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Wissen

scobel - Die Pflege-Agenda

Der Bundesgesundheitsminister hat 13.000 Pflegekräfte zugesagt - nicht genug. Mehr als zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden zuhause gepflegt. Eine Gesellschaft am Anschlag muss umdenken.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 29.08.2024

Modelle gibt es, wie können sie umgesetzt werden? Pflege gehört auf die Agenda der Gesellschaft. Es kann nicht angehen, daß Pflegeberufe schlecht bezahlt und angesehen sind. Respekt und Bewusstsein für die Pflege muß in die Köpfe. Strukturelle Veränderungen sind notwendig.

Pflegende wollen gute Pflege geben, aber dazu benötigen sie die unterstützenden Arbeitsbedingungen. Prof. Christel Bienstein

In der Pflege liegt einiges im Argen. Die Lebenserwartung steigt, neurosensorische Erkrankungen nehmen zu. Es fehlen Pflegekräfte in den Krankenhäusern, im stationären Bereich der Altenpflege und auch im häuslichen Bereich. Die Belastung für Pflegekräfte wächst stetig – viele Menschen können ihren Beruf wegen der enormen psychischen und physischen Belastung nur in Teilzeit ausüben.

Pflegeberufe leiden unter schlechtem Ansehen, vermeintlich schlechten Aufstiegschancen und schlechter Bezahlung. Dort muß ein Umdenken entstehen – Ansätze in der Ausbildung und ihrer Finanzierung, in der Wertschätzung und der Praxis. Stichworte wie andere Stellenschlüssel oder Personaluntergrenzen müssen diskutiert und womöglich gesetzlich festgelegt werden.

Die Wertschätzung der Pflegekräfte und die Bedeutung ihrer Tätigkeiten im Gesundheitssystem muss sich verbessern. Dr. Isaac Bermejo Bragado

Die Pflegegesetzgebung setzt die Prämisse, häusliche Pflege vor stationärer Pflege zu fördern. Was für die Betroffenen positiv klingt, lässt eine Hinterbühne entstehen: Pflegekräfte aus Osteuropa ziehen in die Familien und arbeiten oft unreguliert rund um die Uhr.

Pflege fängt – zumindest was Altenpflege betrifft – längst vor dem Altenheim an. In anderen europäischen Staaten beginnt Alltagshilfe viel früher, mit niedrigen Hemmschwellen und kommunal organisiert. Auch in der Bundesrepublik sind solche Modelle vorhanden – aber was fehlt, damit sie Schule machen?


Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen über die Zukunft der Pflege und das nötige Umdenken in der Gesellschaft.

Gäste

Prof. Christel Bienstein
Quelle: privat

Prof. Christel Bienstein ist Pflegewissenschaftlerin und Präsidentin des Deutschen Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK).

Dr. Isaac Bermejo Bragado
Quelle: Britt Schilling

Dr. Isaac Bermejo Bragado ist Psychiater und Psychotherapeut, Leiter des Supervisionsdienste für Beschäftigte an der Uniklink Freiburg.

Prof. Dr. Bernhard Emunds
Quelle: Uwe Noelke

Prof. Dr. Bernhard Emunds ist Theologe und Ökonom. Er leitet das Oswald von Nell-Breuning-Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik.

Modelle gibt es, aber wie können sie umgesetzt werden? Darüber diskutiert Gert Scobel mit dem Sozialökonomen und Ethiker Bernhard Emunds, der Pflegewissenschaftlerin Christel Bienstein und dem Dipl.-Psychologen und Psychotherapeuten Isaac Bermejo.

Pflege gehört auf die Agenda der Gesellschaft. Es kann nicht sein, dass Pflegeberufe schlecht bezahlt und angesehen sind. Respekt und Bewusstsein müssen geschaffen werden. Strukturelle Veränderungen sind notwendig.

In der Pflege liegt einiges im Argen. Die Lebenserwartung steigt, neurosensorische Erkrankungen nehmen zu. Es fehlen Pflegekräfte in den Krankenhäusern, im stationären Bereich der Altenpflege und auch im häuslichen Bereich. Die Belastung für Pflegekräfte wächst stetig – viele Menschen können ihren Beruf wegen der enormen psychischen und physischen Belastung nur in Teilzeit ausüben.

Pflegeberufe leiden unter schlechtem Ansehen, vermeintlich schlechten Aufstiegschancen und schlechter Bezahlung. Dort muss ein Umdenken entstehen – Ansätze in der Ausbildung und ihrer Finanzierung, in der Wertschätzung und der Praxis. Stichworte wie andere Stellenschlüssel oder Personaluntergrenzen müssen diskutiert und womöglich gesetzlich festgelegt werden.

Die Pflegegesetzgebung setzt die Prämisse, häusliche Pflege vor stationärer Pflege zu fördern. Was für die Betroffenen positiv klingt, lässt eine Hinterbühne entstehen: Pflegekräfte aus Osteuropa ziehen in die Familien und arbeiten oft unreguliert rund um die Uhr.

Pflege fängt – zumindest was Altenpflege betrifft – längst vor dem Altenheim an. In anderen europäischen Staaten beginnt Alltagshilfe viel früher, mit niedrigen Hemmschwellen und kommunal organisiert. Auch in der Bundesrepublik sind solche Modelle vorhanden – aber was fehlt, damit sie Schule machen?

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