Ein Mann mit Bart singt auf einer Bühne vor einber großen beleuchteten Schrift-Installation.

Kultur

Wirbel um Alphaville-Auftritt bei Festival

Die Themen der "Kulturzeit" vom 03.09.2026: Glücksgefühle-Festival und Alphaville - Gespräch mit Jens Balzer, Buch "Zweite Wende", Andreas Platthaus zu "Die Lücken", Çağla Ilk am Gorki, Gloria Steinem.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2026
Datum:
Sendetermin
04.09.2026
06:20 - 07:00 Uhr

Die Themen der Sendung:

Nach Eklat um Alphaville-Ausladung: Festival macht Kehrtwende - Gespräch mit Jens Balzer

Nach der Absage eines Auftritts von Alphaville ("Forever Young") beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring mehrte sich Kritik an den Veranstaltern. Diese hatten den für 4. September geplanten Auftritt abgesagt, weil man sich mit der Band nicht darauf habe einigen können, "politische Äußerungen auf unserer Bühne zu unterlassen". Laut Bandmanager ging es um Aussagen gegen rechts und für Demokratie.

Nachdem die Band ihre Auslandung öffentlich gemacht hatte, mehrte sich die Kritik von Musikerkollegen und Fans an den Veranstaltern. Diese haben nun zurückgerudert. Festival-Macher Markus Krampe räumte gegenüber der "Bild"-Zeitung Fehler ein, entschuldigte sich öffentlich – und kündigte an, die Band zurückholen zu wollen. Wir sprechen mit Musik-Journalist Jens Balzer über den Fall.

Neues Buch über Ostdeutschland: "Zweite Wende"

Warum ist Deutschland auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung noch nicht wirklich vereint? In ihrem Buch "Zweite Wende" zeigt die aus Rostock stammende Journalistin Marieke Reimann, wie groß die Unterschiede zwischen Ost und West noch immer sind: zum Beispiel bei Einkommen, Vermögen und der Besetzung von Spitzenpositionen. Sie erklärt, warum sich viele Ostdeutsche von den etablierten Parteien abwenden – und welche Fehler Politik und Medien in der Vergangenheit gemacht haben.

Shida Bazyars Roman "Die Lücken" - Literaturgespräch mit Andreas Platthaus

In ihrem neuen Roman "Die Lücken" schafft Shida Bazyar einen fiktiven Ort im Hunsrück: Heimesbach. Hier lagert fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte, beginnend in den 1920er Jahren. Jüdisches Leben und seine Vernichtung. Flucht und Nachkriegszeit. Radikalisierung und das Ankommen in einer neuen Heimat: Bazyar erzählt davon aus unterschiedlichen Blickwinkeln und nicht chronologisch: 46 Kapitel, auf mehr als 500 Seiten. Zusammengehalten von einer namenlosen Erzählerin, einer Toten, die ausgerechnet an den Ort zurückgekehrt ist, den sie zu Lebzeiten unfreiwillig verlassen musste. Als Gespenst wandert sie durch die Zeiten. Wir sprechen mit dem Literaturkritiker Andreas Platthaus über den Roman.

Çağla Ilk - die neue Intendantin am Gorki-Theater in Berlin

Am Berliner Maxim-Gorki-Theater steht eine neue Intendantin kurz vor ihrer Einführung: Çağla Ilk löst die langjährige Leiterin Shermin Langhoff ab. Deren Konzept "postmigrantisches Theater" hält die Neue nicht unbedingt für Jetzt-Zeit-tauglich. "Migration ist allgegenwärtig, sie ist nicht 'post'", sagte sie Anfang August dem "Spiegel". "Wir müssen neue Setzungen finden." Das Theater solle, so heißt es auf der hauseigenen Website, ein "offener, transdisziplinärer Ort zwischen Theater, zeitgenössischer Kunst, Performance, Tanz, Musik, Sound, Diskurs und Stadt" sein. Wir stellen Çağla Ilk und ihr Konzept für das Gorki vor.

Zum Tod von Gloria Steinem

Die bekannte US-Feministin und Journalistin Gloria Steinem ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Sie gehörte über Jahrzehnte zu den bekanntesten Kämpferinnen für die Gleichberechtigung von Frauen in den USA. Seit den späten 1960er Jahren setzte sie sich unter anderem für das Recht auf Abtreibung, politische Teilhabe und gleiche Rechte ein. Steinem half bei der Gründung mehrerer feministischer Organisationen, darunter des National Women's Political Caucus, und wurde zu einem der bekanntesten Gesichter der sogenannten zweiten Welle der Frauenbewegung. Auch im hohen Alter blieb Steinem politisch und publizistisch aktiv. Für ihren jahrzehntelangen Einsatz für Frauen- und Bürgerrechte verlieh ihr der damalige US-Präsident Barack Obama 2013 die Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten.

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