Kultur
Ein Palästinenser über den Hamas-Terror
Die Themen der "Kulturzeit" vom 20.05.2026: Hamza Abu Howidy, Gewalt gegen Kultur in Cottbus, Lukas Bärfuß' "Königin der Nacht" - Literaturgespräch mit Andreas Isenschmid, Schau "Elmgreen & Dragset".
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 17.01.2027
Die Themen der Sendung:
Hamza Abu Howidy - ein anderer palästinensischer Blick auf Gaza
Hamza Abu Howidy stammt aus Gaza. Dort hat er etwas getan, was nur wenige wagen: Er hat öffentlich gegen die Hamas protestiert. Widerspruch ist dort lebensgefährlich. Er musste fliehen. Die Bilder des 7. Oktober sah er im Flüchtlingslager in Griechenland und sie erschütterten ihn tief. Der heute 28-jährige gelernte Buchhalter lebt inzwischen in Braunschweig in einem Geflüchtetenheim, aber postet regelmäßig für seine vielen Follower seine Kommentare zu den Nachrichten aus Gaza. Er will die palästinensische Stimme sein, die sich gegen diesen Terror ausspricht und die er sonst nirgendwo vernimmt. In Deutschland gilt er deshalb vielen als "Verräter", weil er für das Existenzrecht Israels ist und gegen die Hamas. Die geht, trotz Ende der Kampfhandlungen, in Gaza weiterhin blutig gegen jeden Rivalen und Abweichler vor, der versucht, ein anderes Leben zu führen.
Nach zwei Jahren Krieg mit Israel sind die Hamas offenbar nach wie vor die dominierende Kraft in dem Gebiet und Hamza bekommt Drohungen. Er hat über seine Geschichte ein Buch geschrieben mit dem Titel "Muscheln am Strand von Gaza - Erinnerungen an ein zerstörtes Land". Darin erzählt er, wie das Leben vor dem 7. Oktober in Gaza war, wie er vom Islamismus und vom Israelhass indoktriniert wurde und wie schwierig es für einen palästinensischen Friedensaktivisten in Deutschland ist, bei seinem inneren Kompass zu bleiben. Gerade reist der Palästinenser quer durch Deutschland, spricht über sein Buch, sein Leben in Gaza unter der Terrorherrschaft der Hamas und seine Heimat, die es so nicht mehr gibt. Wir haben ihn in Brauschweig getroffen.
Gewalt gegen Kultur in Cottbus
Die Kulturwelt in Cottbus ist vielfältig: ein Staatstheater, mehrere Museen und selbstorganisierte Jugend- und Kulturorte prägen die Stadt. Doch gerade diese Kulturorte und die Menschen dahinter geraten zunehmend ins Visier rechter Gewalt. Die Kulturszene reagiert mit Vernetzung und Solidarität. Eine zentrale Rolle spielt dabei der evangelische Pfarrer Lucas Pellio.
Lukas Bärfuß' Essay "Königin der Nacht" - Literaturgespräch mit Andreas Isenschmid
Erfolgsautor und Büchner-Preisträger Lukas Bärfuß erzählt in dem autobiografischen Essay "Königin der Nacht " von seiner Mutter. Es ist die Geschichte einer Frau ohne Bildung, ohne Perspektiven, die sich nach der Trennung von ihrem kriminell gewordenen Ehgemann mit prekären Jobs durchschlägt und ihren Sohn mit 15 auf die Straße setzt. Als Rentnerin zieht sie in die Dominikanische Republik, weil sie sich die Schweiz nicht mehr leisten kann. Bärfuß' Beziehung zu seiner Mutter blieb zeitlebens zerrüttet. Und dennoch klagt er nicht sie an, sondern die gesellschaftlichen Umstände. Die emotionale Kälte der Mutter sieht er als Folge des Kampfes ums tägliche Überlegen. Wir sprechen mit Literaturkritiker Andreas Isenschmid über das Buch.
Ausstellung "Elmgreen & Dragset: Stilleben mit Gemüse"
Sie haben einen Plattenbau ins Museum gestellt, jedes Fenster ein Blick in eine neue Lebenswelt. Und einen Prada-Shop in die amerikanische Wüste. Mit solch absurden und hintersinnigen Installationen hat das Künstlerduo Elmgreen und Dragset die Kunstwelt erobert. Keiner der beiden hat klassisch Kunst studiert – aber nun heben sie die klassische Malerei aufs Podest: "Stillleben mit Gemüse" heißt ihre Ausstellung im Städel in Frankfurt/Main, die vom 20. Mai 2026 bis zum 17. Januar 2027 zu sehen ist.