Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Wissen

Gepflegt alt werden

In den Niederlanden sind die Kommunen gesetzlich verpflichtet dafür zu sorgen, dass alte Menschen nicht ins Heim müssen. Ist die Kommunalisierung der Pflege auch für Deutschland eine Option?

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 29.08.2024

Unsere immer älter werdende Gesellschaft braucht ein solidarisches Miteinander. Die Betreuung und Pflege hilfsbedürftiger Menschen dabei marktwirtschaftlichen Regeln zu unterwerfen, hat in Deutschland zu einer Situation geführt, die viele mit „Pflegenotstand“ beschreiben.

In Deutschland fordern Senioren-Organisationen eine vergleichbare Politik wie in den Niederlanden. In Rheinland-Pfalz kümmert sich etwa eine "Gemeindeschwester Plus" um die älteren Menschen vor Ort. Damit soll die Pflegebedürftigkeit verzögert, wenn nicht gar verhindert werden. Was bisher Modellprojekt war, soll auf Grund des großen Erfolges in die Verlängerung gehen. Doch was passiert, wenn die Belastung für die Angehörigen zu groß ist, etwa bei einer Demenz-Erkrankung? Alte und demente Menschen leiden vor allem an drei Übeln: Einsamkeit, Hilflosigkeit und Langeweile.

Es gibt nicht das eine perfekte Konzept zur Betreuung zu Hause, im Heim oder in einer Demenz-WG. Experten aber wissen, dass Menschen, die mehr im Gestern als im Heute verhaftet sind, nah an ihrer Biographie weiterleben sollten und dass sinnvolle Arbeit besser ist als jede Beschäftigungstherapie. Die Betreuung von Demenzkranken geht dabei schnell an die Substanz der Angehörigen, sowohl psychisch als auch finanziell. Ursula Rathai hat ihren dementen Mann zehn Jahre lang gepflegt und dabei über 400.000 € ausgegeben. Sie wollte ihm ein Leben in Teilhabe ermöglichen und hat deshalb ihr Haus verkauft und alles Ersparte ausgegeben.

Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Arzt und Versorgungsepidemiologe an der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald kritisiert, dass es zwar viele Angebote in den einzelnen Kommunen gäbe, aber dass die Betroffenen oft nichts davon wüssten und dass sich die Pflege-Profis untereinander nicht austauschten. Es müsse ein ganzes Räderwerk von medizinischen Ambulanzen, Hausärzten, Gerontologen und Betreuungsangeboten ineinandergreifen, um der Pflege von Demenzkranken gerecht zu werden.
Sozialökonomen wie Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt sehen in der Kommunalisierung von Pflege dann eine Chance für eine bessere und gleichzeitig billigere Pflege von hilfsbedürftigen Menschen, wenn Kranken- und Pflegekassen mitfinanzierten, gleichzeitig aber die Kommunen nicht mit bürokratischen Vorgaben lähmten.

Meine Merkliste

Alle Inhalte auf Ihrer Merkliste sind noch mindestens 3 Tage verfügbar.

Sie haben derzeit keine Videos in Ihrer Merkliste

Sie können ein Video der Merkliste hinzufügen, indem Sie das "+" am Teaser oder Beitrag anwählen.

Live

Statische Headline

1h 7min