenschaft, Streitkräften, Gesellschaft und Politik aus militärsoziologischer Sicht.
Buchrezension
© econ"Putins verdeckter Krieg"
Das Buch von Boris Reitschuster ist gut recherchiert, informativ und liest sich über weite Passagen wie ein Polit-Thriller.