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Ralf Stoecker vor Hirnscan Video
Der Philosoph Ralf Stoecker beschäftigt sich mit der Frage "Was ist der Tod?"
Hirntod
Das unwiderrufliche Ende aller Hirnfunktionen
Der Hirntod ist eine in der Medizin verwendete Todesdefinition bei Menschen, deren Kreislauf mit künstlichen Mitteln aufrechterhalten wird.
Gemeint ist das unwiderrufliche Ende aller Funktionen des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms aufgrund von weiträumig absterbenden Nervenzellen. Diese Definition beruht auf einem 1968 veröffentlichten Konzept der "Harvard Medical School". Vorher galt ein Mensch als tot, wenn seine Atmung und Herztätigkeit stillstanden. Durch die Entwicklung der Ersten Hilfe, der künstlichen Beatmung und anderer intensivmedizinischer Techniken wurde deutlich, dass diese Definition nicht mehr trägt.

Gegner des Hirntod-Konzepts gehen davon, dass das menschliche Empfindungsvermögen mit dem Hirntod noch nicht erloschen ist. Auch untergeordnete Strukturen seien zu Wahrnehmungen von Schmerz- und Berührungsreizen fähig. Um so problematischer wäre damit eine Organentnahme. Die Feststellung des Hirntods gilt als Voraussetzung für eine Organentnahme und Transplantation.

Evangelische und katholische Kirche unterstützen
Die beiden großen Kirchen haben 1990 das Hirntod-Kriterium unterstützt. "Mit dem Hirntod fehlt dem Menschen die unersetzbare und nicht wieder zu erlangende körperliche Grundlage für sein geistiges Dasein in dieser Welt. Der unter allen Lebewesen einzigartige menschliche Geist ist körperlich ausschließlich an das Gehirn gebunden", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Im Islam gibt es nach Angaben der Berliner Islamforscherin Birgit Krawietz keine eindeutige Definition des Todeszeitpunktes. Unter den dortigen Rechtswissenschaftlern gelte ein Mensch als tot, "wenn seine Seele den Körper verlassen hat", sagte Krawietz. Dieser entscheidende Moment sei aber nur schwer zu erkennen. Für islamische Gelehrte sei der Hirntod daher nur ein Kriterium unter anderen - wie Leichenstarre, Totenflecken oder beginnender Verwesung, um den Tod eines Menschen im Nachhinein festzustellen.

Wissenschaftsdoku
Zurück ins Leben
Es gibt eine Grauzone zwischen Leben und Tod. Neueste medizinische Erkenntnisse zeigen, dass der Grat dazwischen nicht so schmal ist, wie bislang geglaubt. Früher galt der Mensch als tot, wenn das Herz nicht mehr schlug und die Atmung stillstand. Heute, in Zeiten der Herz-Lungen-Maschine, definiert der Hirntod das Ende einer menschlichen Existenz.