Kultur
Fräulein Else – Vom Wiener Volkstheater
Arthur Schnitzlers „Fräulein Else“ am Wiener Volkstheater: Leonie Böhm inszeniert ein intensives Theaterstück über gesellschaftlichen Druck, Abhängigkeit und Selbstbestimmung.
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Arthur Schnitzlers „Fräulein Else“ gehört zu den eindringlichsten literarischen Monologen der Moderne. Die Inszenierung von Leonie Böhm am Wiener Volkstheater bringt den Stoff als intensives Theatererlebnis auf die Bühne. Im Zentrum steht eine junge Frau, die sich plötzlich in einer existenziellen Ausnahmesituation wiederfindet. Zwischen familiären Verpflichtungen, gesellschaftlichen Erwartungen und eigenen Sehnsüchten gerät sie zunehmend unter Druck.
Ein psychologisches Kammerspiel
Die Inszenierung konzentriert sich ganz auf die innere Bewegung der Figur. Mit reduzierter, präziser Bildsprache entsteht ein Raum, in dem Gedanken, Zweifel und Affekte unmittelbar erfahrbar werden.
Sprache, Körper und Rhythmus verdichten sich zu einem Theaterabend von großer Nähe, der das Publikum unmittelbar in den inneren Konflikt der Figur hineinzieht
Fragen nach Autonomie und Grenzen
In dieser Geschichte verbinden sich persönliche Abhängigkeit und gesellschaftlicher Zwang zu einer dramatischen Zuspitzung. Der innere Monolog wird zum Spiegel einer Gesellschaft, die Erwartungen und moralische Forderungen an eine junge Frau stellt.
Die Inszenierung macht sichtbar, wie stark soziale Normen und persönliche Freiheit miteinander ringen – Fragen, die auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
Mit:
Julia Riedler
Regie: Leonie Böhm
Bühne und Kostüm: Belle Santos
Musik: Mark Badur, Elias Krischke
Lichtdesign: Ines Wessely
Dramaturgie: Matthias Seier
Fernsehregie: Catharina Kleber