Schwarz gekleidete Menschen mit pinkfarbenen Gesichtsmasken protestieren vor einem grünen Gebäude, während eine Menge aus Reportern und Zuschauern, filmt und fotografiert.

Kultur

Pussy Riot und Femen protestieren in Venedig

Die Themen der "Kulturzeit" vom 07.05.2026: Protest gegen russischen Pavillon, Jüdisches Filmfestival Berlin-Brandenburg, Schau "Mishpocha", Briefe aus NS-Zeit, Katharina Bach, Goethe-Institut Dakar.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2026
Datum:
Sendetermin
07.05.2026
19:22 - 20:00 Uhr

Die Themen der Sendung:

Pussy Riot und Femen protestieren vor russischem Pavillon

Mitglieder der russischen Punk-Gruppe Pussy Riot und der ukrainischen feministischen Organisation Femen haben bei der Biennale von Venedig gegen die Öffnung des russischen Pavillons protestiert. "Russlands Kunst ist Blut", riefen die Demonstrantinnen am 6. Mai, während sie von pinkfarbenem, sowie blauem und gelbem Rauch umgeben waren. Die Protestierenden bedeckten ihre Gesichter mit pinkfarbenen Balaklavas und stürmten dann auf den Pavillon zu. Die italienische Polizei versperrte den Eingang.

Russland nimmt erstmals seit dem Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 an der Biennale teil. Wegen der Beteiligung strich die EU Finanzmittel für die Kunstmesse im Umfang von zwei Millionen Euro. Der Veranstalter hat die Zulassung Russlands mit dem Argument verteidigt, jedes Land, das Beziehungen zu Italien habe, dürfe teilnehmen. Die italienische Regierung hat die Entscheidung für Russland abgelehnt. Die Biennale-Jury trat in der vergangenen Woche aus Protest gegen die Teilnahme Russlands und auch Israels zurück. Die diesjährige Ausgabe der Biennale beginnt offiziell am 9. Mai.

Jüdisches Filmfestival Berlin Brandenburg

Das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg befasst sich mit zentralen Fragen jüdischer Identität im aktuellen Kontext. Die 32. Ausgabe des Jüdischen Filmfestivals Berlin-Brandenburg findet vom 5. bis 10. Mai 2026 statt. Die fast 60 Filme im Programm zeigen jüdische Identitäten und Geschichten aus aller Welt: Komisch, tragisch, bewegend, auch überraschend. Wir schauen uns die Doku "A Jewish Problem" von Ron Rothschild und den Spielfilm "Where to?" von Assaf Machnes genauer an und sprechen mit den Regisseuren.

"Beastie Boys"-Gründer Mike D und die Ausstellung "Mishpocha"

Die Ausstellung "Mishpocha. The Art of Collaboration" von US-HipHop-Pionier Mike D im Jüdischen Museum in Frankfurt blickt auf unterschiedliche jüdische sowie nicht-jüdische Perspektiven dazu, was Familie sein kann. Über all dem steht die Frage, wie in Zeiten zunehmender sozialer Spannungen und ideologischer Polarisierung wieder mehr Zusammenhalt gelingt. Ein Teil der Antwort liegt für Mike D in der Musik.

Briefe aus der NS-Vergangenheit

Mehr als 50 Abschiedsbriefe von Inhaftierten in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim während der NS-Zeit lagerten Jahrzehntelang in den bayerischen Archiven. Dank der Recherchen von Mitarbeitern und Freiwilligen des Dokumentationszentrums Arolsen Archives wurden die Briefe jetzt an die Nachfahren übermittelt.

Theatertreffen: 3sat-Preisträgerin Katharina Bach

Die Schauspielerin Katharina Bach erhält beim Theatertreffen 2026 den 3sat-Preis für ihre Darstellung in der Inszenierung "Wallenstein. Ein Schlachtfest in sieben Gängen" an den Münchner Kammerspielen. Ein Porträt.

Nachhaltige Architektur: Neues Gebäude des Goethe-Instituts in Dakar eröffnet

In der senegalesischen Hauptstadt Dakar hat gerade ein neues Goethe-Institut seine Eröffnung gefeiert. Das Besondere dabei: Es wurde hauptsächlich aus Erde gebaut. Der Entwurf stammt vom burkinisch-deutschen Architekten Francis Kéré, der mit seinen Ansätzen des partizipativen Bauens mit lokalen Materialien international gefeiert wird. 2022 erhielt er als erster Afrikaner überhaupt den Pritzker-Preis, sozusagen den Oscar der Architektur. Das neue Goethe-Institut im Senegal ist nun ein weiteres Ausrufezeichen einer aufstrebenden Gruppe von westafrikanischen Architekten, die sich in Zeiten des Klimawandels dem Baustoff Erde verschrieben haben. Damit erregen sie auch Aufsehen im globalen Norden, denn die die Bau-Industrie ist durch den Einsatz von Beton einer der größten CO2-Erzeuger des Planeten. Nachhaltige Lösungen sind also dringend gefragt - und Bauen mit Erde könnte eine Lösung sein.

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