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Video online ab 13.2.2019, 20.15 UhrVideo online ab 13.2.2019, 20.15 Uhr
Online Partnerschafts-Börsen boomen. Ob über Parship oder Tinder oder, ganz klassisch, über eine Partnervermittlung: "Dating" ist in aller Munde.
Liken, daten, löschen - Liebe und Sex im Zeitalter des Internets
Schnell, einfach, effizient: die Liebessuche läuft zunehmend via Smartphone. Wer daten will, kann überall und jederzeit jemanden finden und wenn es nicht passt, wieder loswerden. Der Markt der Singles ist groß. In Deutschland, Österreich und der Schweiz leben 20,4 Millionen Menschen solo.
Online Dating ist längst kein Tabu mehr: nicht nur Paare finden so zueinander, die Digitalisierung hat auch die Suche nach dem schnellen Abenteuer unkomplizierter gemacht. Die Liebessuche im Netz mit den unzähligen Apps kann andererseits auch zu mühsamer Arbeit werden. Die neue ORF/3sat-Produktion beleuchtet Veränderungen, Hintergründe und Entstehungsgeschichte der heutigen Dating-Kultur.

Dating via App
"Dass wir eine Revolution lostreten, damit haben wir absolut nicht gerechnet. Alles was wir machen, ist einfach die Menschen direkt miteinander zu verbinden. Niemand muss heute an einem bestimmten Ort sein, um sich kennenzulernen", sagt Whitney Wolfe, heutige Chefin der Dating App "Bumble" über den Erfolg der international erfolgreichsten Dating App "Tinder". 2012 hat sie die Online Matching Plattform mitbegründet und das Dating damit fundamental verändert. Die intuitive Auswahl per Foto am Smartphone und der Zugang zum oder zur Anderen bei gegenseitigem Interesse (das berühmte "Match") ist heutzutage beliebtes Prinzip der Partnersuche.

"Kavalier im Verkaufsladen" von Frans van Mieris d. Ä. , Kunsthistorisches Museum .- Auch früher mussten Frauen viel leisten, um am Markt einen Partner zu finden. Selbstdarstellung und Selbstoptimierung sind kein reines Phänomen der Smartphone-Ära. © ORF Anpreisen der eigenen Vorzüge anno dazumal!
Kontaktanzeigen - auch heute noch genutzt - aber arbeitsintensiver und weniger detailliert!  © ORF Kontaktanzeigen - auch heute noch genutzt - aber arbeitsintensiver und weniger detailliert!
Oder doch die alte Methode: einfach anquatschen!  © ORF Oder doch die alte Methode: einfach anquatschen!

Bindung für's Leben war einmal
Bei den großen Online Partnerschafts-Börsen hingegen entscheiden Tests zum Ausfüllen sowie Algorithmen - angeblich - darüber, wer zu wem passt. Ein aufwendiges und geheimnisumwittertes Verfahren. Die berühmt-berüchtigte "Parship-Formel" wurde vom heute 87-jährigen Psychologen Hugo Schmale entwickelt.
An die Bindung fürs gesamte Leben glaubt er selbst allerdings nicht: "Die Jungs und Mädels von morgen werden alle 90. Wenn sie sich schon mit 15 treffen, dann ist das eine seltsame Vorstellung, dass sie von 15 bis 90 in derselben Beziehung bleiben. Es ist normal, dass man sich verändert und da, verdammt noch mal, muss man die Möglichkeit haben sich auch wieder zu trennen." Von Unkenrufen wie dem angeblichen "Ende der Romantik" hält der Professor nichts, man könne sich ja einfach "auch zwei Kerzen neben den Computer stellen".

"Interessiert" - oder doch nicht?
© ORF "Swipen" durch Tinder-Profile - rasche Beziehungsauslese!
"Swipen" durch Tinder-Profile - rasche Beziehungsauslese!
Ob über Parship oder Tinder oder, ganz klassisch, über eine Partnervermittlung: "Dating" ist in aller Munde: Doch wie und warum ist es überhaupt entstanden? Die Digitalisierung macht die Suche nach dem oder der "Richtigen" scheinbar einfach, ein paar Klicks und schon ist man in der "Datingzone". Millionen nutzen heute Dating-Plattformen und vor allem Apps.

Swipe: Eine schnelle Fingerbewegung entscheidet, ob uns jemand gefällt oder nicht. Nach rechts zu wischen steht für "interessiert" oder nach links für "Lieber nicht". Nach dem Date wird der Kontakt oftmals ebenso schnell wieder gelöscht. Für Moira Weigel hat Dating viel mit Arbeit gemeinsam und das ist, so die Historikerin, nicht erst seit dem Internetzeitalter so. Auch früher mussten Frauen viel leisten, um am Markt einen Partner zu finden. Selbstdarstellung und Selbstoptimierung sind kein reines Phänomen der Smartphone-Ära. Die Soziologin Eva Illouz hingegen warnt: der Kapitalismus hat die Liebe vereinnahmt.

Die neue Dokumentation von Constanze Grießler und Franziska Mayr-Keber entführt das Publikum in die Welt des Online Dating, dessen Geschichte und versucht herauszufinden, was das digitale Liebeswerben verändert.

Sendedaten
Erstausstrahlung!

Mittwoch, 13. Februar 2019
um 20.15 Uhr
Stereo, 16:9
Credits
Dokumentation von Constanze Griessler und Franziska Mayr-Keber, Österreich 2019
Interview
© ORF"Darf ich jetzt schon aufhören zu suchen?"
Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer über die Suche nach der großen Liebe im Internet
Dokumentation
Die Geliebten
Mittwoch, 13. Februar 2019
um 21.05 Uhr

Liebe kann kompliziert werden - wenn er oder sie fremdgeht zum Beispiel. Das ist in unserer monogamen Gesellschaft nicht vorgesehen. Und dennoch wissen viele aus eigener Erfahrung, was ein Seitensprung bedeutet, ein Gspusi, ein amouröses Abenteuer.
Glossar zum Online-Dating
Wurden Sie schon mal "gebencht"?
Sie sind wieder Single und wagen sich in den Dating-Dschungel? Dann frischen Sie ihr Vokabular auf. Denn das Online-Dating hat so manch neuen Begriff hervorgebracht.
"scobel"
Epidemie Einsamkeit
Donnerstag, 14. Februar 2019
ab 20.15 Uhr

Einsamkeit wird in der Gesellschaft immer mehr zum Problem, weil es immer mehr einsame Menschen gibt. Menschen, die im Alter vereinsamen, aber - noch erschreckender: auch immer mehr junge Menschen kämpfen mit dem Problem.
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