Kultur
Der Fall Jason Arday
Die Themen der "Kulturzeit" vom 20.08.2026: Jason Arday, Fritz Breithaupt über Erfahrungen, Stephan Anpalagans "Für den Frieden", Heinz Strunks Roman "Memories of Heidelberg", Mine in der Hängematte.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 20.08.2027
Die Themen der Sendung:
Der Fall Jason Arday
Als jüngster schwarzer Professor der britischen Elite-Universität Cambridge hatte Jason Arday vor drei Jahren Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nachdem zahlreiche Medien über Plagiatsvorwürfe und Zweifel an seinen Angaben zu seinem Lebenslauf berichtet hatten, war der 41-Jährige am 5. August von seinem Posten als Professor für Bildungssoziologie zurückgetreten. Er habe "die Grenze dessen erreicht, was irgendeinem Menschen vernünftigerweise zugemutet werden sollte", erklärte Arday. Am 14. August wurde er schließlich tot in Battersea im Süden Londons aufgefunden. Die Polizei stufte seinen Tod vorerst nicht als verdächtig ein. Sie vermutet einen Suizid oder einen natürlichen Tod. Ardays Familie bestätigte seinen Tod und sprach von einer "Mobbing-Kampagne" voller Gerüchte über die akademische Arbeit und das Privatleben des Soziologen. Die Vorwürfe gegen Arday wurden insbesondere von dem US-Forscher Nathan Cofnas aufgebracht, der die Cambridge-Universität 2024 wegen Rassismus-Vorwürfen verlassen musste. Cofnas' Vorwürfe wurden von rechtsgerichteten Zeitungen und Kommentatoren aufgegriffen, die Arday als "Aushängeschild" für Gleichstellungs- und Inklusionsprogramme bezeichneten. Am 17. August versammelten sich in London tausende Menschen zu einer Gedenkveranstaltung. Cambridge-Rektor Chris Smith verurteilte in einer Rede einen "rassistischen Wahn" im Zusammenhang mit Plagiatsvorwürfen. Gleichzeitig müssten Plagiatsvorwürfe gegen jeden Wissenschaftler gründlich untersucht werden, sagte Kanzler Lord Chris Smith of Finsbury der BBC.
Stephan Anpalagan über die Wehrdienstfrage
Krieg im Nahen Osten, Krieg in der Ukraine, Drohnen über deutschen Flughäfen, und ein Bundeskanzler, der junge Menschen fragt, ob sie bereit wären, dieses Land zu verteidigen. Der evangelische Theologe Stephan Anpalagan will diese Frage nicht mehr abstrakt beantworten, sondern über sich selbst. "Man kann nicht durchweg pazifistisch sein, wenn man noch Solidarität verspürt gegenüber überfallenen Menschen, Menschen, die ermordet werden, die getötet werden", sagt er. Der 42-Jährige ist der Sohn zweier tamilischer Kriegsflüchtlinge, aufgewachsen in Wuppertal. Als junger Mann hat er den Kriegsdienst verweigert. Jetzt hat er ein Buch geschrieben, das seine damalige Entscheidung widerruft: "Für den Frieden".
Heinz Strunks neuer Roman "Memories of Heidelberg"
"Memories of Heidelberg sind memories vom Glück…" Nun ja, vielleicht nicht unbedingt für Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg. Sie wollen sich einen Kurzurlaub in der Kurpfalz gönnen im luxuriösen Boutique-Hotel. Vielleicht vertreibt das ja auch den seelischen Smog über dem Eheleben, den Heinz Strunk in seinem neuen Roman schonungslos seziert. Scheinbare Banalitäten des Alltags wachsen sich bei ihm aus zu skurrilen Dramen des Alltags vor romantischer Kulisse, Katastrophe inclusive – und das alles zum Schlager-Oldie "Memories of Heidelberg" in Dauerschleife. Warum gerade Heidelberg? Was hat Heinz Strunk in die beschauliche Stadt am Neckar verschlagen? Das fragen wir ihn bei einem Treffen in Heidelberg.
In der Hängematte mit Künstler*innen und Kunstschaffenden
Kleine, charmante und entspannte Begegnung in ungewohnter Lage: Eine Portion Freestyle mit oft überraschenden Erkenntnissen - es geht ums Nachdenken, Philosophieren über unsere Zeit, unruhige Zeiten, darum was bewegt, beschäftigt, umtreibt, auch ob wir uns vielleicht selbst im Wege stehen, viel zu verkrampft sind, ob wir Abhängen oder Durchhängen und ob uns die Entspanntheit bei alldem vielleicht fehlt?