Montag bis Freitag 18.30 Uhr
Kalender
Oktober 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
25
26
27
28
29
30
01
0203040506
07
08
0910111213
14
15
1617
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
05
Grafik Video
Alkohol und Tabak gehören zu den vielen Risikofaktoren für Krebs
Krebs
Der Tod kommt durch unsterbliche Tumorzellen
Krebszellen sterben nicht - und genau diese Eigenschaft lässt sie zu den oft tödlichen Tumoren auswachsen, die den Körper besiedeln.
Wenn Zellen des menschlichen Körpers nicht mehr so funktionieren, wie sie sollen, verhindert normalerweise der programmierte Zelltod - Apoptose - die unkontrollierte Teilung. Bei Krebszellen ist dieser Mechanismus außer Kraft gesetzt; sie produzieren in großer Menge bestimmte Apoptose-inhibierende Proteine (IAPs), die den Start des Zelltodprogramms verhindern.

Vier Schritte lassen Tumoren Metastasen bilden
Im Gegensatz zu gutartigen Tumoren breiten sich bösartige Krebszellen rasch in benachbartem Gewebe aus und zerstören es. Außerdem können sie über Blutgefäße und Lymphkanäle in andere Körperegionen wandern und sich dort als Tochtergeschwülste (Metastasen) ansiedeln. Um Metastasen zu bilden, sind vier Schritte nötig: Zunächst müssen die Tumorzellen im Blut an einer Gabelung im Adergeflecht hängenbleiben. "Anders als bislang vermutet, genügt dieser Schritt aber nicht zur Metastasenbildung", sagt der Münchner Neuroonkologe Frank Winkler. "Wir konnten sehen, dass die Zellen erst noch durch winzige Löcher in der Gefäßwand nach außen dringen müssen, um sich dann in einem dritten Schritt von außen an die Ader anzuheften." Dadurch konnten die Tumorzellen Mikrometastasen aus vier bis 50 Zellen bilden.

Aber der eigentliche Start für die Entwicklung einer klinisch relevanten Hirnmetastase ist erst der vierte Schritt, bei dem mehrere Mikrometastasen verschmelzen und neue Blutgefäße ausbilden. Diese Angiogenese liefert der Geschwulst Nährstoffe und erlaubt so das Tumorwachstum. Ohne Angiogenese starben selbst Krebszellen ab, die sich bereits an die Außenwand einer Ader angeheftet und zunächst stark vermehrt hatten.

Krebszellen locken Zellen an, die Immunantworten unterdrücken – und verhindern so, dass der Körper die bösartigen Tumorzellen erkennt und bekämpft. Diese regulatorische T-Zellen (Tregs) "könnte man als die Blauhelmsoldaten des Immunsystems bezeichnen", sagt Prof. Jochen Hühn vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig . "Sie unterdrücken Abwehrreaktionen und beruhigen scharf geschaltete Immunzellen."

Tregs können unterscheiden, welche in den Körper eindringenden Strukturen potenziell gefährlich oder harmlos sind. Sie schützen so den Körper vor Allergien. Tregs unterdrücken aber auch Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem körpereigene Zellen und Gewebe angreift. Tumoren machen sich diese Eigenschaften der Tregs zunutze: Sie locken die Zellen mit Botenstoffen zu sich. Dadurch verhindern sie, dass die Immunabwehr die veränderten Körperzellen als fremd und gefährlich erkennt und abtötet.

Krebs in seinen 150 Formen keine neue Krankheit
Krebs ist ein alter Name für "Geschwülste, die sich im Gewebe festbeißen". Er kommt in 150 Formen vor. Krebs ist keineswegs eine neue Krankheit. Skelettfunde zeigen, dass bereits Menschen in prähistorischer Zeit daran litten. Heute erkrankt etwa jeder Dritte in Industriestaaten irgendwann einmal an einem bösartigen Tumor. Nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs in diesen Ländern die häufigste Todesursache.

Wissenschaftler versuchen seit Jahrzehnten herauszufinden, was die Krankheit auslöst oder fördert. Je nach Krebsform können die Erbanlagen ebenso eine Rolle spielen wie Sonnenbrand, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum oder falsche Ernährung. Aber auch Viren, Strahlen und bestimmte Substanzen wie Asbest und Dioxin beinflussen die Krankheit.

Für Krebs gibt es drei klassische Behandlungsmethoden: Das Herausschneiden des Tumors ("Stahl"), das Bestrahlen ("Strahl") und die Chemotherapie. Häufig werden diese Therapien kombiniert, um noch nicht entdeckte Metastasen zu zerstören. Die Heilungschancen hängen jedoch von der Krebsform, aber auch von der frühzeitigen Diagnose ab.

Mediathek
VideoKrebs
Bericht vom 4. Juli 2014
Interaktiv
Diagnose Krebs
Die Diagnose "Krebs" ist ein Schock. Wissenschaftliche Informationen, die Krebszentren und Ratschläge von der psychosomatischen Fachärztin Dr. Cornelia Nehring finden Sie hier.
Info
Der Weltkrebstag wird seit 2006 jeweils am 4. Februar begangen. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe beteiligen sich mehr als 770 Organisationen in über 155 Ländern an dem Aktionstag.
mehr zum Thema