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Der lange Zeit mächtige Hollywood-Produzent Weinstein soll über drei Jahrzehnte hinweg dutzende Frauen sexuell belästigt haben.
Der lange Zeit mächtige Hollywood-Produzent Weinstein soll über drei Jahrzehnte hinweg dutzende Frauen sexuell belästigt haben.
Sondereinheit für Missbrauchsermittlungen in L.A. eingesetzt
Kulturzeit-News vom Freitag, 10.11.2017
Angesichts der Lawine an Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfen in der US-Filmindustrie hat die Staatsanwaltschaft von Los Angeles eine Sonder-Ermittlungseinheit eingesetzt. Eine Sondereinheit aus speziell ausgebildeten Staatsanwälten solle die Vorwürfe untersuchen, sagte Bezirksstaatsanwältin Jackie Lacey am 9. November 2017.
Es handele sich um Ermittler, die viel Erfahrung in Fällen von Sexualvergehen hätten. Der lange Zeit mächtige Hollywood-Produzent Weinstein soll über drei Jahrzehnte hinweg dutzende Frauen sexuell belästigt haben. Mehr als 100 Frauen meldeten sich in den vergangenen Wochen mit entsprechenden Vorwürfen, darunter Stars wie Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie. Mehrere Frauen werfen ihm überdies Vergewaltigung vor. Seit Bekanntwerden des Falls Anfang Oktober 2017 wurden Missbrauchsvorwürfe gegen zahlreiche weitere Mitarbeiter der US-Filmindustrie bekannt, darunter Oscar-Preisträger Kevin Spacey, Produzent Brett Ratner und Regisseur James Toback.

Neue Vorwürfe gegen Seagal und Louis C.K.
Auch gegen den US-Actionfilmstar Steven Seagal ist nun der Vorwurf der sexuellen Belästigung erhoben worden. Die Schauspielerin Portia de Rossi beschuldigt ihn, sie während eines Vorsprechens für einen Film belästigt zu haben. Der 65-Jährige reagierte zunächst nicht auf den Vorwurf. De Rossi schrieb am 7. November 2017 im Kurzbotschaftendienst Twitter, Seagal habe ihr während der Sprechprobe gesagt, dass ihm die persönliche Chemie mit seinen Kollegen jenseits der Leinwand wichtig sei. Dann habe er vor ihr den Reissverschluss seiner Hose heruntergezogen.

Auch der US-Komiker Louis C.K. (50) wird mit Vorwürfen von sexueller Belästigung konfrontiert. Fünf Frauen sprachen am 9. November 2017 in der "New York Times" über Vorfälle, bei denen der Komiker sich unter anderem vor ihnen ausgezogen und masturbiert haben soll. Diese Übergriffe seien demnach bei Treffen in Hotelzimmern und Büros passiert. Unter den Betroffenen sind Kolleginnen, die Vorfälle seit Ende der 1990er Jahre bis 2005 schilderten. Der Sprecher von Louis C.K. teilte laut der "New York Times" mit, dass sich der Komiker zu einer Anfrage nicht äußern wollte. Am 9. November 2017 wurde die New Yorker Premiere seines neuen Films "Daddy, I love you" kurzfristig abgesagt.

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