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Neil MacGregor hat das mit Spannung erwartete Konzept für das ambitionierte Kulturzentrum vorgestellt.
Neil MacGregor hat das mit Spannung erwartete Konzept für das ambitionierte Kulturzentrum vorgestellt.
Die ganze Welt verstehen
Das Humboldt-Forum soll ein Ort des Lernens werden
Sehr gespannt ist nicht nur in Berlin der Tag erwartet worden, an dem Neil MacGregor bekanntgeben würde, wie er und seine beiden Mitstreiter das Humboldt-Forum gestalten wollen. Am 2. November 2016 war es so weit, das Konzept klar formuliert: Ein Ort des Lernens und Weltverstehens soll mit dem Humboldt-Forum entstehen.
"Die Museumssammlungen dienen als Basis für ein Verständnis der Verflechtungen der Welt und ermöglichen es uns - dem Humboldtschen Geist entsprechend - die Welt als Ganzes zu denken und zu verstehen", sagte der britische Museumsexperte, der zusammen mit dem Archäologen Hermann Parzinger und dem Kunsthistoriker Horst Bredekamp Gründungsintendant ist.

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Unter dem Titel "Extreme! Natur und Kultur am Humboldtstrom" gebe die seit 2. November 2016 zu sehende Ausstellung einen Vorgeschmack auf das künftige Humboldt-Forum, so MacGregor auf der Baustelle des Stadtschlosses. Besucher könnten sich als Nachfolger des Forschungsreisenden Alexander von Humboldt (1769-1859) verstehen und Dank der reichen Berliner Sammlungen auf "Weltreise" begeben. Die Ausstellung ist bis zum 26. Februar 2017 in der dem Schlossbau vorgelagerten temporären Humboldt-Box zu sehen. Sie sei die "Probebühne" für die künftigen Ausstellungen im Humboldt-Forum, betonte MacGregor.

Um möglichst viele Besucher anzusprechen, schlug Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ein Museum ohne Eintrittskosten vor. Das Humboldt-Forum im wiedererrichteten Berliner Stadtschloss werde kein Museum klassischen Typs und sollte allen Menschen offenstehen, begründete Grütters am 2. November in Berlin ihren Vorstoß. Allerdings müsse dann der Betriebskostenanteil in der Finanzierung erhöht werden. "Es verspricht ein Geschichts- und Kulturpanorama, das uns die Welt neu verstehen lässt", so Grütters.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags, um 19.20 Uhr
Hintergrund
Das Humboldt-Forum im neuerrichteten Stadtschloss in der Mitte Berlins soll ein Kunst- und Kulturzentrum mit internationaler Ausstrahlung werden. Als Vorbild dient etwa das Pariser Centre Pompidou. Die Ausstellungsfläche des Humboldt-Forums wird mehr als 20.000 Quadratmeter betragen. Seine Eröffnung ist für Ende 2019 geplant. Die Kosten liegen bislang bei knapp 600 Millionen Euro. Im Humboldt-Forum sollen unter anderem die bislang im Stadtteil Dahlem beheimateten Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst ihren Platz finden.

(Quelle: epd)