Kultur
Zum Tod von Marjane Satrapi
Die Themen der "Kulturzeit" vom 05.06.2026: Marjane Satrapi, Regieren nach Fürstenart, Film "La beauté de l'âne", Künstler-Nachlässe, Schau "Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus".
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 06.06.2026
- 06:20 - 07:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
"Persepolis"-Autorin Marjane Satrapi gestorben
Die iranisch-französische Autorin Marjane Satrapi ist tot. Die Illustratorin und Filmschaffende starb im Alter von 56 Jahren, wie der Élysée-Palast in Paris und der Leiter des iranischen Kulturvereins Pouya in Paris, Abbas Bakhtiari, bekanntgaben. Weltberühmt wurde sie mit der autobiografischen Graphic Novel "Persepolis", in der sie ihre Kindheit im Iran, die Erfahrungen von Exil und Migration sowie die Folgen politischer Umbrüche schilderte. Satrapi wurde 1969 in der nordiranischen Stadt Rascht geboren und wuchs in Teheran auf. Als Jugendliche wurde sie Mitte der 1980er von ihren Eltern nach Wien geschickt, um den politischen Repressionen nach der Islamischen Revolution und dem verheerenden Iran-Irak-Krieg zu entgehen. Später zog sie nach Frankreich und entwickelte sich zu einer der international bekanntesten iranischen Comic-Künstlerinnen ihrer Generation. Vor knapp einem Jahr war Satrapis Ehemann, Mattias Ripa, gestorben. Auf ihrem Instagram-Account schrieb sie damals, die Liebe ihres Lebens verloren zu haben.
Regieren nach Fürstenart
In seinem neuen Buch "Der Fürst und seine Erben - Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute" erklärt der große Philosoph Peter Sloterdijk, warum der Autokrat den Ausnahmezustand zum Regieren braucht. Und was das für unsere Demokratie bedeutet.
Film "La beauté de l'âne"
Die Schweizer Filmemacherin Dea Gjinovci verarbeitet die Geschichte ihres kosovarischen Vaters in einem bewegenden Dokumentarfilm. Vor 28 Jahren wurde das Dorf seiner Kindheit im Kosovo-Krieg zerstört. Nun kehrt Dea Gjinovci mit ihrem Vater an diesen Ort zurück - und findet ein Land ohne Vergangenheit. Der Film ist in den Schweizer Kinos zu sehen.
Wohin mit Künstler-Nachlässen?
Als der gesetzliche Betreuer Thomas Kasper die Wohnung eines Klienten öffnete, um den Bestand zu sichten, bevor die Entrümpelung beginnen sollte, traute er seinen Augen kaum: Die komplette Wohnung inklusive Küche, Flur und Bad war bis zur Decke angefüllt mit Ölgemälden, Zeichnungen, Installationen, etliches davon übereinander und untereinander gestapelt. Künstlernachlässe wie dieser sind ein wachsendes Problem. Die Depots der Museen sind bereits heute überfüllt. Kommunen und Landkreise haben kaum Mittel, sich darum zu kümmern. Und Erben und Hinterbliebene sind oft überfordert. Allein in Sachsen fallen in nächster Zeit mehr als 100 Künstlernachlässe an, mehrere Tausend Objekte, die gesichert, bewertet, archiviert und sachgerecht gelagert werden müssten. In Königshain in der Oberlausitz wollte der Freistaat bereits 2015 ein Zentraldepot errichten, das Projekt blieb in der Planungsphase stecken. Immerhin wurde in Sachsen eine digitale Werkdatenbank aufgebaut, mehr als 30.000 Kunstwerke sind hier bereits registriert, doch die Finanzierung steht unmittelbar vor dem Aus. Die alte Frage, ob etwas Kunst sei oder weg könne, lautet heute: Ist das Kunst, und muss das trotzdem weg?
Ausstellung "Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus"
Der jüdische Kunsthändler Paul Cassirer förderte maßgeblich die Verbreitung des Impressionismus in Deutschland. Die Berliner Nationalgalerie präsentiert nun Werke aus seiner Sammlung.