Kultur
Rüstungsindustrie: Arbeiten für den Krieg?
Die Themen der "Kulturzeit" vom 27.04.2026: Rüstungsindustrie - Gespräch mit Ulrike Franke, Robert Seethaler "Die Straße", Radikal jung Festival, Philip Sharkeys Buch "Passport Photo Service".
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 27.04.2027
Die Themen der Sendung:
Rüstungsindustrie boomt - Arbeiten für den Krieg? Gespräch mit Ulrike Franke
Deutschlands Wirtschaft schwächelt. Die Autoindustrie baut ab, ganze Regionen suchen nach neuen Perspektiven. Gleichzeitig erlebt ein Sektor einen historischen Aufschwung: die Rüstungsindustrie. Milliarden fließen, Werke werden umgerüstet, Zehntausende Stellen entstehen. Wird ausgerechnet der Krieg zum Konjunkturprogramm? In Unterlüß in der Lüneburger Heide läuft die neue Munitionsfabrik von Rheinmetall im Probebetrieb. 400 Millionen Euro Investition, 500 neue Jobs, 100.000 Artilleriegranaten pro Jahr – perspektivisch 300.000. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne spricht von einem "mustergültigen Standort". Rheinmetall-Chef Armin Papperger nennt sein Unternehmen eine "Jobmaschine". Viele der neuen Mitarbeiter kommen aus der kriselnden Autoindustrie. Während andernorts Stellen gestrichen werden, wächst hier eine Branche mit zweistelligen Zuwachsraten. Laut Recherchen großer Tageszeitungen sind bei den sechs größten deutschen Rüstungsunternehmen seit 2021 mehr als 30.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Studien von EY und Dekabank sprechen von bis zu 200.000 zusätzlichen Jobs, wenn die Verteidigungsausgaben weiter steigen. In politischen Debatten wird offen von einem neuen "Wachstumsmotor" gesprochen. Wird das, was jahrzehntelang als moralisch problematisch galt, nun zur ökonomischen Rettung erklärt? Wir sprechen mit Ulrike Franke, Politikwissenschaftlerin am European Council on Foreign Relations.
Robert Seethalers neuer Roman "Die Straße"
Der österreichisch-deutsche Schriftsteller Robert Seethaler schreibt in seinem neuen Roman von den Menschen in einer Straße irgendwo in einer Stadt. Sie haben Träume und Geheimnisse. Ihre Wege kreuzen sich täglich, und doch wissen sie nicht viel voneinander. Robert Seethaler verknüpft ihre Geschichten zu einem großen Mosaik des Lebens.
20 Jahre Radikal jung Festival
Theater hat ein Problem: Es ist lokal und physisch an einen Ort gebunden. Für junge Theatertalente in der Provinz heißt das: Die einzige Chance auf großer Bühne zu glänzen, ist eine Festivaleinladung. Das Münchner Theaterfestival Radikal jung hat sich seit 20 Jahren der Entdeckung junger Theatertalente verschrieben: Kaum ein Star, der hier nicht war.
Philip Sharkeys "Passport Photo Service"-Buch
Philip Sharkey hat hunderte von Stars in seinem Passfoto-Studio in London fotografiert, oder ihren Auftrag entgegen genommen, wenn sie zuhause fotografiert werden wollten. Das Passfoto-Studio wurde von seinen Eltern in den 1950ern in unmittelbarer Nachbarschaft zu mehreren Botschaften in Lodnon eröffnet. Bis 2019 hat Philip Sharkey es betrieben. Jetzt hat er Aufnahmen zahlreicher Stars, wie Arnold Schwarzenegger, Mick Jagger, Sting, oder Katy Perry.