Kultur
Kampf gegen sexualisierte Deepfakes
Die Themen der "Kulturzeit" vom 24.03.2026: Deep Fakes und sexualisierte Gewalt - Gespräch mit Luisa Neubauer, Buch "Dissident", MeToo im Barock, Oper "Die Italienerin in Algier", Peter Sempel.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 25.03.2026
- 06:20 - 07:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Deepfakes und sexualistere digitale Gewalt - Gespräch mit Luisa Neubauer
Die Klimaaktivistin und Publizistin Luisa Neubauer war gerade bei der großen Demo gegen sexualisierte digitale Gewalt in Berlin. Tausende Menschen haben dort Solidarität mit der Schauspielerin Collien Fernandez gezeigt. Sie wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, Pornodeepfakes von ihr im Netz verbreitet zu haben. Gemeint sind damit KI-generierte und manipulierte Bilder oder Videos von realen Personen, die so authentisch wirken, dass die Fälschung kaum zu erkennen ist. Mehr als 90 Prozent der Deepfake-Videos im Internet sollen Sexfilme sein - von Menschen, meistens Frauen, die gar nichts davon wissen. Collien Fernandes weiß schon länger davon davon und wehrt sich, jetzt umso mehr. Wir sprechen Luisa Neubauer über digitale Gewalt.
MeToo im Barock: Peter Paul Rubens
Was kann ein alter Schinken aus dem Barock uns erzählen? Über uns. Über das Jetzt. Über die Gier und die Scham, Männer und Frauen. Über die MeToo-Debatte gar? Wir haben bei Peter Paul Rubens einmal ganz genau hingesehen.
"Dissident“ von Michal Hvorecky
Der slowakische Autor und Publizist Michal Hvorecky zählt zu den bekanntesten Kritikern der aktuellen politischen Verhältnisse in seiner Heimat. Unter dem links-nationalistischen Ministerpräsidenten Robert Fico zählt Hvorecky zu den kritischen und engagierten Intellektuellen: So erstattete die slowakische Kulturministerin Martina Šimkovičová Anzeige gegen ihn - er hatte sie als 'Neofaschistin' bezeichnet. Der Haftstrafe entging er, das Verfahren ging zu Hvoreckys Gunsten aus. Jetzt ist sein Essayband "Dissident" erschienen. Wir haben hat den Autor in Bratislava besucht.
Harte Kämpfer und zarte Klänge: Oper “Die Italienerin in Algier” in Berlin
Was haben Oper und Wrestling gemeinsam? Wrestling, eine martialisch aussehende Kampfsportart. Oper, die musikalisch-theatralische Königsdisziplin der klassischen Musik. Diese Frage wird gerade an der Deutschen Oper beantwortet. In einer furiosen Inszenierung der Oper “Die Italienerin in Algier” von Gioachino Rossini. Ausgedacht hat sich das Klassik-Weltstar Ronaldo Villazon aus Mexiko und ein Wrestling-Weltstar aus Berlin-Neukölln.
Zum Tod des Filmregisseurs Peter Sempel
Als Regisseur von - von ihm selbst so genannten - "dokumentarischen Musikpsychofilmen" war Peter Sempel einem eingeweihten Publikum bekannt und bei vielen Musikern beliebt. Er drehte experimentelle Dokumentationen über Nina Hagen, Nick Cave, Lemmy Kilmister oder Dieter Meier von Yello. Immer kamen die Musiker zum ihm, um porträtiert zu werden. Nur einen fragte Sempel laut "taz-Interview" selbst: Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten. Sempel interessierte nicht die Prominenz seiner Protagonisten, er wollte etwas über das Unbekannte erfahren, was er nicht verstand, wie beispielsweise in seinen Dokus über den japanischen Butoh-Tänzer Kazuo Ohno oder den Künstler Jonathan Meese. Mit den Künstlern und ihren Themen setzte sich der Regisseur oft jahrelang auseinander. 2025 vollendete er den Film "Artistas" über 42 Künstlerinnen - eine "experimimentelle Kunstcollage". Nun ist der Hamburger Independent-Filmer mit 71 Jahren gestorben.