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Ein Flussschiff nach Sonnenuntergang aus der Vogelperspektive

Dokumentation

Donau: Lebensader Europas Teil 1 - Vom Schwarzwald zum Schwarzen Meer

Wilde Natur und moderne Zivilisation, romantische Auen und hektische Großstädte - die Donau ist ein Fluss der Kontraste. Sie durchquert 10 Länder Europas und ist damit das internationalste Fluss-System der Welt.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
06.07.2019
09:55 - 10:40 Uhr

Die Donau beherrscht das Landschaftsbild und bestimmt das Leben der Menschen und der Tiere. Berühmte Kulturlandschaften - wie die Wachau - werden von ihr ebenso geprägt wie die großen Städte Wien, Budapest, Bratislava oder Belgrad. Dazwischen aber hat sich der große Strom seine Ursprünglichkeit bewahrt - in großen Naturlandschaften wie den Donauauen, der Puszta oder dem beeindruckenden Delta, das ins Schwarze Meer mündet.

Romantische Ufer, wilde Natur, barocke Kunstwerke: Der Faszination der Donau kann man sich kaum entziehen. "In den urtümlichen, undurchdringlichen Galeriewäldern und großen, unberührten Sumpfgebieten entlang der Donau glaubten wir am Amazonas zu sein. Doch filmten wir in der Wachau, in Wien oder in Budapest waren wir wieder zurück in Europa. Dieser unglaubliche Kontrast zwischen Wildnis und Hochkultur macht die Donau einzigartig", resümieren die Filmemacher Rita und Michael Schlamberger nach mehr als zwei Jahren Drehzeit. Noch nie zuvor wurde die Natur des mächtigen Stroms, der einen so großen Teil Europas prägt, so umfassend porträtiert wie in dem "Universum"-Zweiteiler "Donau - Lebensader Europas".

Internationalster Fluss der Welt

Burg an der Donau von oben gesehen
Burg Devin am Zusammenfluss March und Donau
Quelle: ORF/ScienceVision/Rita Schlamberger

Napoleon nannte die Donau die "Königin der Flüsse Europas". Geografisch gesehen mag zwar die Wolga der längste Strom des Kontinents sein, doch kein anderer Fluss der Welt kann sich mit der kulturellen und geschichtlichen Vielfalt der Städte und der Landschaften messen, die sie durchfließt. Fast 3.000 Kilometer legt die Donau von ihrer Quelle im deutschen Schwarzwald bis zu ihrem Delta an der rumänisch/ukrainischen Küste des Schwarzen Meeres zurück. Heute durchquert sie zehn Länder und vier Hauptstädte und ist damit der internationalste Fluss der Welt.

Weiden im Wasser
Nationalpark Donauauen - östlich von Wien
Quelle: ORF/ScienceVision/Rita Schlamberger

Als Lebensader verbindet sie spektakuläre Flusslandschaften: die Karstschluchten der Schwäbischen Alb, die endlosen Weiten der hitzeflirrenden Puszta, schneebedeckte Gipfel des Alpenvorlands, die imposanten Canyons des Eisernen Tores, ein einzigartiges Flussdelta, in dem die Donau die größte Schilflandschaft der Erde bildet. Die Donau ist ein wichtiger Wasserweg und ein modern gemanagter Fluss. Doch trotz aller Veränderungen behielt die Donau das Flair einer Welt von gestern. Sie blieb bis ins 21. Jahrhundert voller wilder Geheimnisse und wunderbarer Landschaften. Nirgends wird das so sichtbar wie an ihrem Anfang. Denn die Donau beginnt offiziell dort, wo andere Flüsse enden: an ihrer Mündung. Hier steht der alte Leuchtturm von Sulina und das ist der Kilometer null.

Siebzig Millionen Tonnen Anschwemmungen, das sind zehn Cheopspyramiden, trägt die Donau jedes Jahr ins Delta. Das meiste Material stammt dabei aus den Alpen.

Was Frost, Hitze und Gletscherschliff 2.000 Kilometer entfernt im Hochgebirge abtragen, landet als "Europas neuestes Land" an den Küsten des Schwarzen Meeres. Die Donau ist dabei die längste Müllhalde der Alpen. Das Delta ist eine in Europa einzigartige Wasserwildnis. Hier ist alles Wasser, alles ist in Bewegung. Der breite Fluss schwemmt den Sand tonnenweise an, baut Sandbänke und Inseln, verzweigt sich in drei Haupt- und unzählige Seitenarme. In diesem unübersichtlichen Labyrinth brütet die größte Pelikankolonie außerhalb Afrikas und hier sammeln sich Hunderttausende von Vögeln, um in den fischreichen Gewässern zu jagen.

Woher kommt die Donau wirklich?

So machtvoll die Donau ist, so schwer fällt es ihr, einen Anfang zu machen. Ein wertvoll und edel gefasstes Wasser in einem alten Schlosspark im Schwarzwald - das ist die offizielle Quelle der Donau. Doch wo beginnt die Donau tatsächlich? Eine Frage, die noch immer nicht endgültig beantwortet ist. Zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb nimmt seit vielen tausend Jahren ein Drama seinen Lauf. Im Untergrund kämpfen Donau und Rhein um die Wasserscheide zwischen Nordsee und dem Schwarzen Meer. Der Donau geht im Karstgestein das Wasser aus. Es verschwindet in Löchern am Rand und versickert. An mehr als 200 Tagen im Jahr ist sie wie vom Erdboden verschluckt. Wohin fließt das Wasser? Höhlentaucher sind dem bedrohlichen Aderlass der Donau auf der Spur. Führt der Weg der Donau durch ein enges Höhlenlabyrinth und endet dann in einem riesigen unterirdischen See? Eines Tages, sagen Geologen voraus, wird die junge Donau in den Rhein fließen.

Das kurze Leben der Eintagsfliegen

Sonnenutergang, der sich im Wasser spiegelt
Sonnenuntergang im Donaudelta/ Rumänien
Quelle: ORF/ScienceVision/Rita Schlamberger

An der Theiß, dem längsten Zufluss der Donau in der ungarischen Puszta, kann sich an manchen Frühsommerabenden ein ganz besonderes Spektakel ereignen. Ende Mai, Anfang Juni fast immer genau zwischen 19.00 Uhr und Einbruch der Dunkelheit kommen Massen von Eintagsfliegen an die Wasseroberfläche, schlüpfen und paaren sich. Es handelt sich um circa zehn Zentimeter große Insekten, die plötzlich zu Millionen in riesigen Schwärmen über den Fluss fliegen und meterhohe weiße Wände aus Insektenleibern bilden. "Wir hatten riesiges Glück, denn das kommt so massiv nur alle fünf, sechs Jahre vor. Nach zwei Stunden war alles vorbei. Dann starben die Eintagsfliegen und trieben tot auf dem Wasser. Das war unglaublich", erinnert sich Rita Schlamberger.

Kein anderer Fluss ist so mit der europäischen Kultur und Landschaft verbunden wie die Donau. Und wohl kein anderer Fluss ist so mit Musik verbunden - unweigerlich denkt man an Johann Strauss und an das laut Richard Wagner "allervorzüglichste Orchester der Welt" - die Wiener Philharmoniker. "Es war uns ein Anliegen, dieses großartige musikalische Erbe in den Film einzubinden", erzählt Michael Schlamberger. "Die Wiener Philharmoniker und der Donauwalzer haben eine emotionale Kraft, der sich niemand entziehen kann und die in allen Ländern, in denen der Film ausgestrahlt werden wird, sofort verstanden wird." Der Höhepunkt jedes "Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker", der "Donauwalzer", wird auch zu einem Highlight im Donau-Universum. "Beim Neujahrskonzert tanzt das Wiener Staatsballett zu den Klängen des Donauwalzers, in unserem Film sind es Frösche."

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