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Wissen

Gesunde Augen - klarer Blick

Weltweit nehmen Augenkrankheiten explosionsartig zu, ältere Menschen leiden oft am Grauen oder Grünen Star. Aber auch Jüngere verlieren an Sehkraft – sie werden immer häufiger kurzsichtig.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2019
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 24.10.2024

Die 3sat-Dokumentation "Gesunde Augen - klarer Blick" zeigt den weltweiten Einsatz der Ärzte gegen den Verfall des Augenlichts, stellt neue Heilverfahren und Techniken vor und zeigt die Möglichkeiten und Grenzen der modernen Augenheilkunde.

Neue erstaunliche Erfolge

In Deutschland erblinden jährlich 20.000 Menschen. Mit moderner Lasertechnik und Kunstlinsen verzeichnen Augenärzte erstaunliche Erfolge. Neueste Operationen wie Hornhaut-Transplantationen oder Stammzellentherapien sollen helfen, die Sehkraft wiederzuerlangen. Die Eingriffe werden oft minimalinvasiv durchgeführt und immer schonender für den Patienten.

In der Augsburger Klinik "Am Forsterpark" beispielsweise wird der Graue Star mit einem Femtosekundenlaser behandelt. Meist wird der Eingriff ambulant durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Nach der Betäubung schneidet der Arzt die Linsenkapsel über eine Länge von etwa drei Millimetern auf. Durch die Öffnung wird die trübe Linse mit dem Laser zertrümmert und abgesaugt. Anschließend wird eine Kunstlinse mit zwei winzigen Haken im Auge platziert.

Kurzsichtigkeit ist oft nicht genetisch bedingt

Von einer solchen Hightech-Versorgung sind viele Menschen in den ärmeren Teilen der Welt abgeschnitten. 89 Prozent der Menschen mit Sehbehinderungen leben in Entwicklungsländern. Dort ist das Risiko zu erblinden zehnmal so hoch wie bei uns. Viele Patienten können sich nicht einmal die Fahrt in die Klinik leisten. Augenärzte wie Dr. Sylvain El-Khoury fahren deshalb in Ruanda, Afrika, mehrmals im Jahr aufs Land und operieren in "Eye Camps" unter einfachsten Bedingungen bis zu 500 Patienten pro Woche. Die Dokumentation zeigt ein solches Katarakt-Camp in Afrika und begleitet Dr. El-Khoury bei seiner Arbeit.

Auch bei der Behandlung der Kurzsichtigkeit kommen die Ärzte ein Stück weiter. Die exzessive Nutzung von Smartphones, Tablets und Computern hat immer größere medizinische Folgen. Einer Studie der Universität Mainz zufolge leidet bereits mehr als die Hälfte der Abiturienten und Hochschulabsolventen unter Kurzsichtigkeit, der Myopie. Kurzsichtigkeit lässt sich zwar durch eine Brille ausgleichen und mit einer Tropfentherapie behandeln. Aber häufig nimmt die Sehschwäche über die Jahre zu, und die Kurzsichtigkeit wird zum Einfallstor für andere Augenkrankheiten. Dabei haben die Forscher der Universität Mainz festgestellt: Kurzsichtigkeit ist vielfach nicht genetisch bedingt, sondern unserer Lebensweise geschuldet. Die Ärzte fordern deshalb einen neuen Umgang mit Handys und Laptops.

Die Forschung schreitet voran

Eine neue Stammzellentherapie könnte in wenigen Jahren zum Rettungsanker für viele Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration werden, die zu erblinden drohen. An der Augenklinik Sulzbach im Saarland laufen derzeit erste Vorstudien. Die Mediziner wollen künftig die körpereigenen Stammzellen der Patienten "umprogrammieren" und die gesunden Zellen dann in einem minimalinvasiven Eingriff in die Netzhaut des Patienten implantieren. Noch handelt es sich um erste Gehversuche. Doch die Hoffnung auf einen Durchbruch ist groß.

Die neuen Erfolge in der Augenheilkunde könnten richtungsweisend für die Behandlung anderer erkrankter Organe sein. Prof. Ursula Schmidt-Erfurt von der Universitätsklinik für Augenheilkunde Wien will mit einem digitalen Blick ins Auge auch Krankheiten wie Bluthochdruck oder Alzheimer erkennen. Ein Netzhaut-Scanner ermöglicht 40.000 Bilder in 1,2 Sekunden. Das Auge öffnet damit ein Fenster zum Organismus. Mithilfe künstlicher Intelligenz werten Computeralgorithmen 3-D-Daten aus und entdecken Krankheiten somit viel früher als bisher der Augenarzt.

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