Kultur
Kiew: Unesco-Welterbe bei Angriff beschädigt
Die Themen der "Kulturzeit" vom 16.06.2026: Kiewer Höhlenkloster, Ilja Jaschin gründet Partei, Proteste gegen KI - Gespräch mit Thomas Dekeyser, Bill Murray, 50 Jahre Arena Wien, Abdullah Ibrahim tot.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 16.06.2028
Die Themen der Sendung:
Kiewer Höhlenkloster bei Drohnenangriff beschädigt
Durch einen russischen Drohnenangriff ist nach ukrainischen Angaben in der Hauptkathedrale des berühmten Höhlenklosters in Kiew ein Feuer ausgebrochen. Auf Videos und Fotos aus der Nacht zum 15. Juni ist zu sehen, wie Flammen aus dem Dach der Mariä-Entschlafens-Kathedrale schlagen. Nach Beendigung der Löscharbeiten besuchte Präsident Wolodymyr Selenskyj die zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Klosteranlage, um sich ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen. Seinen Angaben zufolge hatten die russischen Streitkräfte den Stadtteil, in dem sich das Höhlenkloster befindet, mit zwei Drohnen attackiert. Das Verteidigungsministerium in Moskau behauptete dagegen laut russischen Staatsmedien, eine US-amerikanische Patriot-Flugabwehrrakete habe die religiöse Stätte getroffen. Die Weltkulturorganisation Unesco berichtete in Paris, der Angriff habe offenbar erhebliche Schäden am Äußeren und Inneren der Kathedrale verursacht. Auch die Befestigungsanlage des Klosters und ein Wehrturm seien betroffen. Ohne Russland beim Namen zu nennen, verurteilte die Unesco in ihrer Mitteilung Angriffe auf Kulturgüter.
Das im Jahr 1051 gegründete Kiewer Höhlenkloster steht seit 1990 auf der Welterbe-Liste der Unesco. Es gilt als Wiege des ostslawischen orthodoxen Christentums und als Wahrzeichen der Stadt.
Neue russische Exilpartei fordert Abzug aus der Ukraine
Der Kremlgegner Ilja Jaschin hat in Berlin eine politische Partei als Auffangbecken für die zersplitterte russische Opposition im Exil gegründet. Die Organisation gab sich bei ihrem Gründungsparteitag den Namen Friedliches Russland, wie Jaschin auf dem Portal X berichtete. Die Partei wolle - im Unterschied zur Führung von Kremlchef Wladimir Putin - die "wahren Interessen Russlands" vertreten. "Unter diesen Interessen verstehen wir einen Abzug der Truppen aus der Ukraine und eine Absage an den Imperialismus, eine Garantie der Menschen- und Freiheitsrechte und einen gerechten Aufbau der Gesellschaft", hieß es.
Jaschin wurde zum Vorsitzenden von Friedliches Russland gewählt. Vize wurde Olga Podolskaja, eine frühere Abgeordnete aus dem Gebiet Tula. Jaschin hatte in Russland in Haft gesessen, war aber 2024 bei einem großen Gefangenenaustausch zwischen Russland und dem Westen freigekommen.
Proteste gegen KI-Projekte - Gespräch mit Thomas Dekeyser
Überall, wo es um Macht geht, spielt die KI eine immer größere Rolle, und auch im Alltag von uns allen. Dagegen gibt es seit Monaten Protest: Kommunen wehren sich gegen den Bau von Rechenzentren, Beschäftigte demonstrieren, um nicht durch KI ersetzt zu werden - und Studierende erkennen immer mehr Risiken als Vorteile für ihre Zukunft. In den USA nehmen die Attacken auf Tech-Bosse zu. Was ist von diesem neuen Maschinensturm zu halten? Wir sprechen mit dem Humangeografen Thomas Dekeyser.
Bill Murray in Dresden
Hollywood-Schauspieler Bill Murray und Jan Vogler, Cellist und Intendant der Dresdner Musikfestspiele haben sich zufällig auf dem Flughaben Berlin-Tegel kennen und wurden Freunde. Gemeinsam haben sie das Programm "New Worlds" entwickelt, das auch bei den Musikfestpielen in Dresden zu sehen war. Bill Murray rezitierte Texte unter anderem von Ernest Hemingway (1899-1961) und Walt Whitman (1819-1892) und sang. Musikalisch begleitet wurde er von Geigerin Mira Wang, der Pianistin Vanessa Perez und Jan Vogler. Am 17. Juni gibt es eine weitere Vorstellung in der Berliner Philharmonie.
50 Jahre Arena Wien: vom Protest zur Kulturstätte
Die Arena-Besetzung von 1975 gilt als Meilenstein der österreichischen Kultur- und Protestgeschichte und jährt sich 2026 zum 50. Mal. Aus der Besetzung eines ehemaligen Schlachthofs in Wien entwickelte sich ein bis heute bedeutendes alternatives Kulturzentrum.
Jazz-Musiker Abdullah Ibrahim gestorben
Die weltweit gefeierte südafrikanische Jazz-Legende AbdullahI brahim ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das gab seine Familie bekannt. Ibrahim, der früher unter dem Namen Dollar Brand bekannt war, starb nach Angaben seiner Familie nach einer kurzen Krankheit friedlich und umgeben von seinen Angehörigen in Deutschland, wo er zuletzt lebte. Geboren in Kapstadt, erlangte Ibrahim internationale Bekanntheit als Pianist, Komponist und Bandleader. In einer Karriere, die sich über mehr als sieben Jahrzehnte erstreckte, entwickelte er eine einzigartige Verbindung von Jazz und südafrikanischen Musiktraditionen. Dadurch wurde er zu einem kulturellen Botschafter, dessen Musik Menschen auf der ganzen Welt berührte. Ibrahim spielte unter anderem bei der Amtseinführung von Nelson Mandela im Jahr 1994. Sein letztes öffentliches Konzert in Südafrika fand im März beim Cape Town International Jazz Festival statt.