Eine Frau im Anebdkleid und ein Mann in Smoking halten goldene Preise in Form einer Männerstatue in den Händen und lachen.

Kultur

Stars, Glamour, wenig Politik - Oscars 2026

Die Themen der Sendung vom 16.03.2026: Oscar-Verleihung - Gespräch mit Christian Konrad in L.A., Philipp Felsch zum Tod von Jürgen Habermas, Deutscher Kleinkunstpreis an Gardi Hutter, Yayoi Kusama.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2026
Datum:
Sendetermin
16.03.2026
19:22 - 20:00 Uhr

Die Themen der Sendung:

Oscarverleihung 2026 - Gespräch mit Christian Konrad

Der Politthriller "One Battle After Another" ist bei den Oscars 2026 als bester Film ausgezeichnet worden. Die US-amerikanische Saga über politischen Widerstand setzte sich bei der Preisverleihung unter anderem gegen das Südstaaten-Vampirdrama "Blood & Sinners" durch, das mit einer Rekordzahl von 16 Nominierungen ins Rennen gegangen war. Der Film wurde vier Mal ausgezeichnet - unter anderem mit Michael B. Jordan als bester Hauptdarsteller.

Der Preis für die beste Hauptdarstellerin ging an die irische Schauspielerin Jessie Buckley. Sie gewann den Oscar für ihre Rolle in der von Kritikern viel gelobten Tragödie "Hamnet". Ein deutscher Film hatte es diesmal nicht in die Endauswahl um die Academy Awards geschafft. Dafür wurden zwei deutsche Ko-Produktionen ausgezeichnet. Den Oscar für den besten internationalen Film erhielt das Familiendrama "Sentimental Value" des dänisch-norwegischen Regisseurs Joachim Trier. In der Kategorie bester Dokumentarfilm gewann mit "Mr. Nobody Against Putin" ebenfalls eine deutsche Ko-Produktion. Der von ZDF und Arte mit produzierte Film von US-Regisseur David Borenstein handelt von einem russischen Lehrer, der sich nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine im Februar 2022 der Indoktrinierung widersetzt.

Zum Tod von Jürgen Habermas - Gespräch mit Philipp Felsch

Er war der bekannteste deutsche Philosoph der Gegenwart und prägte die Debatten der alten Bundesrepublik. Nun ist Jürgen Habermas im Alter von 96 Jahren in Starnberg gestorben.

Geboren wurde Habermas 1929 in Düsseldorf. Er studierte Philosophie, Geschichte, Psychologie, Deutsche Literatur und Ökonomie in Göttingen, Zürich und Bonn. Dort erlangte er 1954 die Doktorwürde. Auf Einladung von Theodor Adorno begann er in den 1950er Jahren als Assistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main. Habermas war einer der bekanntesten Vertreter der Kritischen Theorie der Gesellschaft, die aus der "Frankfurter Schule" hervorgegangen war.

Als Professor für Philosophie beziehungsweise Soziologie lehrte Habermas in den 1960er und 1970er Jahren erst in Heidelberg und dann in Frankfurt am Main. Als Wissenschaftler wurde er im Zuge der Studentenbewegung einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Von 1971 bis 1983 war er Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg. 1983 kehrte er wieder als Philosophieprofessor an die Frankfurter Universität zurück. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt Habermas 2001 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Jury würdigte, er habe vor allem in den 1970er Jahren "innovative Diskussionen" in den Sozialwissenschaften gefördert.

Habermas äußerte sich nicht nur zu gesellschaftlichen Fragen wie 2017 mit seiner Ablehnung einer Leitkultur oder 2022 zum Ukraine-Krieg, sondern auch zu religiösen Themen. Der Bischofskonferenz-Vorsitzende Wilmer sagte, unvergessen sei Habermas' Dialog mit Kardinal Joseph Ratzinger 2004, "der gezeigt hat, dass die Theologie nicht ohne die Philosophie und die Philosophie nicht ohne die Theologie bestehen kann". Wir sprechen mit dem Kulturwissenschaftler und Biografen Philipp Felsch.

Clownin Gardi Hutter erhält Deutschen Kleinkunstpreis

Gardi Hutter wird für ihr lebenslanges Schaffen mit dem Ehrenpreis des Deutschen Kleinkunstpreises geehrt und präsentiert mit "Gardi Zero" den Abschied von ihrer Kultfigur "Hanna". Mit 73 Jahren denkt die Schweizer Clownin nicht ans Aufhören.

Mehr als Punkte und Kürbisse: Yayoi Kusama in Köln

Punkte, knallige Farben, griffige Formen: Die Kunst von Yayoi Kusama ist Insta-tauglicher Selfie-Hintergrund. Doch so gefällig wie es scheint, sind die Arbeiten der 96-jährigen Japanerin nicht. Sie verarbeitet darin ihre großen Ängste und Halluzinationen, die bereits in der Kindheit einsetzten. Die Kölner Schau gibt mit mehr als 300 Werken einen Überblick über ihr gesamtes Schaffen, beginnend mit einer ersten Zeichnung von 1934.

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