Kultur
Zum Tod des TV-Erneuerers Alexander Kluge
DIe Themen der Kulturzeit vom 26.03.2026: Alexander Kluge gestorben - Gespräch mit Joseph Vogl, Jill Lepores "We The People", "Hirschfeld", Polyton-Preis.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 26.06.2026
Die Themen der Sendung:
Zum Tod Alexander Kluges - Gespräch mit Joseph Vogl
Er galt als einer der Erneuerer des deutschen Films, als hervorragender, exakt beobachtender Erzähler. Durch seine Filme, Bücher und TV-Formate hat Alexander Kluge die deutsche Kulturlandschaft bereichert und geprägt. Nun ist der Filmemacher, Fernsehproduzent und Schriftsteller im Alter von 94 Jahren gestorben. Kluge kam 1932 in Halberstadt zur Welt. Er studierte Jura, arbeitete als Autor, Filme- und Ausstellungsmacher und produzierte seit den späten 1980er Jahren mit seiner Firma dctp Programme für das deutsche Privatfernsehen. In einem Interview mit dem Evangelischen Pressedienst betonte Kluge jedoch 2019, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland ein hohes Gut sei. Man dürfe "nicht unterschätzen, was ein intaktes öffentlich-rechtliches System vermag." Der öffentlich-rechtliche Rundfunk dürfe nicht "die Erfolge des privaten Fernsehens" nachahmen, mahnte Kluge.
Als Autor machte er sich vor allem durch Kurzgeschichten einen Namen, außerdem verfasste er wissenschaftliche und philosophische Arbeiten. Bereits 1964 hatte er mit dem Stalingrad-Buch "Schlachtbeschreibung" für Aufsehen gesorgt. In den 1980er Jahren trat die Literatur etwas zurück - um dann mit der "Chronik der Gefühle" (2000) wieder an erster Stelle zu stehen. Wenn Kluge sagte: "Mein Hauptwerk sind meine Bücher", meinte er damit seine literarischen Arbeiten. Für sein Werk erhielt er unter anderem den Georg-Büchner-Preis, den Theodor-W.-Adorno-Preis, den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf und 2019 den Klopstock-Preis der Stadt Halberstadt.
Alexander Kluge macht Filme mit künstlicher Intelligenz
Für Alexander Kluge, Film- und TV-Avantgardist, wurde das Filmemachen mit über 90 Jahren zunehmend schwierig. Alexander Kluge wehrte sich und schrieb ein Buch über künstliche Intelligenz. "Der Konjunktiv der Bilder“ ist nicht allein eine ebenso sachkundige wie erkenntnisreiche Lektüre, sondern auch angefüllt mit unerwarteten Bildern, alle von Kluge selbst mit KI erzeugt. Am Schreibtisch hat Kluge sogar Filme inszeniert, deren Bilderreichtum sich mit denen neuerer Hollywoodfilme messen können – Zugang zu denen hat man mithilfe von Quellcodes im Buch. Kluge erkennt zwar: Es gibt jetzt kein Zurück mehr, aber er hat gleichzeig keine Angst vor KI – er sagt: "Man muss die Vorzüge dieser Technik jetzt rechtzeitig nutzen, solange das Gerät noch irrtumsfähig bleibt."
Dokumentarfilm "Hirschfeld" in den Schweizer Kinos
Er habe dazu beigetragen, "das Image einer Provinzbühne des Zürcher Schauspielhauses zu einem der bedeutendsten deutschsprachigen Theater im Ausland zu verbessern". So schrieb es die Stadtregierung von Zürich im Jahr 2003, als sie ein kurzes Weglein durch ein umgenutztes Industrie-Areal hinter dem Zürcher Quartierbahnhof Oerlikon nach Kurt Hirschfeld benannte: Nach dem deutschen Dramaturgen und Regisseur, der seine Heimat 1933 verlassen musste, nach Zürich gelangte und das dortige Stadttheater zu einem Zufluchtsort für vertriebene Kunstschaffende machte, zu einer Widerstandsbühne gegen den Faschismus. Der 208 Meter lange Kurt-Hirschfeld-Weg – eine bescheidene offizielle Würdigung. Dennoch ist Kurt Hirschfeld bis heute eigentlich ein "unbekannter Bekannter". So betiteln ihn Stina Werenfels und Samir. Sie würdigen den geflüchteten jüdischen Theaterschaffenden in einem Dokumentarfilm, der ab heute in der Schweiz im Kino läuft.
Polyton-Musikpreis 2026
Als Antwort auf den gescheiterten Echo-Preis ehrt mit dem Polyton-Preis die Akademie für Populäre Musik, deren Gründungsmitglieder unter anderem Herbert Grönemeyer, Shirin David und Roland Kaiser sind, ihre Kolleg*innen nun zum dritten Mal auch nach Kategorien, die mit reinen Verkaufszahlen nichts zu tun haben: Writing, Performing, Producing und Playing. Begleitet wird der Preis von einer zweitägigen Konferenz, die Probleme und Chancen der Musikproduktion in den Blick nimmt. Wir waren bei Konferenz und Preisverleihung dabei.