Kultur

Jungs als Bildungsverlierer

Die Themen der "Kulturzeit" vom 18.08.2026: Schulversagen und Männlichkeit, "Wo Zeit stehen bleibt" - Gespräch mit Sinthujan Varatharajah, Hitze und Kultur, Shirana Shahbazi, Noga Erez.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2026
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 18.11.2026

Die Themen der Sendung:

Zwischen toxischer Männlichkeit und Schulversagen - Jungs als Bildungsverlierer

Die Forschungen bestätigen erwartete Erkenntnisse: zum Abitur schaffen es vor allem Nachkommen aus einkommensstarken Familien. Migrantenkinder haben es viel schwerer. Wer wenig Geld hat, hat auch wenig Chancen. Doch eine Überraschung hält die jüngste Untersuchung des IFO-Instituts parat: Jungs haben viel schlechtere Chancen als Mädchen. Woran aber liegt es, dass Jungs die Schulverlierer sind? Und zwar durch alle sozialen Schichten. Der aktuelle Chancenmonitor zeigt große Bildungsunterschiede. Brauchen wir zum Beispiel eine Männerquote für Kitas und Grundschulen? Für Bildungsministerin Karin Prien wäre das wohl ein Schritt in die richtige Richtung. Ob das ausreicht, ist aber fraglich. Mangelnder Bildungsstand bei Männern führt fast automatisch auch zu gesteigerter Radikalisierung und Gewaltbereitschaft. Als Beispiel können die USA dienen. Warum kommen Jungs so schlecht zurecht? Und: welche Schulen wollen wir?

"Wo Zeit stehen bleibt" - Gespräch mit Sinthujan Varatharajah

Als Auszeit von der Welt. Als Freiheit auf Zeit. So verkauft der Tourismus Sehnsuchtsorte. Sinthujan Varatharajah schaut dorthin, wo dieses schöne Bild Risse bekommt und fragt: Wer darf reisen? Wer muss bleiben? Wer bedient? Und wer zahlt am Ende den Preis? Varatharajah ist eelam-tamilische*r Essayist*in und politische*r Geograf*in. Geboren in einem deutschen Geflüchtetenlager. Seine/ihre Eltern sind nach ihrer Flucht aus Sri Lanka unfreiwillig zu Reisenden geworden - auf der Suche nach einer Zukunft. In seinem/ihrem Buch "Wo Zeit stehen bleibt" geht es um das Reisen, um den "Tourismus und seine Gewalt", teils persönlich essayistisch, teils mit vielen historischen Fakten über die Kolonialisierung als Ursprung für Reiseboom und Fernweh.

Idyllische Bilder von Tempeln, Reisterrassen und tropischen Stränden verdrängen die Erinnerung an Massaker und koloniale Unterwerfung. Aus dem Tatort wird ein Sehnsuchtsort. Verantwortlich dafür sind nicht allein die Reisenden. Für Varatharajah liegt das Problem auch in einer politischen und wirtschaftlichen Ordnung, geprägt von Pässen, Grenzen und Geld. Varatharajah hinterfragt das Konzept des Reisens grundlegend: Was ist das für ein Leben, aus dem man dauernd ausbrechen will? Und wie müsste eine Welt aussehen, in der Freiheit nicht mehr verwechselt wird mit Konsum und dem Sammeln von Orten. Wir sprechen mit Sinthujan Varatharajah.

Hitze und Kultur

Der Louvre in Paris musste wegen der Hitze früher schließen. Auch das British Museum machte die Schotten für einzelne Ausstellungsbereiche zeitweise komplett dicht. Erfurt dagegen überraschte kürzlich mit freiem Eintritt in alle städtischen Museen. Ab einer Temperatur von 30 Grad konnten sich die Menschen kostenlos in den klimatisierten Räumen abkühlen. Erfurt ist ein Beispiel dafür, wie Museen mit den immer häufiger werdenden Hitzeperioden umgehen. Auch andere Kultureinrichtungen müssen sich dem Klima anpassen, nicht nur zum Wohle der Besucher, sondern auch zum Schutz der Ausstellungsobjekte. Ideen dafür gibt es viele, eine Broschüre der "Kulturstiftung des Bundes" hat sie vor kurzem vorgestellt. Zur Umsetzung allerdings fehlt es oft an den finanziellen Mitteln. Zu Wort kommen der Kulturdirektor der Stadt Erfurt, Christian Horn, und die Direktorin des Deutschen Hygienemuseums in Dresden, Lisa Klamka.

Shirana Shahbazi in Luzern

Wer in Shirana Shahbazis Bildwelt eintaucht, ist schnell tief drin. Die Fotografie ist das Fundament ihrer Arbeit, die Kunst, die daraus entsteht ist fließend, ohne klare Grenzen. "Eigentlich interessieren mich diese Zwischenräume, die entstehen als Denkräume", sagt sie. "Weil wir es auch gewohnt sind, dass man Fotografie auf einen Schlag sieht und versteht. Ich habe es ganz gerne, wenn man dort wie so eine andere Tiefe öffnen kann – von Reflexion." Zwei Mal hinschauen lohnt sich auf jeden Fall. Ihre Werke sind jetzt in Luzern zu sehen, im Wechselspiel mit Arbeiten des Künstlers Li Tavor.

Doku über israelische Sängerin Noga Erez

Noga Erez gilt als israelischer Indie-Pop-Shooting- Star. Zu ihren Fans zählen Billie Eilish und Robbie Williams. Sie steht kurz vor dem Durchbruch - doch dann bricht 2023 der Krieg im Nahen Osten aus und Nogas Welt steht plötzlich auf dem Kopf: Sie gerät zwischen alle Fronten, wird in Israel wegen ihrer Regierungskritik angefeindet, international wegen ihrer israelischen Herkunft boykottiert. Wie lebt man in diesem Spannungsfeld? Die beiden Wiener Filmemacher Benji und Jono Bergmann haben Noga Erez fünf Jahre lang begleitet und ein intimes Porträt der Musikerin geschaffen. Beim Filmfest in München konnten wir die Regisseure und Noga Erez und deren Mann zum Gespräch treffen. Die Doku "Noga" läuft bereits in den deutschen und startet am 21. August 2026 in den österreichischen Kinos. Und Noga Erez live kann man beim diesjährigen Frequency Festival hören, das vom 20. bis 22. August im Green Park von St. Pölten stattfindet.

Meine Merkliste

Alle Inhalte auf Ihrer Merkliste sind noch mindestens 3 Tage verfügbar.

Sie haben derzeit keine Videos in Ihrer Merkliste

Sie können ein Video der Merkliste hinzufügen, indem Sie das "+" am Teaser oder Beitrag anwählen.

Live

Statische Headline

1h 7min

3sat Logo

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutz-Einstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktivert, welcher dies verhindert. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der 3sat Mediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

3sat Logo

Offensichtlich ist in deinem Browser das Plugin "I don't care about Cookies" aktiviert. Eigentlich würden wir dir an dieser Stelle gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Dies wird durch das Plugin verhindert. Falls du die Webseite sehen und nutzen möchtest, prüfe, ob das Plugin in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.