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Vereinzelte Zirbe, die aus einer Schneefläche herausschaut.

Dokumentation

Weiß wie Schnee

Schnee - ein Wort, das bei allen Menschen, die ihn je erlebt haben, eine Vielzahl an Assoziationen auslöst. Diese reichen von weich, warm, Geborgenheit am offenen Kamin, über Weihnachten, Ferien, Schifahren, bis zu Furcht erregend, kalt, tödlich.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
09.08.2020
08:10 - 08:50 Uhr

Aber was ist Schnee? Wie entsteht er? Neben all den wissenschaftlichen Annäherungen an das Thema Schnee bleibt in der Dokumentation ausreichend Raum, um sich diesem weißen Stoff auch kulturphilosophisch anzunähern. Menschen und Tiere, die ihr Leben lang im Schnee verbringen, werden ebenso vorgestellt wie Menschen, in deren Wortschatz es keine Bezeichnung für diese Niederschlagsform gibt.

Alle Jahre wieder sorgt die weiße Pracht für ein Wintermärchen. In der kalten Jahreszeit heiß ersehnt, verbirgt sich sehr viel mehr hinter dem Phänomen Schnee. Die "Universum"-Dokumentation "Weiß wie Schnee" von Klaus T. Steindl und Barbara Puskas präsentiert eher unbekannte Facetten des faszinierenden Naturwunders.

Sechs Schlittenhunde ziehen einen Schlitten durch den Tiefschnee.
Ein Huskyschlitten im Tiefschnee - das bedeutet für die Hunde Schwerarbeit. Ihr Körperbau ist an die Schneeverhältnisse perfekt angepasst: die breiten Pfoten verhindern zu tiefes Einsinken.
Quelle: ORF/EPO Film/Gunther Poesch

Eine Besonderheit der Dokumentation sind die spektakulären Zeitlupen-Aufnahmen: ob Schneeflocken, die extrem verlangsamt vom Himmel schweben, Schlittenhunde, die sich den Schnee in Superzeitlupe aus dem Fell schütteln, oder Winterstürme im Schneckentempo - so hat man die weiße Pracht noch nie gesehen. Umgekehrt enthüllen stark beschleunigte Aufnahmen, wie Eiskristalle entstehen. In Zeitraffersequenzen erblühen diese Kleinode der Natur zu ihrer vollen Schönheit. Die Kamera begleitet einen Grazer Meteorologen bei seinem Flug in die Wolken: mit Messinstrumenten an Bord des Flugzeugs erforscht er die Bedingungen, bei denen Schnee entsteht. Animationen enthüllen, wie sich knapp unterhalb des Gefrierpunkts Schneekristalle bilden. Diese prallen zusammen, bleiben aneinander haften und formen so stetig wachsende Flocken. Wenn diese schwer genug sind, fallen sie schließlich Richtung Erde.

Jeder Schneekristall ist einzigartig, keiner gleicht dem anderen – und doch zeigen Frau Holles kleine Kunstwerke alle dasselbe sechsseitige Grundmuster. Unter dem Mikroskop werden Unterschiede sichtbar, die in der Natur zu verschiedenen Varianten gefrorenen Wassers führen: vom Pulverschnee - dem Traum aller Wintersportler - bis zum Raureif klirrend kalter Winternächte.

Eiskristalle aus dem Labor

Seltene Makro-Aufnahme eines Schneekristalls während des Schneefalls.
Der etwa einen Millimeter kleine Kristall steckt in der Schneeoberfläche. In dieser Form ist er nur kurz zu sehen, da er schon bald von Schneeflocken überdeckt wird.
Quelle: ORF/EPO Film/Gunther Poesch

Der japanische Forscher Masaru Emoto behauptet, dass Wasser beim Gefrieren auf eine Weise beeinflusst werden kann, die sich am Ende in der Kristallstruktur widerspiegelt. Wird demnach eine Wasserprobe während des Kristallisierens mit "positiver" Musik - laut Emoto besonders Opern und Klassik - beschallt, entstehen attraktive, fein strukturierte Eiskristalle. Bei "negativer" Musik - dazu zählt der Forscher Heavy Metal - bilden sich dagegen grobe, unsymmetrische Kristalle. Ob das nun stimmt oder nicht, der Film vermittelt auf jeden Fall die geheimnisvolle Magie des Schnees: einzelne Schneekristalle sind ebenso filigran wie vergänglich. In ihrer Gesamtheit jedoch haben sie enorme Bedeutung - Schnee prägt menschliche Traditionen wie tierische Verhaltensweisen.

Schnee schützt und wärmt

Schneelandschaft mit vereinzelten Hütten
Winterlandschaft auf der steirischen Tauplitz, einer Hochebene im Salzkammergut.
Quelle: ORF/EPO Film/Gunther Poesch

Der weiße Winterzauber lässt niemanden kalt: Schnee besteht selbst aus gefrorenem Wasser - und schützt dennoch zahllose Pflanzen und Tiere während der kalten Jahreszeit vor dem Erfrieren.

Denn so seltsam es klingen mag - Schnee wärmt. Wenn der Schnee so dicht fällt, dass ein Fortkommen kaum mehr möglich ist, bleiben etwa Hirsche oder Gämsen einfach stehen - und lassen sich einschneien. Auf diese Weise überstehen sie selbst starke Stürme und strengen Frost. Unter einer wärmenden Decke aus gefrorenen Kristallen ist auch die Schneemaus vor eisigen Winden geschützt - ebenso wie das dürre Gras der Alpenwiesen, mit dem sich die Gämsen über den Winter retten.

Lernen vom Verhalten der Tiere

Reh im Schnee in Nahaufnahme.
Für die Wildtiere ist der Winter die entbehrungsreichste Jahreszeit - doch sie haben gelernt, mit den harten Bedingungen zu leben.
Quelle: ORF/EPO Film/Gunther Poesch

Bei der Suche nach Futter müssen die Gämsen immer wieder auch lawinengefährdete Hänge überqueren. Dabei gelangen dem Filmteam einmalige Aufnahmen eines faszinierenden Verhaltens: die Leitgams des Rudels geht allein voraus - sie sucht einen sicheren Pfad über den Hang und bahnt den übrigen Tieren den Weg. Erst als das Leittier unbeschadet auf der andere Seite angelangt ist, wagen die restlichen Rudelmitglieder die Überquerung; aber auch das nur einzeln - eine Gams nach der anderen. An diesem instinktiven Verhalten können sich Wintersportler ein Beispiel nehmen: erfahrene Tourengeher bleiben hintereinander und achten stets auf den Schnee, auf dem sie sich bewegen.

Im Winter sind Lawinen die größte Gefahr in den Alpen. Für seinen Film hat Regisseur Klaus Steindl auch das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos besucht. Dort untersuchen Wissenschaftler die Bedingungen, bei denen Lawinen entstehen. Das Ziel sind noch genauere und zuverlässigere Prognosen.

Winterzeit - Zeit zur Brauchtumspflege

Familie um den Hüttentisch bei Kerzenglanz.
Wie überall in den Alpen werden auch im steirischen Sölktal althergebrachte Weihnachtstraditionen bewahrt - etwa das gemeinsame Basteln des Christbaumschmucks.
Quelle: ORF/EPO Film/Gunther Poesch

Wildtiere haben gelernt, im und mit dem Schnee zu überleben - ganz im Gegensatz zu so manchen Nutztieren. Eine sehenswerte Szene zeigt, wie Schafe reagieren, wenn sie von einem Wintereinbruch auf der Weide überrascht werden - nämlich gar nicht. Als klassische Fluchttiere sind Schafe im Schnee überfordert, orientierungs- und hilflos. So kamen im September 2007 in Salzburg und Tirol beim ersten Schneefall der Saison Hunderte Schafe um; manche Tiere waren sogar am Boden festgefroren. Um ihre Herden zu retten, greifen Schafbauern zu ungewöhnlichen Maßnahmen: sie schaufeln den Tieren einen Pfad durch den Tiefschnee. Aber selbst dann laufen die Schafe nicht von selbst, sondern müssen mühsam bis zum rettenden Stall getrieben werden.

Eine nachgestellte historische Szene zeigt, wie Bauern in früheren Zeiten das Heu, das während des Sommers in Stadeln auf den Almen lagerte, im Winter zum Hof im Tal beförderten: auf großen Schlitten. Diese Transporte waren nicht ungefährlich, denn die bis zu 250 Kilogramm wiegende Fuhre geriet nur allzu leicht außer Kontrolle - und so waren schwere Unfälle praktisch an der Tagesordnung.

Die Dokumentation "Weiß wie Schnee" hat aber noch mehr zu bieten - etwa die verschiedenen Versuche, künstlichen Schnee zu erzeugen, sei es für die Skipisten von Wintersportorten oder die Dreharbeiten von Spielfilmen. Darüber hinaus gibt der Film Einblick in weihnachtliche Bräuche und althergebrachte Traditionen in den österreichischen Alpen.

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