© ORF/Walter Wehmeyer Filmproduktion/Wolfram Wuinovic
Video online ab 27.10.2018, 18.45 UhrVideo online ab 27.10.2018, 18.45 Uhr
Im Bild: Sarah Born (Lina Loos).
Lina
Lebensspuren der Lina Loos 1902 - 1905
Lina Loos, Anfang des 20. Jahrhunderts nur drei Jahre lang die Ehefrau des damals bereits etablierten Architekten und Designers Adolf Loos, steht im Mittelpunkt des vorliegenden Kinofilms. Lina Loos war nach 1945 in der Frauen- und Friedensbewegung engagiert, Vizepräsidentin des Bundes demokratischer Frauen sowie Mitglied des Österreichischen Friedensrates.
Wien, im Jahr 1902. Die 19-jährige Schauspielschülerin Carolina Obertimpfler gilt als "meist umworbene Frau" einer Avantgarde von Künstlern und Literaten. Im Kreis ihres Freundes und Schriftstellers Peter Altenberg begegnet Lina dem bereits berühmten Architekten Adolf Loos und nimmt seinen spontanen Heiratsantrag sofort an. Die maßlose Verehrung, die ihr unter Loos' Bekannten zuteil wird, kann Lina zunächst nicht einordnen.

Im Bild: Sarah Born (Lina Loos), Johannes Schüchner (Adolf Loos), Gerhard Rühmkorf (Peter Altenberg) © ORF/Walter Wehmeyer Filmproduktion/Wolfram Wuinovic Im Bild: Sarah Born (Lina Loos), Johannes Schüchner (Adolf Loos), Gerhard Rühmkorf (Peter Altenberg)
Im Bild: Benjamin Muth (Heinz Lang), Sarah Born (Lina Loos) © ORF/Walter Wehmeyer Filmproduktion/Peter Louis Im Bild: Benjamin Muth (Heinz Lang), Sarah Born (Lina Loos)

Nach einer Phase großer Nähe entwickelt sich die Ehe für sie zu einer bedrückenden Erfahrung, denn hinter ihrem kindlichen Gesicht verbirgt sich eine starke Persönlichkeit. Loos hingegen, auch als visionärer Kulturpublizist, hat moderne aber strikte Vorstellungen in fast allen Lebensbereichen. Hinzu kommen die leidenschaftlichen Gefühle Linas für den jüngeren und freiheitsliebenden Heinz Lang, Sohn der bekannten Frauenrechtlerin Marie Lang.

Beruhend auf den Lebensspuren der historischen Lina Loos begibt sich die Protagonistin für mehrere Monate in ein abgelegenes Haus in den Bergen. Als Lina sich nach langen inneren Kämpfen für keinen der zwei Männer entscheidet, ereignet sich eine Tragödie.

Ein Film über die Schwierigkeiten entgegengesetzter Charaktere, ihr menschliches Bedürfnis, um ihrer selbst willen geliebt zu werden.

Lina Loos, 1902. Die Schauspielschülerin in einer Selbstinszenierung © ORF/Walter Wehmeyer Filmproduktion/ÖNB Lina Loos, 1902. Die Schauspielschülerin in einer Selbstinszenierung
Adolf Loos, 1902 - ein Mann mit strikten Regeln und Vorstellungen für alle Lebensbereiche © ORF/Walter Wehmeyer Filmproduktion/ÖNB / Otto Mayer Adolf Loos, 1902 - ein Mann mit strikten Regeln und Vorstellungen für alle Lebensbereiche

Pressestimmen:
European Cultural News, 12. März 2017

Mit Sarah Born und Johannes Schüchner in den Hauptrollen wurden zwei junge Nachwuchstalente direkt von ihrer Ausbildung (Schauspielschule Krauss und MUK) gecastet. Mit ihnen darf man nicht nur Einblick nehmen in eine Beziehung, die von der Männerseite her noch im Rollenbild des 19. Jahrhunderts verhaftet war. Vielmehr weist Lina mit ihrer Unabhängigkeitsbestrebung und ihrem Mut bis weit in unsere Zeit, in der es nach wie vor nicht selbstverständlich ist, seiner eigenen Bestimmung zu folgen und authentisch zu leben.
Die ruhige Bildsprache (Kamera Wolfram Wuinovic), die auch mit Überblendungen und Flashbacks arbeitet und die Grenze zwischen Realität, Traum, Gegenwart und Vergangenheit öfters verschwimmen lässt, verleiht dem Film zusätzlich eine große Portion Poesie und unterstreicht damit sehr subtil die seelische Entwicklung der Hauptfiguren.


Kronenzeitung, 9. März 2017

Das filmisch stimmige Porträt einer Frau, die sich dem „Beschliff“ durch den Ehemann widersetzte, nicht um ihrer Schönheit willen angenommen sein wollte als eine von Männern funktionalisierte Muse, sondern dem Ruf der Freiheit - einer inneren und äußeren - folgte.
Sarah Born gibt dieser Frau zwischen Verunsicherung und trotzigem Aufbegehren Kontur, erträgt Entfremdung und Unverständnis und entzieht sich peu à peu virilem Sendungsbewusstsein. Ein musikalisch exquisit unterlegtes Historientableau unter der sensiblen Regie von Walter Wehmeyer, Christine Wurm, W. Andreas Scherlofsky und Tino Ranftl, das auch mit Original-Loos-Ambiente zu fesseln weiß.


Die Furche, 9. März 2017

Verdienst des Films ist es aufzuzeigen, dass ein langer Atem - der Film benötigte vier Jahre zu seiner Entstehung – belohnt wird: Mit einer respektablen Darstellung bzw. Interpretation der österreichischen Kulturgeschichte.

Sendedaten
TV-Erstausstrahlung!

Samstag, 27. Oktober 2018
um 18.45 Uhr
Wiederholung:
27./28. Oktober 2018, 2.35 Uhr
Dolby Digital 5.1, 16:9
Credits
Spielfilm, Österreich 2017

Drehbuch und Regie:
Walter Wehmeyer
Christine Wurm
W. Andreas Scherlofsky
Tino Ranftl

Drehbuchvorlage und -mitarbeit:
Brigitte Benesch

Mit Sarah Born (Lina Loos), Johannes Schüchner (Adolf Loos), Benjamin Muth (Heinz Lang), Michaela Ehrenstein (Sofie von Waldegg), Gerhard Rühmkorf (Peter Altenberg) u.a.
Thementag
Wien um 1900
Um 1900 war Wien ein Treffpunkt von Ethnien, Sprachen und Dialekten, hervorgebracht durch das multinationale Riesenreich, für das Wien die Hauptstadt war. Diese Diversität machte Wien zur Kulturmetropole in einer Zeit starker gesellschaftlicher Umbrüche.

Samstag, 27. Oktober 2018
ab 6.20 Uhr
Info
Das Regieteam von "Lina" wurde beim Internationalen Filmfestival von Kiew 2017 für die beste Regie ausgezeichnet, Sarah Born konnte sich beim selben Festival über die Auszeichnung "Beste Schauspielerin" freuen.

Darüber hinaus wurde der Film bei den "Chicago Amarcord Arthouse Television & Video Fest Awards 2016" in der Kategorie "Honorable Mention" geführt.
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