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Charlotte (Felicitas Woll) kämpft um das Recht ihrer Tochter. Sie ist fassungslos darüber, wie Nacktbilder des Mädchens im Internet landen konnten.
Nackt. Das Netz vergisst nie
Als ein Nacktbild ihrer 16-jährigen Tochter Lara im Internet auftaucht und die Familie erpresst wird, will Charlotte Gerechtigkeit. Doch je tiefer sie sich in ihren Kampf gegen den Hacker verstrickt, desto mehr bekommt sie die ungeheuerliche Macht des Netzes zu spüren.
Es ist ein aussichtsloser Kampf – denn das Netz vergisst nicht: Auf einer fragwürdigen Internet-Seite tauchen Nacktfotos der 16-jährigen Lara auf. Der Teenager ist sich keiner Schuld bewusst – hatte sie das Foto doch lediglich auf ihrem Handy gespeichert.

Nun steht das junge Mädchen entblößt im Netz und die Kommentare dazu schockieren Lara und ihre Eltern zutiefst. Damit jedoch nicht genug: Auch in Laras Schule gelangt das Bild schnell in Umlauf – und der Spott ihrer Mitschüler ist ihr gewiss.

Gegen eine Zahlung von 500 Dollar soll das Bild angeblich aus dem Netz verschwinden. Die Familie zahlt den geforderten Betrag in der Hoffnung, dass ihrer Tochter nicht noch mehr Schaden zugefügt wird. Doch weit gefehlt: Kurze Zeit später steht das Bild auf einer anderen Website online und die Hetzjagd auf Lara beginnt erneut.


Gefangen im Netz

Charlotte (Felicitas Woll) ist entsetzt über die Kommentare im Netz.  © ProSieben/Sat1 Charlotte (Felicitas Woll) ist entsetzt über die Kommentare im Netz.
Ihre Tochter Lara (Aleen Kötter) taucht entblößt im Internet auf.  © ProSieben/Sat1 Ihre Tochter Lara (Aleen Kötter) taucht entblößt im Internet auf.

Charlotte ist fassungslos und fordert Gerechtigkeit: Diesem skrupellosen Erpresser muss doch das Handwerk zu legen sein! Doch ihre Versuche, bei Anwälten oder dem LKA weiterzukommen, scheitern ebenso, wie die Bemühungen, etwas bei den Website-Betreibern und dem Kredit­institut, über das die erpresserischen Zahlungen abgewickelt werden, zu erreichen.

Charlotte will und kann sich mit ihrer Machtlosigkeit nicht abfinden und versucht, andere betroffene Frauen dieser Website ausfindig zu machen. Sie ist überzeugt: Gemeinsam können sie dem Hacker das Handwerk legen. Doch das Gegenteil scheint der Fall: Der Hacker eröffnet einen erbarmungslosen Kampf: Er nimmt Charlotte und ihre Familie ins Visier und schlägt zurück …


Wahre Begebenheit

Als Inspiration für Laras Geschichte diente das erschütternde Schicksal der kanadischen Schülerin Amanda Michelle Todd, die von einem unbekannten Täter jahrelang mit Nacktfotos im Netz erpresst wurde.

Die nachfolgenden Mobbing-Attacken trieben das Mädchen im Alter von nur 15 Jahren in den Selbstmord. In einem neunminütigem Video, das sie kurz vor ihrem Tod veröffentlichte, beschreibt das Mädchen auf 74 Tafeln stumm ihr Leiden mit handgeschriebenen Zetteln.


Was ist "Cybermobbing"?

Unter "Cybermobbing" versteht man das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen eines anderen mithilfe neuer Kommunikationsmedien. Im Netz handelt der Täter meist anonym, jedoch kennen Opfer und Täter einander meist aus dem ‚realen‘ persönlichen Umfeld. ‚Klassisches‘ Mobbing und Cybermobbing sind daher in der Mehrheit der Fälle nicht voneinander zu trennen.

Die Ausmaße, die Cybermobbing annehmen kann, sind enorm und nicht zu vergleichen mit dem, was Mobbing in der Offline-Welt anrichtet. Durch die Anonymität im Netz erlangt der oder die Täter eine trügerische Sicherheit, die dazu verleitet, das gefährliche Spiel auf die Spitze zu treiben.

Die Angriffe im Netz markieren oft nur den Anfang eines langen Martyriums für die Betroffenen, sowohl im digitalen als auch im realen Umgang mit ihren Mitmenschen. Dank der digitalisierten Welt beschränken sich diese Angriffe oft nicht nur auf Schule oder die Arbeit, sondern verfolgen das Opfer bis in die eigenen vier Wände. Das Pub­likum im Netz ist zudem unüberschaubar groß. Die virale Verbreitung kompromittierender Inhalte ist oft kaum mehr zu stoppen, wodurch die Bloßstellung des Geschädigten schnell unkalkulierbare Dimensionen annimmt.



Interview mit Schauspielerin Felicitas Woll

Warum würden Sie den Zuschauern empfehlen, den Themenfilm „Nackt. Das Netz vergisst nie.“ über Cybermobbing einzuschalten?

Der Film beruht auf einer wahren Geschichte einer Frau, die mit allen Mitteln versucht, ihre Tochter zu schützen. Er zeigt, was passieren kann, wenn man zu unüberlegt mit dem Internet umgeht und wie sehr das einen einzelnen Menschen und eine ganze Familie belasten kann. Dieses Thema ist aktuell und kann jeden von uns betreffen.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach das Verhalten im Netz freundlicher machen?

Es müsste viel mehr Kontrolle geben. Postings und Kommentare, die klar gegen die Richtlinien verstoßen, müssten direkt gelöscht und die Urheber zur Verantwortung gezogen werden. Aber freundliches Verhalten hat etwas mit Gewissen und Erziehung zu tun. Wenn das fehlt, fehlt es auch an Freundlichkeit im Netz.

Wie sollte Ihrer Meinung nach Aufklärung in Schulen und in der Familie betrieben werden?

Das Thema müsste schon längst fest im Stundenplan enthalten sein. Was Mobbing im Netz anrichten kann, hat man schon zu oft in den Nachrichten gelesen. Kinder und Jugendliche nehmen sich das Leben, da sie keinen Ausweg mehr sehen. Das darf nicht sein und sollte eine viel größere Aufmerksamkeit bekommen. Dazu muss aber auch am grundsätzlichen Umgang mit­einander gearbeitet werden.

Sie sind selbst Mutter einer Tochter im Teenager-Alter. Wie gehen Sie in der Familie mit diesem Thema „Sicherheit im Netz“ um?

Darüber wird natürlich sehr offen gesprochen. Ich spreche schon jetzt – natürlich altersgerecht – über alle Gefahren, um den Respekt vor dem Netz verständlich zu machen. Das Netz ist nicht ein Freund aus der Clique, sondern ein großes Unbekanntes, mit dem man bewusst umgehen sollte.

Respektvoller Umgang miteinander, besonders im Netz – eine legitime Forderung für Sie?

Natürlich! Wo führt denn alles hin, wenn wir immer mehr den Respekt voreinander verlieren? Ich habe den respektvollen Umgang miteinander von klein auf gelernt, deswegen ist das für mich selbstverständlich.


Sendedaten
Samstag, 25. November 2017, 21.45 Uhr

Darsteller:

Felicitas Woll: Charlotte
Martin Gruber: Marcus
Aleen Kötter: Lara
Jasmina Al Zihairi: Amal
und andere.

Stab:

Regie: Jan Martin Scharf
Drehbuch: Anne-Marie Keßel
Kamera: Markus Eckert

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Für "Nackt. Das Netz vergisst nie." lautet die Telefonnummer 0137 4141-02. (Abstimmung vom 25. November, 20.00 Uhr, bis zum 1. Dezember, 14.00 Uhr).

Ein Anruf kostet 0,14 Euro aus dem deutschen Festnetz, mobil ggf. abweichend, Zuschauer aus Österreich und der Schweiz wählen bitte 0049 137 4141 und die Endziffer des jeweiligen Films. Es entstehen die üblichen Kosten eines Auslandsgesprächs.