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Feuchtgebiet Donau

Dokumentation

Donau: Lebensader Europas Teil 2 - Zwischen Flut und Frost

Überschwemmungen im Sommer, Eisstöße im Winter - die Extreme der Jahreszeiten beeinflussen auch den Charakter der Donau, deren Wassermassen aus den Zuflüssen unserer Alpen gespeist wird.

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Es ist ein Fluss mit vielen Gesichtern, der aufgrund seiner Mächtigkeit Natur und Zivilisation nachhaltig beeinflusst. Während das Hochwasser in den Aulandschaften und im Delta für fruchtbares Leben sorgt, ist es in den regulierten Abschnitten der Donau eine Bedrohung für Städte und Ansiedlungen. Nur selten noch lebt der Mensch im Einklang mit dem Wechselspiel des Wasser: wie im kroatischen Dorf Cigoc, inmitten eines Auwalds. Hier verliert der Fluss seine zerstörerische Kraft, weil er sich ausbreiten kann.

Luftaufnahme: Die Donau bei Wien
Luftaufnahme: Die Donau bei Wien
Quelle: ORF/ScienceVision/Rita Schlamberger

Die Donau durchfließt unterschiedliche Landschaften und Klimazonen und ändert dabei mehrmals ihren Charakter. Alles steht unter dem Einfluss des Wetter- und Klimageschehens. Es gibt keinen Stillstand. Hochwasser und Dürreperioden bestimmen das Leben am großen Strom ebenso wie die Jahreszeiten. Sie steuern Vogelzug, Paarungs- und Brutperioden und Winterruhe. Der zweite Teil des opulenten "Universum"-Flussporträts von Rita und Michael Schlamberger zeigt die vielen Gesichter der Donau im Wechsel von Flut und Frost, Hitze und Trockenheit.

Ein ständiges Thema an der Donau und ihren Nebenflüssen sind Hochwässer. Für die dschungelartigen Auwälder sind sie lebenswichtig, für viele Menschen, die am Fluss leben, eine Bedrohung. Innerhalb von oft nur wenigen Stunden kann die Donau ungeheure Zerstörungen anrichten.

Vielerorts wurde der Fluss stark verändert, begradigt und mit Dämmen versehen. Flutkatastrophen konnten, wie die jüngeren Ereignisse zeigten, damit jedoch nicht verhindert werden.

Der große Strom ist immer noch eine unbändige Naturgewalt. Doch es gibt Ausnahmen: Versteckt in den natürlichen Uferwäldern der Save, des wasserreichsten Zuflusses der Donau, liegt in Kroatien das Dorf Cigoc. Über Nacht kann hier das Wasser um zehn Meter steigen. Dann werden auch die Höfe überschwemmt. Doch hier kämpft man nicht gegen den Fluss. Menschen und Tiere haben gelernt, mit der Natur in Harmonie zu leben. Sie lassen den Fluten genug Raum, sich auszudehnen und zu beruhigen. Die Weiden stehen dann zwar auch unter Wasser, doch die Tiere haben sich daran angepasst.

"Wir haben gehört, dass es an der Save Schweine gibt, die schwimmen und sogar nach Fressbarem tauchen. Es ist eine alte Haustierrasse, die Turopolje-Schweine, und sie leben wie Wildtiere frei im Wald. Überschwemmungen lieben sie. Stundenlang waten oder schwimmen sie im Wasser, fressen Muscheln und Wassernüsse. Dabei tauchen sie oft ganz unter Wasser", erzählt Rita Schlamberger, "tagelang folgten wir ihnen mit der Kamera durch die Wälder der Save-Auen. Es war berührend zu sehen, wie sich diese Tiere frei verhielten, denn Schweine haben ein ganz ausgeprägtes Sozialverhalten."

Kaum zu glauben, dass man in Europa ist

Cigoc/ Kroatien
Das Dorf Cigoc in Kroatien - fast wie aus einer anderen Zeit
Quelle: ORF/ScienceVision/Rita Schlamberger

Mehr als zwei Jahre lang war das Kamerateam zu verschiedenen Jahreszeiten wochenlang im Delta unterwegs, für die Filmemacher Tierparadies und Alptraum zugleich. "Man kann kaum glauben, dass man noch in Europa ist", erinnert sich Rita Schlamberger, "wenn man morgens bei Sonnenaufgang auf einer Sandbank mitten im Niemandsland zwischen Rumänien und der Ukraine im Tarnversteck sitzt und versucht, jagende Pelikane vor die Linse zu bekommen. Um die Vögel nicht zu stören, mussten wir tagelang auf dem frisch angeschwemmten Land ausharren und hoffen, dass das Wasser nicht steigt und das Wetter trocken bleibt. Mit dem Boot war unser rumänischer Führer sofort zurück in sein Dorf gefahren, denn hier draußen ist es unklar, wo die Ukraine beginnt und er wollte nicht in Schwierigkeiten geraten."

Und die Sumpflandschaft hatte noch andere Widrigkeiten parat: Moskitos. "Die Einheimischen nennen das Delta auch das Meer der Mücken und das zu Recht. Von der Morgendämmerung bis die Sonne aufgegangen ist sind die aggressiven Insekten überall. Selbst im Zelt konnten wir uns vor den Schwärmen nicht erwehren trotz Mückenspray denn wir durften uns ja nicht bewegen, sonst hätten wir die Vögel verscheucht."

Zwischenstation am Weg in den Süden

Luftaufnahme vom Nationalpark Donauauen im Winter
Die Donauauen im Winter - noch sind die Flusswege nicht komplett gefroren
Quelle: ORF/ScienceVision/Rita Schlamberger

Oktober: Die ersten Gäste aus der Arktis erreichen die charakteristische Steppenlandschaft der Puszta zwischen Donau und Theiß. Hier machen Millionen von Zugvögeln auf ihrer Reise in den Süden Raststation. Gänse und Kraniche landen in der ungarischen Tiefebene. Es ist ein Schauspiel, das sich seit Urzeiten hier abspielt. Ausgezehrt von der langen Reise machen sie Rast, um frische Kräfte zu sammeln. Sie bleiben so lange bis strenger Frost sie zum Weiterflug in den Süden zwingt. Doch dieses Jahr ist ihnen nur eine kurze Rast gegönnt.

Schon sehr früh bringt der Nordwind eisige Polarluft und lässt die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt sinken. Über Nacht hat sich die erste Eisschicht am Wasser gebildet. "Der letzte Winter war extrem. Wochenlang fielen die Temperaturen unter minus 20 Grad. Unglaublich, aber die Donau war komplett zugefroren, auf einer Strecke von Wien bis ins Schwarze Meer war sie mit Eis bedeckt. Was wir filmen konnten, war außergewöhnlich, denn das passierte mehr als 40 Jahre nicht mehr", erzählt Michael Schlamberger. "Der gesamte Schiffsverkehr war eingestellt, riesige Schubverbände vom Eis eingeschlossen, Eisbrecher mussten gegen den Eispanzer eingesetzt werden. Es war wie in der Arktis, aber dadurch hat die Donau im Film ein neues, spektakuläres und unbekanntes Gesicht bekommen." Wo die Donau entlangfließt, beherrscht sie die Natur und bestimmt das Leben der Menschen.

Nach "Ol' Man River" über den Mississippi und "Sambesi - Der donnernde Fluss" ist auch das aktuelle Flussporträt ein opulentes Naturspektakel, diesmal über den großen Fluss Europas. Der Film der vielfach ausgezeichneten steirischen Naturfilmer bietet eine epische Entdeckungsreise in unbekannte Wildnisse und zeigt, wie diese durch den weltbekannten Strom geschaffen wurden und bis heute miteinander in Beziehung stehen.

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