Menschen halten spanische Flaggen hoch und skandieren Parolen.

Kultur

Spanien zwischen Protest und Neuwahlen

Die Themen der "Kulturzeit" vom 14.10.2026: Spanien - Gespräch mit Isaac Rosa, Film "Heimsuchung", Museum für Utopie und Alltag, Sammlung Würth.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2026
Datum:
Sendetermin
14.10.2026
19:22 - 20:00 Uhr

Die Themen der Sendung:

Spanien zwischen Protest und Neuwahlen - Gespräch mit Isaac Rosa

Der Tod der 87-jährigen Maricarmen Abascal zwei Wochen nach der Zwangsräumung aus ihrer Wohnung in Madrid ist in Spanien mit Erschütterung und Zorn aufgenommen worden. Ihr Tod macht sie nun für viele zu einer Märtyrerin. Seit der Zwangsräumung Abascals kommt es in Spanien immer wieder zu großen Demonstrationen unter dem Motto "Nicht eine weitere Maricarmen" gegen die Wohnungsnot und zu hohe Mietpreise. Die Gewerkschaften kündigten einen Generalstreik an, der das Land am 11. November lahmlegen soll. Für den 29. November kündigte Ministerpräsident Pedro Sanchez Neuwahlen an. Er erklärte, er benötige für seine Pläne zur Bewältigung der Wohnungskrise eine größere Mehrheit im Parlament.

Wir sprechen mit dem Schriftsteller Isaac Rosa über die Situation in Spanien.

Film "Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte" von Volker Schlöndorff

Ein Haus erzählt am See in Brandenburg von rund 100 Jahren Deutschland – durch die Lebensgeschichten seiner Bewohner. Über mehrere Generationen hinweg wechseln die Besitzer – vom jüdischen Fabrikanten über einen Architekten bis zu DDR- Bewohnern. Ihre persönlichen Schicksale spiegeln die großen Umbrüche der deutschen Geschichte. Mit der Verfilmung des Romans "Heimsuchung" von Jenny Erpenbeck bleibt der 87-jährige Schlöndorff seinem großen Lebensthema als Filmemacher treu – der kritischen Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Geschichte. Stärker als der Roman ordnet der Film Figuren und zeitliche Abläufe in visuell starken Bildern.

Museum für Utopie und Alltag in Beeskow

Im Schaudepot des Museums für Utopie und Alltag in Beeskow wird öffentlich zugänglich hauptsächlich staatlich beauftragte Kunst aus der DDR gezeigt: 18.000 Werke aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Ost-Berlin, davon 800 Werke von Frauen. Ein gut geeigneter Ort, um über Fragen zur DDR-Kunst zu reflektieren: Was macht man mit Kunst aus einer Diktatur? Wie hat sich der Umgang mit Kunst aus der DDR über die Jahrzehnte gewandelt? Welche Relevanz hat die Kunst der DDR heute?

Strafmaß für Mord an Tupac Shakur

Beinahe regungslos nimmt der frühere Gang-Anführer Duane Davis im Gericht von Las Vegas das Strafmaß zur Kenntnis. In Handschellen steht der 63-Jährige vor der Richterin, die ihn nun - 30 Jahre nach der Ermordung von Rapper Tupac Shakur - zu mindestens 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Erst nach Ablauf dieser Zeit könnte Davis einen Antrag auf Entlassung auf Bewährung stellen. Er dürfte damit den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen. 

Lange hatte die Familie des ikonischen Rappers auf diesen Moment gewartet. Angehörige von Shakur hielten bei der Anhörung bewegende Ansprachen. Teils unter Tränen sprach Sekyiwa Shakur, die Schwester des Rappers, über den enormen Verlust, als ihr älterer Bruder am 7. September 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen wurde und sechs Tage später im Krankenhaus starb. Tupac Shakur war 25 Jahre alt. 

Erweiterungsbau der Sammlung Würth von David Chipperfield

Es ist ein Monument von einem Bild, sieben Meter breit, elf Meter hoch: Der Künstler Anselm Kiefer interpretiert darin ein Gedicht von Paul Celan, der um seine Eltern trauert, die im KZ ums Leben kamen. "Schwarze Flocken, Schnee ist gefallen, lichtlos". Tonnenschwer ist dieses Bild, auch an Inhalt. So schwer, dass es nach einem eigenen Pavillon verlangt, neben dem Museum Würth in Künzelsau. 90 weitere Werke von Anselm Kiefer, nicht wenige davon ebenfalls von beträchtlichem Ausmaß, sind in der Neuen Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall zu sehen. Entworfen hat sie der Architekt David Chipperfield.

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