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Eltern-Burnout - Was hilft gegen Erziehungsstress?

Perfektionismus, widersprüchliche Erziehungsratgeber, Leistungsdruck und ungerechte Verteilung der Care Arbeit: bei Eltern auf Dauer ein Rezept für chronische Erschöpfung.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2026
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 08.10.2031

Rund fünf Prozent halten den Belastungen nicht stand und landen im Burnout.

Dazu kommen noch Geldsorgen, permanent abwesende Väter und der tägliche Streit um die Mediennutzung. Was brauchen Kinder wirklich, um gesund aufzuwachsen – und was ihre Eltern? 

Mütter und Väter verbringen heute mehr Zeit mit ihren Kindern als noch vor zehn Jahren; Tipps zur Erziehung sind in Ratgebern und in den sozialen Medien leicht verfügbar. Doch genau das kann zu Überforderung führen, wenn Auszeiten fehlen. Oft trifft ein Eltern-Burnout gut informierte Menschen, die alles richtig machen wollen - und dabei wissenschaftliche Erkenntnisse rund um Erziehung teils als Dogmen mit Absolutheitsanspruch  missverstehen. „Wir Fachleute müssen klarer kommunizieren“, sagt Psychologin Maria Elena Brianda, die an der belgischen Universität Lüttich zu Eltern-Burnout forscht. Dieses Stresssyndrom geht mit einem stark erhöhten Cortisol-Spiegel einher und kann neben körperlichen Symptomen auch zu psychischen Beschwerden bis hin zu Suizidgedanken führen.

Wie also Rauskommen aus der Dauerüberforderung? Oskar Jenni, Professor für Entwicklungspädiatrie und Arzt am Universitäts-Kinderspital Zürich bremst die Erwartungen: Die perfekte Methode für entspannte Elternschaft könne es schon deshalb nicht geben, weil Eltern, Kinder und Lebensrealitäten so verschieden sind. Wichtig sei es, auf alle Familienmitglieder Rücksicht zu nehmen: „Wenn die Bedürfnisse der Eltern nicht mehr gedeckt sind, dann schaffen sie es nicht, sich um die Kinder zu sorgen.“ Seine Erkenntnisse gewinnt er auch aus den Zürcher Longitudinalstudien. In diesen Langzeitstudien wurden ab den 1950er-Jahren knapp tausend Kinder untersucht. Die ältesten Studienteilnehmenden sind heute über 70 Jahre alt, einige wirken noch immer an dem Projekt mit, um eine Antwort auf die Frage zu finden, die wohl alle Eltern umtreibt: Welche Faktoren in der Kindheit machen ein gutes und langes Leben aus?

Nina Kolleck, Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie an der Universität Potsdam beobachtet, dass Zuschreibungen wie „Helikopter“- oder „Rasenmäher“-Eltern zu einer gesellschaftlichen Abwertung und Verunsicherung von Eltern führen. Dabei machen die meisten Mütter und Väter trotz allem einen guten Job – zumindest wenn man Jugendliche fragt. Rund 75% der 14- bis 20-Jährigen bezeichnen das Verhältnis zu ihren Eltern als sehr gut und geben an, dass ihre Eltern sie zu Eigenständigkeit ermutigen. Das fand Kolleck in ihrer Forschung an der Universität Potsdam heraus.

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