Orang-Utan
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Die neue entdeckte Population von (Pongo tapanuliensis) umfasst etwa 800 Tiere.
Aus zwei mach' drei
Neue Orang-Utan-Art auf Sumatra entdeckt
Auf der indonesischen Insel Sumatra haben Forscher eine neue - und damit dritte Art der Orang-Utans ausfindig gemacht. Deswegen sind sie jedoch nicht weniger bedroht.
Nach jahrelangen Untersuchungen kam ein internationales Forscherteam zu dem Schluss, dass es sich bei einer Gruppe von etwa 800 Menschenaffen, die von anderen isoliert auf der Insel lebt, um eine eigenständige Art handelt. Sie bekam - nach der dortigen Region - den Namen Tapanuli-Orang-Utan (Pongo tapanuliensis). "Man findet nicht jeden Tag eine neue Art von Menschenaffen. Diese Entdeckung ist sehr aufregend", sagte Michael Krützen von der Universität Zürich, einer der beteiligten Forscher. Wegen des geringen Bestands gilt auch die neue Art als extrem gefährdet.

Bekannt war bereits, dass sich einige Orang-Utans auf Sumatra genetisch stark voneinander unterscheiden. Bislang ging man jedoch noch nicht so weit, zwei unterschiedliche Art zu benennen. Der Durchbruch kam nach Angaben der Wissenschaftler nun durch die Analyse des 2013 gefundenen Skelettes eines Tapanuli-Orang-Utans, der von Menschen getötet wurde. Beim Vergleich zu Orang-Utans, die nördlich des Tobasees leben, fanden sich große Unterschiede am Schädel und an den Zähnen.

Menschaffen haben eine lange Evolutionsgeschichte
Die Analyse von 37 Orang-Utan-Genomen ergab, dass der Schnitt zwischen Orang Utans aus dem Batang-Toru-Wald südlich des Tobasees und Orang Utans aus Regionen nördlich des Sees in der Evolutionsgeschichte mehr als drei Millionen Jahre zurück reicht. Borneo- und Sumatra-Orang-Utans wurden hingegen erst später voneinander getrennt, vor weniger als 700.000 Jahren. "Die Batang-Toru-Orang-Utans scheinen direkte Nachkommen der ersten Orang-Utans zu sein, die vom asiatischen Festland herüberkamen", sagt der Forscher Alexander Nater von der Universität Konstanz. Das Forscherteam warnte zugleich vor einem baldigen Aussterben der Tapanuli-Orang-Utans. Sie seien vor allem durch Jagd und durch den geplanten Bau von Staudämmen gefährdet, die große Teile ihres Lebensraums zerstören würden. Bereits bei einer Sterblichkeitsrate von einem Prozent pro Jahr wäre ihr Überleben nicht mehr gesichert. "Würden nur 8 von 800 Tieren pro Jahr getötet oder auf andere Weise von der Population entfernt, würde die Art aussterben", heißt es in dem Bericht.


Eigenartig
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Literatur
Nater A, Mattle-Greminger MP (2017) Morphometric, Behavioral, and Genomic Evidence for a New Orangutan Species. Current Biology, DOI: 10.1016/j.cub.2017.09.047