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Wissen

Was ist eigentlich Glaube?

Woody Allen sagte einmal: „Das Universum ist bloß eine flüchtige Idee im Geiste Gottes – ein ziemlich unbehaglicher Gedanke, besonders wenn man gerade die Hypothek für sein Haus aufgenommen hat.“

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Gott und das Universum! Gibt es einen Gott? Und wenn ja, wo steckt der Kerl dann eigentlich die ganze Zeit? Kann man Glauben wissenschaftlich begründen und was bedeutet Glaube eigentlich überhaupt für uns? Gibt es einen Grund, warum die Welt überhaupt existiert? Einen Masterplan, den wir bloß nicht kennen?


Schon die alten Griechen stellten sich damals Fragen über die Wirklichkeit des Wirklichen und das Sein des Seienden. Im neudeutschen würde die Frage wohl eher so lauten: Wenn ich bin, muss jemand dafür gesorgt haben, dass es mich gibt. Aber wer oder was war das? Der Schöpfer? Ein alter Mann mit langem Bart, viel Lehm und guten Ideen? Wenden wir uns doch an einen anderen alten Mann mit Bart. Friedrich Nietzsche zum Beispiel! Wir kennen doch alle den Witz: „Gott ist tot – Nietzsche. Nietzsche ist tot – Gott.“


Was er eigentlich damit meinte ist, dass die Menschen mittlerweile durch ihr Handeln die Idee, dass ein himmlischer Gentechniker eine Superrasse schaffen wollte, zunichte gemacht haben. Also dass wir es gar nicht verdienen an einen Gott zu glauben, der uns nach seinem Abbild erschaffen haben soll, wenn wir uns selber aufführen wie besoffene Hinterwäldler auf Kegel-Freizeit!


Seit jeher versuchte man Wissenschaft und Glaube zu vereinen. Der italienische Mönch Thomas von Aquin hatte damals einen unschlagbaren Gottesbeweis parat: Von nix kommt nix! Denn alleine die Tatsache, dass wir und die Welt existieren, heißt ja dass alles irgendwann einmal geschaffen worden sein muss.


Ein paar Jahrhunderte bereitete Immanuel Kant diesem Spuk ein Ende. Und zwar mit einer einfachen Argumentation: Wie kann ein Mensch, der zum Spaß in Fahrstühle furzt, kleine Kinder von Tieren isst und mit Flugzeugen in Hochhäuser fliegt, eigentlich überhaupt eine Vorstellung von einem vollkommenen Wesen haben? Naja, er hat es damals etwas anders ausgedrückt... aber was er meint, sollte klar sein. Ist Gott also doch zu „unvorstellbar“, als dass er sich beweisen ließe?


Fakt ist: Der alte Glaube wird immer uncooler. Man geht zu Weihnachten in die Kirche, vielleicht auch zu Ostern, drückt brav ein paar Euro in die Kollekte ab und will dann aber auch nichts mehr damit zu tun haben. Solange bis es uns schlecht geht, denn dann will man doch gerne wieder glauben, jemanden um Hilfe bitten können der alles regelt. Traurig aber wahr. Spreche ich mit Gott, nennt man es Beten. Spricht Gott mit mir, nennt man es Psychose.


Es ist doch einfacher Gott zu verleugnen; als eine überirdische Macht die sich nicht wissenschaftlich erklären lässt zu akzeptieren, oder? Denn erklären können wir heute doch wirklich alles.


Jetzt, wo wir alles Göttliche doch so erfolgreich auf den Katzentisch des Fortschritts verbannt haben, regt sich in uns oft aber auch ein seltsames Verlangen nach religiöser Erfüllung. Die einen fliehen in fernöstliche Glückskeksweisheiten, die anderen betreiben Wellness bis der Notarzt kommt, Popstars werden bekennende Kabbalisten – eine Art jüdisches Sudoku...


Mal ganz unter uns: wir wollen glauben! (egal was gerade Mode ist.) Wir brauchen irgendeinen Grund, dass unser irdisches Gastspiel nicht ganz für die Katz ist. Wo wäre denn die Menschheit ohne den Glaube? Egal woher er kommt, waren Glaubensgrundsätze schon vor grauster Vorzeit auch immer einfach verständliche Gesetze, durch die ein gemeinschaftliches Leben erst möglich wurde.


Und letztendlich ist es doch auch einfach ein tolles Gefühl zu wissen, dass wir Menschen nicht ganz allein auf unserem Planeten durch das Weltall gondeln, sondern jemand da ist, der auf uns aufpasst – oder?!

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