Kultur
Klimaschutz: Politiker unterschätzen Zuspruch
Die Themen der "Kulturzeit" vom 29.06.2026: Klimaschutz - Gespräch mit Timur Sevincer, Holzbau in Bayern, Film "Henry Fonda for President", weniger Kultur-Budget in Österreich, Theater der Welt.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 27.09.2026
Die Themen der Sendung:
Studie: Politiker unterschätzen die Unterstützung der Bevölkerung für Klimaschutz - Gespräch mit Timur Sevincer
Die Bevölkerung in Deutschland steht Klimaschutzmaßnahmen deutlich positiver gegenüber als viele politische Entscheidungsträger glauben. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum und der Leuphana Universität Lüneburg. "Viele politische Entscheidungsträger scheinen zu glauben, dass die Bevölkerung deutlich skeptischer gegenüber Klimaschutz ist, als sie tatsächlich ist", sagt Privatdozent Timur Sevincer von der Leuphana Universität Lüneburg. "Unsere Daten legen nahe, dass politische Entscheidungsträger die gesellschaftliche Unterstützung für wirksame Klimapolitik teilweise erheblich unterschätzen." Laut Studie schätzten Politiker, dass nur rund 18 Prozent der Bevölkerung bereit wären, monatlich ein Prozent ihres Einkommens für wirksameren Klimaschutz beizutragen. Tatsächlich lag dieser Anteil bei rund 48 Prozent. Wir sprechen mit Timur Sevincer.
Architektur des Holzes
Vor fünf Jahren benannte Markus Söder Bayerns Holzbauförderung als wichtige Säule für den Klimaschutz – jetzt läuft das bayerische Holzbauförderprogramm einfach aus. Dabei wäre es gerade jetzt so wichtig. Denn: Holzbauten sind nicht nur eine sinnliche und ästhetische Notwendigkeit, sondern vor allem: eine kluge und nachhaltige Entscheidung.
Film "Henry Fonda für President"
Was, wenn man die USA einmal nicht über seine Präsidenten betrachtet, sondern über seine Filme? In "Henry Fonda for President" macht der österreichische Regisseur Alexander Horwath Henry Fonda zu einer Art Brennglas. In seinem Gesicht, seiner Stimme und seinen Rollen zeigen sich die großen Versprechen der USA: Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie - und zugleich ihre Schattenseiten: Gewalt, Ausbeutung und Macht. Horwath legt Kommentar, Filmfiguren und historische Bilder übereinander. So entsteht der Blick auf ein Land, das bis heute mit seinen eigenen Idealen ringt.
Österreichs Kultur-Budget schrumpft
Die österreichische Bundesregierung hat ihr zweites Spar-Paket auf den Weg gebracht. Das Doppel-Budget 2027/2028 bringt Einsparungen von fünf Milliarden Euro über beide Jahre hinweg und soll Österreich aus dem Defizit herausführen. Im Kultur-Ressort sollen 3,3 Prozent, insgesamt 21,1 Millionen Euro eingespart werden. Was nach kleiner Kürzung klingt, trifft manche Bereiche dennoch hart: allen voran die ohnehin gering subventionierte freie Szene. Bei den freien Förderungen sollen mehr als 2 Millionen Euro eingespart werden. Wo genau ist noch unklar. Das sorgt für Unsicherheit.
Theater der Welt in Chemnitz
Nur einmal alle drei Jahre präsentieren sich Ensembles aus allen Kontinenten (außer Antarktis) auf so engem Raum: 2026 gastiert das Event "Theater der Welt" nach 30 Jahren erstmals wieder in Sachsen. In Chemnitz, das den Schwung der Kulturhauptstadt 2025 mitnehmen will und vom 18. Juni bis 5. Juli einen Rahmen bietet für ein unfassbar buntes, lautes, kreatives Festival aus Farben, Tönen, Performances und Mitmach-Events. Das Festival findet auf allen fünf Bühnen der Stadt und unter freiem Himmel statt. 33 Produktionen sind geplant, mit Künstlern aus Südafrika, Indien, Kanada, Kolumbien, Portugal, Brasilien, Ägypten, Iran, Tschechien, Russland, Norwegen, China, Taiwan, Argentinien, Chile, Indonesien, Senegal, Griechenland … und Palästina. Sie inszenieren Pop-Opern, Workouts nach der Musik von Johann Strauß, begehbare Welten aus Papier, die das Publikum während des Stückes selbst erschafft, oder bringen Stimmen indigener Gemeinschaften zum Klingen, die ihre Betroffenheit von Ausbeutung und Kolonialismus auf die Bühne bringen. Bei all dem sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt - bis hin zum Einsatz von immersiven Elementen oder VR-Brillen.