Menschenmenge vor Bühne

Kultur

Sachsen-Anhalt: die Kultur nach der Wahl

Die Themen der "Kulturzeit" vom 07.09.2026: Sachsen-Anhalt und die Kultur, Christian Friedel zur Landtagswahl, "Propaganda 4.0", Erni Mangold gestorben, Marina Abramovic, "Skate of Mind".

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2026
Datum:
Sendetermin
07.09.2026
19:23 - 20:00 Uhr

Die Themen der Sendung:

Wahl in Sachsen-Anhalt: Stimmen zur Kulturpolitik

Die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt wurden bis zum Schluss von Kundgebungen und Protesten begleitet. Linke und andere zivilgesellschaftliche Gruppen hatten noch für den Nachmittag des 6. September zu Demonstrationen in Dessau-Roßlau, Halle und Magdeburg aufgerufen. Bereits am 5. September hatte es zahlreiche Versammlungen in mehreren Städten gegeben, die größte fand in Magdeburg als Demokratiefestival unter dem Motto "Wir haben die Wahl" vor dem Dom statt. Laut Veranstalter versammelten sich dort bis zu 15.000 Menschen. Wir haben mit Teilnehmern und Kulturschaffenden gesprochen.

Christian Friedel zur Wahl in Sachsen-Anhalt

Der Schauspieler Christian Friedel ("Babylon Berlin") unterstützt den Verein "Mehr als uns trennt" in Sachsen-Anhalt. Das zivilgesellschaftliche Bündnis hat kurz vor der sachsen-anhaltinischen Landtagswahl einen Slogan an die Fassade des Magdeburger Doms und des Landtags projiziert: "Was wir lieben, geben wir nicht auf. Wahre Heimatliebe ist nicht die AfD".

Die Initiative hatte unter anderem mit Plakaten und einer Bustour für die Wahl demokratischer Parteien geworben. Wir sprechen mit Christian Friedel über den Ausgang der Landtagswahl und die Perspektive für Kulturschaffende.

Johannes Hilljes Buch "Propaganda 4.0"

Johannes Hillje hat seine Analyse "Propaganda 4.0" über die Kommunikation von rechten Populisten komplett überarbeitet. Er zeigt, wie sie aktuell die Grenzen erneut verschieben mit einer Mischung aus "Feel-Good-Rechtspopulismus" und Aggression und so unser Denken prägen. Was sind die Strategien hinter Framing und Provokation? Längst geht es dabei nicht mehr nur um soziale Medien, sondern um den Versuch einer Deutungshoheit in unserer Gesellschaft insgesamt.

Schauspielerin Erni Mangold mit 99 gestorben

Die österreichische Schauspielerin Erni Mangold ist im Alter von 99 Jahren gestorben. "Die Erni war eine energische und zähe Person", sagte ihr Agent Klaus Kelterborn. Noch im Jahr 2020 trat sie im TV-Film "Das Geheimnis der Freiheit" als Katia Mann, Mutter des Schriftstellers Golo Mann, auf. Im selben Jahr war sie in der TV-Romanze "Schönes Schlamassel" mit Stars wie Verena Altenberger und Dieter Hallervorden zu sehen. In ihrer langen Karriere spielte Mangold auch in mehreren "Tatort"-Folgen sowie in Serien wie "Der Alte", "Kommissar Rex" oder "Der Bulle von Tölz". Insgesamt war sie in mehr als 100 TV- und Filmproduktionen zu sehen.

Mangold wurde im Jahr 1927 als Ernestine Goldmann geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte sie zunächst in Wien Theater. Mitte der 1950er Jahre ging sie für einige Jahre ans Hamburger Schauspielhaus unter Gustaf Gründgens, danach war sie unter anderem am Düsseldorfer Schauspielhaus engagiert. Zu Mangolds wichtigsten Filmen gehören "Hanussen" (1955), mit O.W. Fischer in der Hauptrolle als Varieté-"Hellseher" und Mangold als dessen Lebensgefährtin. Rund 40 Jahre später stand sie als Handleserin vor der Kamera - für Richard Linklaters "Before Sunrise" mit Ethan Hawke und Julie Delpy. Im Jahr 2015 gewann Mangold den Österreichischen Filmpreis für ihre Arbeit im Film "Der letzte Tanz" in dem sie als Alzheimer-Patientin eine umstrittene Beziehung mit einem jungen Zivildienstleistenden eingeht.

Marina Abramovićs "Balkan Erotic Epic" bei der Ruhrtriennale

Erotik, Spiritualität, Tod und Fruchtbarkeit: In "Balkan Erotic Epic" setzt sich Marina Abramović mit Mythen und Ritualen ihrer Heimat auseinander. Bei der Ruhrtriennale 2026 verwandelt Marina Abramović ihr Werk "Balkan Erotic Epic" in eine vierstündige, immersive Performance. In 13 Szenen verbinden sich Performance, Tanz und Gesang mit vergessenen Fruchtbarkeits- und Todesritualen der Balkanregion. Das Publikum bewegt sich dabei frei durch die Inszenierung und erlebt die verschiedenen Szenen aus nächster Nähe.

Ausstellung "Skate of Mind" in Neuchâtel

Spannende Einblicke in die zeitgenössische Skaterkultur bietet die Sonderausstellung "Skate of Mind" im Musée d'Ethnographie in Neuchâtel in der Schweiz. Fotografien, Videos, Installationen und künstlerische Perspektiven zeigen, wie Skater den urbanen Raum in einen Ort der Kreativität verwandeln. Die Ausstellung ist noch bis zum 7. März 2026 zu erleben.

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