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Die Zusammenarbeit von Autoren und Verlagen müsse weiterhin möglich sein, "denn sie ist eine Grundlage unserer vielfältigen Verlagslandschaft und dient allen Autoren, Verlagen und Lesern", so Grütters.
Die Zusammenarbeit von Autoren und Verlagen müsse weiterhin möglich sein, "denn sie ist eine Grundlage unserer vielfältigen Verlagslandschaft und dient allen Autoren, Verlagen und Lesern", so Grütters.
VG Wort: Grütters sorgt sich um Zukunft der Verlage
Kulturzeit-News vom Mittwoch, 09.11.2016
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sorgt sich angesichts finanzieller Rückforderungen der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) um die Existenz vor allem kleiner Verlage. Sie brachte am 9. November 2016 in Berlin eine Finanzhilfe des Bundes ins Spiel.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels begrüßte die Erklärung. Nach seinen Angaben sind 20 bis 25 Prozent der Verlage "akut existenzgefährdet". Grütters erklärte, die "erfolgreich und einvernehmlich praktizierte Zusammenarbeit von Autoren und Verlagen in gemeinsamen Verwertungsgesellschaften" zähle zu den bewährten kulturpolitischen Konstanten der Literaturlandschaft in Deutschland. Diese Praxis sei durch Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesgerichtshofs neuerdings infrage gestellt worden. Sie müsse aber weiterhin möglich sein, "denn sie ist eine Grundlage unserer vielfältigen Verlagslandschaft und dient allen Autoren, Verlagen und Lesern".

Akuter Handlungsbedarf
Mit Sorge beobachtet die Ministerin die Rückforderungen der VG Wort. Es bestehe akuter Handlungsbedarf. Kurzfristig solle unter anderem eine finanzielle Unterstützung für Verlage geprüft werden, die durch die Rückforderungen in ihrer Existenz bedroht seien, schlug sie vor. Es seien gerade oft die kleineren Verlage, die publizistische Wagnisse eingingen und noch unbekannten Autoren den Weg in ein Verlagsprogramm ebneten.

Der Börsenverein bezeichnete den Appell von Grütters als ein wichtiges Signal. Die vielfältige und hochwertige Verlagslandschaft stehe auf dem Spiel. Nötig seien auch europäische und nationale Gesetzesänderungen, damit "Autoren und Verlage in Zukunft wieder gemeinsam und partn wirtschaftlich ihre Rechte wahrnehmen können", sagte Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis. Wegen der Entscheidungen der Justiz erhalten Verlage aktuell keinen Ausgleich mehr, wenn ihre Werke privat kopiert, durch Bibliotheken verliehen oder sonst genutzt werden. Darüber hinaus müssen sie für die vergangenen drei Jahre alle erhaltenen Ausschüttungen an Verwertungsgesellschaften wie die VG Wort oder die GEMA zurückzahlen. Die Rückforderungen betragen laut Börsenverein allein für die VG Wort zwischen 20 und 200 Prozent des durchschnittlichen Jahresgewinns.

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(24.10.2016)