Dokumentation
Islands Papageitaucher: Geliebt und gefährdet
Papageitaucher gehören zu Islands bekanntesten Tieren. Doch ihre Bestände sind stark zurückgegangen. Forschende untersuchen, wie Klimawandel, Nahrungsmangel, Jagd und Tourismus die Vögel beeinflussen.
- Produktionsland und -jahr:
-
Frankreich 2024
- Datum:
- Verfügbar in
- D / CH / A
- Verfügbar bis:
- bis 31.10.2027
Papageitaucher gehören zu den bekanntesten Tieren Islands. Jeden Sommer brüten sie in großen Kolonien an den Küsten und auf vorgelagerten Inseln. Doch ihre Bestände sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Besonders Veränderungen im Nordatlantik und ein geringeres Nahrungsangebot machen den Seevögeln zu schaffen.
Wenn im Meer die Nahrung knapp wird
Papageitaucher verbringen einen Großteil ihres Lebens auf dem offenen Meer und kommen zur Brutzeit an Land. Für die Aufzucht ihrer Jungen sind sie auf ausreichend kleine Fische angewiesen. Eine wichtige Nahrungsquelle sind Sandaale. Vor allem im Süden und Westen Islands haben sich deren Bestände und die Bedingungen für die Nahrungssuche verändert.
Steigende Meerestemperaturen beeinflussen das Ökosystem des Nordatlantiks und damit auch die Verfügbarkeit der Beutefische. Die Folgen zeigen sich bei den Papageitauchern unter anderem im Bruterfolg. Die Entwicklung verläuft jedoch nicht überall in Island gleich: Während einige Kolonien weiterhin unter Druck stehen, haben sich Bestände in anderen Regionen zuletzt günstiger entwickelt.
Forschung und Schutz der Papageitaucher
Der Biologe Erpur Snær Hansen erforscht Islands Papageitaucher seit vielen Jahren. Im Rahmen eines landesweiten Monitorings werden Brutkolonien regelmäßig untersucht, um Veränderungen der Population und des Bruterfolgs zu dokumentieren.
Auch die Jagd auf Papageitaucher wird zunehmend kritisch diskutiert. Sie hat in Island eine lange Tradition und ist weiterhin erlaubt, obwohl Fachleute die derzeitige Nutzung angesichts des Bestandsrückgangs als nicht nachhaltig bewerten. Gleichzeitig stellt der wachsende Tourismus die Brutgebiete vor neue Herausforderungen. Besucherlenkung und der Schutz empfindlicher Brutplätze sollen dazu beitragen, Störungen der Tiere möglichst gering zu halten.
Islands Papageitaucher stehen damit beispielhaft für die Veränderungen im Nordatlantik: Ihre Zukunft hängt eng mit den Bedingungen im Meer, einem ausreichenden Nahrungsangebot und dem Schutz ihrer Brutgebiete zusammen.