Kultur
Navid Kermani über seine Reise in den Sudan
Die Themen der "Kulturzeit" vom 16.04.2026: Navid Kermani im Gespräch über den Sudan, Frauen in Spitzenpositionen, Theater "Toxische Männer", Klavierstar Sofiane Pamart, die 1980er auf der Schallaburg.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 17.04.2026
- 06:20 - 07:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Sudan: Navid Kermani im Gespräch über seine Reportage aus Flüchtlingslagern
Seit 2023 wütet im Sudan ein grausamer Bürgerkrieg. Auf der Sudan-Konferenz in Berlin erhöhen nun Spitzenvertreter der UN, Europas, Afrikas und der USA den Druck auf die Konfliktparteien. "Dieser Albtraum muss enden", forderte UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Den Albtraum aus nächster Nähe hat der Schriftsteller Navid Kermani erlebt. Er hat für die "Süddeutsche Zeitung" eine Reportage-Reise in den Sudan unternommen. Besucht hat er auch das Flüchtlingslager Al-Afad. Die Opfer des Krieges haben ihm erschütternde Details über Kriegsgräuel berichtet. Selbst er, der viel Kriegserfahrung habe, hätte diese "in dieser Dichte, in dieser Grausamkeit" noch nie gehört. Bereits von 2022 bis 2024 hat Kermani Ostafrika bereist, enstanden ist daraus sein Buch "In die andere Richtung jetzt". Wir sprechen mit dem Autor über seine Erfahrungen und die Lage im Sudan. Gemeinsam mit sein
Frauen in Spitzenpositionen
Die Salzburger Festspiele sind nach Konflikten zwischen Intendant Markus Hinterhäuser und dem Kuratorium in eine Krise geraten. Nach der Auflösung des Vertrags von Markus Hinterhäuser übernahm Karin Bergmann als erste Frau die Leitung. In Theater-Spitzenpositionen sind Frauen immer noch unterrepräsentiert. Die ehemalige Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, die designierte Josefstadt-Direktorin Marie Rötzer und die Grazer Schauspielhaus-Chefin Andrea Vilter sprechen über ihre Erfahrungen und Herausforderungen als Frauen in Spitzenpositionen.
"Toxische Männer": Uraufführung des neuen Stücks von Konstantin Küspert in Münster
Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen! Dies hat die Künstliche Intelligenz KIM festgestellt, die in der Zukunft die Welt regiert. Deshalb trennt sie die Bevölkerung auf, Männer und Frauen leben fortan getrennt voneinander. Kinder werden durch künstliche Befruchtung gezeugt, alle haben einen Job, Geld existiert nicht mehr, die Menschen sind healthy und happy. Bis sich Widerstand regt: Eine Frau und ein Mann schaffen eine geheime Verbindung über den Atlantik und schmieden einen Plan, um KIM abzuschalten. Mit "Toxische Männer" hat der vielfach ausgezeichnete Dramatiker Konstantin Küspert eine Science-Fiction-Komödie geschrieben, die nach der Rolle von Technologie in totalitären Machtstrukturen fragt und Freiheit gegen vermeintliche Sicherheit abwägt. Regisseurin Cilli Drexel inszeniert die Uraufführung für das Theater Münster.
Klavierstar Sofiane Pamart in Berlin
Sofiane Pamart füllt in Frankreich Stadien, ist mit 600 Millionen Abrufen einer der meistgestreamten Pianisten der Welt. Er ist klassisch ausgebildet, arbeitet aber immer wieder mit Rappern zusammen und bricht Genregrenzen auf. Kurz vor der Veröffentlichung seines vierten Albums besucht er Berlin, eine Stadt, die ihn, wie er sagt, zum Klingen bringt und die absolute Ernsthaftigkeit mit totaler Freiheit paart.
Exzess und Eskalation: Die 1980er Jahre auf der Schallaburg
Die 1980er waren ein Jahrzehnt voller Exzesse, Aufbruch und Technikoptimismus. Trotz Kaltem Krieg und Katastrophen erinnern sich viele an diese Zeit als "gute alte Jahre". Auch jüngere Generationen entdecken sie über Musik und Mode neu. Die Ausstellung "Grenzen waren gestern" auf der Schallaburg in Niederösterreich sowie diverse Events in Szene-Clubs lassen den besonderen Geist dieser prägenden Dekade wieder aufleben.