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Wissen

scobel - Vulva: Lust und Tabu

Während immer noch Frauen gegen ihren Willen beschnitten werden, lassen sich hierzulande mehr und mehr Frauen im Intimbereich optimieren. Woher kommt dieser Trend?

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 14.05.2025

Warum gerät jetzt auch die Vulva ins Visier des Optimierungswahns? Allein in Deutschland lassen sich jedes Jahr 7.000 Frauen an der Vulva operieren – Tendenz steigend. Gert Scobel diskutiert den aktuellen Trend der kosmetischen "Beschneidung" mit seinen Gästen.

Fragwürdige Maßstäbe

Weil Frauen ihre inneren Schamlippen als zu groß, zu unregelmäßig, zu dunkel empfinden, wird korrigiert. Selbst im Innern des Körpers, an der Vagina, wird nachgebessert: Sie soll enger, glatter, straffer sein. Also wird Haut weggeschnitten und mit Eigenfett aufgepolstert oder die Klitoris so ausgerichtet, dass sie funktionaler wird, im Sinne einer verbesserten Orgasmusfähigkeit. Die neuen Maßstäbe hat indes die Pornoindustrie vorgegeben. Klein und kindlich sollen Frauen untenherum aussehen. Eng und straff, wie Mädchen zu Beginn der Pubertät. Was steckt dahinter?

Die meisten Frauen haben ihre eigenen Geschlechtsteile selten oder noch nie betrachtet. Die Terra Incognita des eigenen Körpers wird oftmals nicht einmal angefasst. Warum wissen Frauen so wenig über Vulva und Vagina? Warum sind diese außerordentlich komplexen Körperteile nicht Thema im Unterricht? Warum finden sich bis heute falsche anatomische Darstellungen in Anatomie- und Schulbüchern?

Tabu und Stigma

Wie wandelbar die weiblichen Geschlechtsorgane sind und welche Funktionen sie erfüllen - das wissen die wenigsten. Historische Diffamierungen der weiblichen Geschlechtsorgane haben sich bis heute gehalten - mit gravierenden Auswirkungen auf die weibliche Selbstbestimmung und Sexualität. Aktivistinnen in Kunst, Film und Performing Arts wollen Licht ins Dunkel bringen: weniger Scham, mehr Lust. Mit dem alten Tabu soll endlich Schluss sein. Frauen beginnen ihre eigenen Körper und ihre Sexualität zu entdecken und zurückzuerobern. Dazu gehört auch die Sichtbarmachung und Umbenennung der am stärksten tabuisierten Bereiche, nämlich von Vulva und Vagina.

Was sagt die steigende Anzahl von Intim-Operationen über das Verhältnis der operierten Frauen zu ihrem eigenen Körper? Worin liegen die Gründe des Trends? Wie genau sind Vulva und Vagina aufgebaut, und welche "Funktionen" haben sie? Wie müsste ein Aufklärungsunterricht aussehen, der junge Mädchen stark und selbstbewusst macht, statt Begriffe wie "Schamlippen" zu benutzen und Fruchtbarkeit als Sinn und Zweck der Sexualität zu propagieren? Was ist mit der Fähigkeit zur Lust am Sex, wenn der eigene Körper als fremd empfunden wird? Welche Möglichkeiten gibt es, Frauen mit ihren Körpern vertrauter werden zu lassen? Welche Aktivistinnen setzen sich in Kunst und Kultur für die Sichtbarmachung und Entstigmatisierung von Vulva und Vagina ein?

Die Gäste

Sheila de Liz
Quelle: Gaby Gerster

Sheila de Liz ist Gynäkologin mit eigener Praxis. Auf ihrem YouTube-Kanal und als Autorin klärt sie erfolgreich über das weibliche Geschlecht auf.

Ann-Marlene Henning
Quelle: Gunnar Meyer

Ann-Marlene Henning ist Psychologin, Sexologin und Autorin und Buchautorin. In Hamburg arbeitet sie in ihrer Praxis als Sexual- und Paartherapeutin.

Mithu Sanyal
Quelle: Regentaucher

Mithu Sanyal promovierte in Kulturwissenschaften und arbeitet als Journalistin und Buchautorin. Ihr Hauptaugenmerk gilt der Genderforschung. Daneben befasst sie sich mit Identität, Popkultur und Politik.

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