Schornstein
BeitragBeitrag
Allen Absichtserklärungen zum Trotz pustet der Mensch immer mehr CO2 in die Luft.
Treibhausgas-Rekord
403,3 ppm Kohlendioxid sind in der Atmosphäre
Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert erreicht. Noch nie sei dieser Wert so schnell angestiegen wie 2016.
Das erklärte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am 31. Oktober 2017 in Genf. Der Chef des UN-Umweltprogramms (Unep), Eric Solheim, sprach von einer "katastrophalen" Kluft zwischen dem, was die Unterzeichnerstaaten des Pariser Klimaschutzabkommens zur Reduzierung von Treibhausgasen zugesagt haben und dem, was getan werden müsste.

Im weltweiten Durchschnitt lag die Kohlendioxid-Konzentration laut WMO bei 403,3 ppm (Teilchen pro eine Million Teilchen), nach 400 ppm im Jahr 2015. Verantwortlich für den Anstieg seien der Mensch sowie das Wetterphänomen El Niño, hieß es in dem Jahresbericht der WMO zu Treibhausgasen weiter. Das letzte Mal, dass die Erde derart hohe CO2-Konzentrationen aufwies, war demnach vor drei bis fünf Millionen Jahren. Damals war der Meeresspiegel 20 Meter höher als heute.

Die Klimaziele von Paris sind in Gefahr
Ohne "rasche Einschnitte bei den CO2- und anderen Treibhausgasemissionen" drohe zum Ende dieses Jahrhunderts ein gefährlicher Temperaturanstieg, der "deutlich" über den Zielen des Pariser Klima-Abkommens liege, warnte WMO-Chef Petteri Taalas.

Der Einschätzung schloss sich Unep-Chef Solheim an, der den jährlichen "Emissions Gap Report" seiner UN-Behörde zum Emissionsausstoß kommentierte. Auch ein Jahr nach dem Inkrafttreten des Pariser Klima-Abkommens würde die Welt "noch längst nicht genug tun, um mehrere hundert Millionen Menschen vor einer elenden Zukunft zu retten", erklärte Solheim.

Gipfel in Bonn soll klären, wie die Klimaziele umgesetzt werden
Das Ende 2015 geschlossene Abkommen hat zum Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst auf 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. 197 Staaten haben das Pariser Klima-Abkommen bereits unterzeichnet; bei der UN-Klimakonferenz ab dem 6. November 2017 in Bonn geht es um dessen weitere Umsetzung.

Von dem in Paris vereinbarten Ziel ist die Welt derzeit noch weit entfernt. Selbst wenn alle bisherigen nationalen Zusagen erfüllt würden, würde die Erde sich voraussichtlich um etwa drei Grad erwärmen, wie auch der Unep-Bericht bekräftigte.

2016 seien weltweit 52 Milliarden Tonnen Kohlendioxid oder andere äquivalente Gase ausgestoßen worden. Bis 2030 müsse sich dieser Wert auf 42 Milliarden Tonnen verringern, um das vereinbarte Zwei-Grad-Ziel zu erreichen.

Mehr Bäume - weniger Fleisch
In seinem Bericht geht das UN-Umweltprogramm auch auf Möglichkeiten ein, den Prozess zu verlangsamen: Es forderte etwa weniger Abholzungen, mehr Pflanzungen von Bäumen und geringeren Fleischkonsum. Solheim appellierte an Regierungen, an den Privatsektor und auch an die Zivilgesellschaft, die "katastrophale Klima-Kluft" zu schließen.

Zusätzlich erschwert wird die Umsetzung der Ziele durch die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump vom Juni, aus dem Pariser Klima-Abkommen auszusteigen. Die USA produzieren den zweithöchsten Treibhausgasausstoß weltweit.

nano spezial
Klimagipfel live
Vom 6. bis zum 17. November tagt die Klimakonferenz in Bonn. nano ist dabei und begleitet den Gipfel mit zwei Sendungen - live aus den Rheinauen in Bonn.
Klimagipfel 2017
Von Fidschi nach Bonn
Mehr als 23.000 Menschen aus 197 Ländern treffen sich vom 6. bis 17. November in Bonn, um den Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen voranzutreiben.
Donald Trumps Umweltpolitik
Klima-Kehrtwende
Nach einem halben Jahr im Amt hat US-Präsident Trump nicht nur den Ausstieg aus dem Pariser Abkommen beschlossen. Die USA machen eine Kehrtwende in der Klimapolitik.
Für Sie gelesen
Nach uns die Sintflut?
Der Philosoph Dieter Birnbacher legt eine knappe Betrachtung des Klimawandels aus ethischer Sicht vor. So nüchtern seine Gedanken sind - so ernüchternd ist das Ergebnis.