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Verpackte Lebensmittel im Supermarkt © dpa Video
Die Gesundheitsgefahr lauert im Recyclingkarton (Beitrag vom 29. Januar 2016)
Ölfund im Supermarkt
Über die Verpackung gelangt Mineralöl ins Essen
Die Verbraucherorganisation "Foodwatch" hat in Lebensmitteln Rückstände von Mineralöl entdeckt, die aus der Verpackung auf das Produkt übergegangen sein sollen.
Bei Labortests seien in 43 Prozent der 120 untersuchten Produkte aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden Spuren von aromatischen Mineralölen gefunden worden, teilte Foodwatch im Oktober 2015 mit. Diese stünden im Verdacht, krebserregend und erbgutschädigend zu sein. In Deutschland hat Foodwatch demnach 42 Produkte getestet, davon sei jedes fünfte mit aromatischen Mineralölen belastet gewesen. Produkte aus Frankreich und den Niederlanden seien generell häufiger und auch stärker belastet gewesen.

Als "wesentliche Quelle für die Verunreinigung" mit Mineralölen bezeichnete die Organisation die aus Altpapier hergestellten Verpackungen. Die darin enthaltenden Mineralöle aus Druckfarben sowie andere Substanzen wie Weichmacher oder Lösungsmittel könnten auf Lebensmittel übergehen, erklärte Foodwatch. "So umweltfreundlich das Recycling von Altpapier auch ist, als Lebensmittelverpackung kann daraus ein echtes Gesundheitsrisiko werden", kritisierte Luise Molling von Foodwatch.

Alufolie und PET schützen vor dem giftigen Öl
Die Verbraucherorganisation forderte die Europäische Kommission auf, Grenzwerte für Mineralöle in Lebensmitteln zu erlassen und "funktionelle Barrieren" für alle Lebensmittelverpackungen aus Papier vorzuschreiben. Es gebe bereits Materialien für Innenbeutel, die das Produkt und die Pappverpackung so voneinander trennen, dass gesundheitsgefährdende Stoffe nicht auf die Lebensmittel übergehen könnten. Der Kunststoff Polyethylenterephthalat (PET) und Aluminiumfolie seien besonders wirksame Barrieren gegen Mineralöle. Beschichtungen des Kartons, etwa aus Stärke, sind dagegen nie ganz sicher, denn sie können beschädigt werden.

Foodwatch nahm nach eigenen Angaben 120 trockene und lang haltbare Lebensmittel im Labor unter die Lupe. Getestet wurden Produkte bekannter Hersteller, von Handelsmarken sowie konventionelle und Bio-Produkte. Die Verbraucherorganisation untersuchte, wie hoch die Konzentration an gesättigten Mineralölen und aromatischen Mineralölen in der Verpackung und letztlich auch im Lebensmittel selbst ist. Gesättigte Mineralöle reichern sich laut Foodwatch im Körper an und können Organe schädigen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kann Mineralöl aus Verpackungen vor allem in Lebensmittel mit einer großen Oberfläche übergehen. Dazu gehören Mehl, Gries, Reis, Semmelbrösel und Frühstücksflocken.

Infos
Ein Labor im Auftrag der Zeitschrift "Öko-Test" hat in 14 von 26 untersuchten Produkten von Dr. Oetker erhöhte Mengen an Mineralöl aus gesättigten Kohlenwasserstoffen gefunden, wie das Magazin in der Ausgabe vom Januar 2016 berichtet. Der Hersteller teilte mit, die Substanzen seien "toxikologisch unbedenklich". Gesundheitsschädliche Aromatische Kohlenwasserstoffe seien nicht nachgewiesen worden.
Literatur
Barp L et al (2014) Mineral oil in human tissues, Part I: concentrations and molecular mass distributions. Food Chem Toxicol. 72: 312-21
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