Gesellschaft

Selbstoptimierung. Wohin führt der Wunsch nach Perfektion?

Wie viel ist geblieben von den guten Vorsätzen für 2026? Gesünder essen, regelmäßig Sport betreiben, "Dry January" oder vielleicht ganz auf Alkohol verzichten?

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 19.06.2026
Das Bild zeigt zwei Personen, die in einem modernen Raum auf Yogamatten üben. Die Person links ist ein Mann, der schwarze Sportkleidung trägt, mit einem kurzen, dunklen Haarschnitt. Er befindet sich in einer seitlichen Dehnungsposition und hat einen Arm über den Kopf gestreckt. Die Person rechts ist eine Frau mit langen, blonden Haaren, die ein dunkles Oberteil und Jeans trägt. Sie befindet sich ebenfalls in einer ähnlichen Dehnungsposition und hat einen Arm erhoben. Der Raum hat einen modernen, minimalistischen Stil, mit sichtbaren Holzböden und großen Fenstern. Im Hintergrund ist ein skulpturaler Dekorationsgegenstand und eine entspannende, lichtdurchflutete Atmosphäre zu sehen.
Niederlande: Der niederländische Biohacker Jorn Kirkels zeigt WeltWeit-Reporterin Isabella Purkart wie sein „selbst-optimierter“ Tag aussieht.
Quelle: ORF

Viele Menschen beginnen im Jänner hochmotiviert ihr Leben in neue Bahnen zu lenken, doch nur wenigen gelingt es, auch wirklich dranzubleiben.

Dennoch, Selbst-Optimierung liegt im Trend - ob körperlich, mental oder beruflich - immer mehr Menschen wollen das Beste aus sich herausholen. Doch wohin führt der Wunsch nach Perfektion?

In Amsterdam begleitet Isabella Purkart den "Biohacker" Jorn Kirkels, der seinen Alltag kompromisslos auf maximale Leistungsfähigkeit ausrichtet.

Das Bild zeigt das Innere eines Geschäfts, das auf Produkte zur Selbstoptimierung spezialisiert ist. Die Aufnahme wurde in einem langen, schmalen Gang des Ladens gemacht, der von beiden Seiten mit Regalen gefüllt ist.   Die Regale auf der linken Seite beherbergen eine Vielzahl von bunten, kleinen Gegenständen und Dosen. Einige Produkte scheinen Nahrungsergänzungsmittel oder Freizeitartikel zu sein. Auf der rechten Seite befinden sich Glastheken, hinter denen verschiedene Produkte unter einer violetten Beleuchtung präsentiert werden.   Im Vordergrund des Bildes sieht man zwei Personen – einen Mann und eine Frau – die sich gegenüberstehen. Sie stehen vor einem Regal und scheinen interessiert am Sortiment zu sein. Der Mann trägt eine graue Jacke und hat seine Hände in den Taschen, während die Frau in einem langen, dunklen Mantel mit einer blauen Mütze bekleidet ist. Der Boden des Geschäfts besteht aus hellen Holzplanken und ein grüner Teppich unterbricht den Bodenbelag im Gang.   Von der Decke hängen bunte Lampen in Form von Pilzen. Im Hintergrund sind mehrere Anzeigen und Informationsbildschirme zu erkennen, die möglicherweise Produkte oder Angebote bewerben. Das gesamte Lichtkonzept sorgt für eine lebendige und einladende Atmosphäre.
Selbstoptimierung: In den Niederlanden ist "Microdosing" legal: die psychedelischen Trüffeln sind in Smartshops erhältlich.
Quelle: ORF

Nach dem Aufstehen ist alles durchgetaktet: ein mehrstufiges Körper-Programm mit Infrarotlicht, eiskalter Dusche, "Kettlebell-Swings", Atem- und Dehnungsübungen.

Nichts bleibt dem Zufall überlassen und so gut wie alles wird getrackt: Schlaf, Bewegung, Ernährung.

Und in den Niederlanden setzt sich noch ein weiterer Optimierungs-Boom durch: "Microdosing", wovon sich Befürworter mehr Konzentration und Kreativität versprechen.

Das Bild zeigt einen Innenraum eines Cafés oder einer Buchhandlung mit einer gemütlichen Atmosphäre. Im Vordergrund sitzen zwei Frauen an einem runden, weißen Tisch. Die erste Frau hat lange, blonde Haare und trägt einen hellen, gestrickten Pullover. Vor ihr steht ein Glas mit einem Getränk. Die zweite Frau hat schwarze, glatte Haare und trägt einen weißen Pullover mit kleinen Knöpfen.   Zwischen ihnen liegt ein pinkfarbener Lampenständer in Form einer Figur, daneben steht eine weiße Tasse auf einem kleinen Tablett. Auf dem Tisch liegt ein Buch, das teilweise verdeckt ist. Im Hintergrund ist eine Bücherregalwand zu sehen, die mit verschiedenen Büchern gefüllt ist, und vor einem Fenster hängen grüne Vorhänge. Der Boden wirkt dunkel und hat eine matte Textur.   Die beiden Frauen scheinen in ein Gespräch vertieft zu sein.
Korea: Diana Weidlinger trifft die Autorin Ji-Yeong: sie kritisiert den Schönheitswahn im eigenen Land als Gefahr für junge Frauen.
Quelle: ORF

In Südkorea wird Schönheit nicht als Geschenk der Natur, sondern als das Ergebnis harter Arbeit und ständiger Optimierung gesehen.

Diana Weidlinger recherchiert in der Hauptstadt Seoul in Sachen "K-Beauty". Hinter dem Phänomen steckt eine milliardenschwere Kosmetikindustrie, deren Produkte mittlerweile weltweit Trends setzen.

Die Schönheitsphilosophie basiert auf natürlichen Inhaltsstoffe wie Schneckenschleim, Grüntee und Ginseng. Kritikerinnen fürchten aber, dass K-Beauty über die Social Media-Stars großen Druck auf Frauen im Alltag ausübt.

Das Bild zeigt eine ruhige Szene in einem parkähnlichen Bereich, umgeben von üppigem, grünem Bewuchs. Zwei Personen sitzen auf einer Bank in der Mitte des Bildes. Auf der linken Seite ist ein Mann zu sehen, der einen dunklen Mantel trägt und einen roten Schal umgebunden hat. Neben ihm sitzt eine Frau in einem dunklen Mantel und mit einer weißen Jacke. Sie tragen beide legere Kleidung und scheinen ein Gespräch zu führen.  Im Hintergrund sind hohe Bäume und Sträucher zu erkennen, die den Ort eine natürliche Atmosphäre verleihen. Der Boden ist mit Kieselsteinen bedeckt, und es gibt einen leicht sichtbaren Weg, der sich in den Hintergrund zieht. Rechts vom Bild verläuft ebenfalls ein Weg, der durch die Vegetation führt. Die gesamte Szene vermittelt eine ruhige und friedliche Stimmung.
Für den Kryonik-Anhänger Vimal Kamaraj sind Friedhöfe in ferner Zukunft ein Auslaufmodell: er lässt sich nach seinem Tod einfrieren.
Quelle: ORF

"Longevity" ist ein weiteres Schlagwort der Selbstoptimierungs-Szene. Lena Hager trifft in Frankfurt am Main einen überzeugten Anhänger: Vimal Kamaraj wird sich nach seinem Tod einfrieren lassen. Der 26-Jährige hofft, dass die Medizin eines Tages so weit ist, dass er wiederbelebt, ewig leben kann. Seinen Alltag hat er bereits im Sinne der Langlebigkeit optimiert.

Doch der Selbstoptimierungstrend hat auch Schattenseiten: "Ich war irgendwann so weit, dass ich es als unproduktiv angesehen habe, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen", sagt die 25-jährige Influencerin Julia Barabasch. Sie warnt vor einem extremen Streben nach dem "perfekten Ich", wie es oft auf Social Media gehypt wird.

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