© La Petite Reine, Roger Arpajou
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"Der Vater meiner besten Freundin": Louna (Lola Le Lann) ist verliebt, während Laurent (Vincent Cassel) die gemeinsame Nacht bereut.
Amour fou
Fünf Filme über Spielarten sexueller Beziehungen
In der bekannten 3sat-Reihe präsentieren wir fünf Spielfilme, die die vielen Gesichter von Lust, Liebe und Leidenschaft zeigen. Mit dabei sind zwei Free-TV-Premieren ("Der Vater meiner besten Freundin" und "Mein Ein, mein Alles") sowie die Erstausstrahlung "A Thought of Ecstasy", die auch in der Mediathek zur Verfügung stehen wird.
Sendedaten
6. bis 11. Januar 2019
Der Vater meiner besten Freundin
© La Petite Reine, Angela Rossi
Antoine und Laurent sind gute Freunde. Ihre Freundschaft wird jedoch auf die Probe gestellt, als Laurent sich auf eine Affäre mit Antoines 17-jähriger Tochter einlässt. - Eine Sommerkomödie um Freundschaft, Liebe und schwache Momente, mit den französischen Stars Vincent Cassel und François Cluzet ("Ziemlich beste Freunde") sowie den beiden reizenden Nachwuchstalenten Lola Le Lann und Alice Isaaz.
Sendedaten
Sonntag, 6. Januar 2019, 20.15 Uhr

Free-TV-Premiere

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Louna und Marie wollen am Strand von Korsika Jungs aufreißen und nächtelang feiern gehen. Einziges Problem: Ihre Väter sind mit von der Partie. Während Lounas Vater Antoine nur strenge Vorschriften macht, sieht Maries Dad alles ganz locker. Auch sonst macht Laurent ziemlich Eindruck auf Louna.

Eines Abends schließlich verführt sie ihn am Strand. Für Laurent war es nur ein Ausrutscher, doch Louna ist bis über beide Ohren verliebt. Als Antoine davon Wind bekommt, dass seine Tochter mit einem älteren Mann geschlafen hat, versucht er mit allen Mitteln herauszufinden, wer der Mann ist. Dabei bittet er ausgerechnet Laurent um Hilfe.

Regisseur Jean-François Richets ("Public Enemy No. 1") sagt über sein Remake von Claude Berris "Un moment d'égarement" aus dem Jahr 1977: "Wir wollten lediglich die Grundidee übernehmen: Ein 45-jähriger Typ schläft mit der Tochter seines besten Freundes. Das Original von Claude Berri ist ein Abbild seiner Zeit, den 1970er-Jahren. Lisa Azuelos, die das Drehbuch mit mir verfasste, und ich waren uns einig, dass unser Film auch zur heutigen Zeit passen sollte. Die Figuren sind deshalb nicht die gleichen, genauso wenig wie ihre Handlungen. In dem Film von Berri schlafen Jean-Pierre Marielle und Agnès Soral mehrere Male miteinander, haben eine richtige Affäre. In unserem Film ist es nur ein einziges Mal: ein schwacher Moment eben."

Credits: Der Vater meiner besten Freundin (Un moment d'égarement), Spielfilm, Frankreich 2015, 101 Minuten, Regie: Jean-François Richet, François Cluzet (Antoine), Vincent Cassel (Laurent), Lola Le Lann (Louna), Alice Isaaz (Marie), Louka Meliava (Romain)

Mein Ein, mein Alles
© ZDF, Shanna Besson
Während einer Reha lässt die besonnene Anwältin Tony Szenen ihrer leidenschaftlichen und zerstörerischen On-Off-Beziehung zu dem Lebemann Georgio Revue passieren. Als er fremdgeht, lässt sich Tony von ihm scheiden, bleibt aber zunächst wider alle Vernunft an ihm hängen. - Ein von großartigen Darstellern getragener Film über eine Amour fou. Kraftvoll inszeniert und mit leidenschaftlichen erotischen Begegnungen.
Sendedaten
Dienstag, 8. Januar 2019, 22.25 Uhr

Free-TV-Premiere

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In der stürmischen Liebesaffäre fühlt Tony sich sofort magisch von dem charismatischen Restaurantbesitzer angezogen, und die beiden heiraten rasch. Doch schon bald leidet Tony unter Georgios Drogen-Eskapaden und Frauengeschichten. Als ihr Sohn geboren wird, versucht sie, Georgio zur Vernunft zu bringen, und es kommt zum Zerwürfnis. Nach und nach muss Tony erkennen, wie die Beziehung zu Georgio sie krank und emotional abhängig gemacht macht. In der Reha-Klinik beginnt sie schrittweise, an der Heilung von Körper und Seele zu arbeiten.

Mitreißend inszeniertes französisches Beziehungsdrama der Schauspielerin und Regisseurin Maïwenn, das vom intensiven Spiel der beiden glänzenden Hauptdarsteller Vincent Cassel und Emmanuelle Bercot getragen wird. Bercot erhielt dafür 2015 in Cannes den Preis als beste Darstellerin. Cassels Darstellung des verführerischen und grausam-diabolischen Georgios wurde während der Dreharbeiten weitgehend improvisiert.

Credits: Mein Ein, mein Alles (Mon Roi), Spielfilm, Frankreich 2015, 120 Minuten, Regie: Maïwenn, mit Vincent Cassel (Georgio), Emmanuelle Bercot (Tony), Louis Garrel (Solal), Isild Le Besco (Babeth)

Der Fremde am See
© ZDF, WDR, Almode Film
Franck verbringt den Sommer an einem abgeschiedenen See, der Treffpunkt für homosexuelle Männer auf der Suche nach erotischen Abenteuern ist. Dort lernt er den in sich gekehrten Henri kennen. Henri scheint weder am promiskuitiven Treiben der Männer, noch am Baden Interesse zu haben. - "Der Fremde am See" ist nach mehreren Kurzfilmen der vierte Langfilm des französischen Regisseurs Alain Guiraudie, in dem er sich wieder mit der Populärkultur auseinandersetzt.
Sendedaten
Mittwoch, 9. Januar 2019, 22.25 Uhr

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Franck und Henri schließen schon bald Freundschaft. Franck schläft mit verschiedenen Männern, doch sein wirkliches Interesse gilt dem attraktiven Michel. Jeden Tag kommt Michel mit seinem Freund Pascal, einem eifersüchtigen Liebhaber, der Francks Annäherungsversuche misstrauisch beäugt, an den See. Michel genießt Francks Interesse sichtlich.

Eines Abends beobachtet Franck unerkannt Michel und Pascal im See. Aus harmlosen Wasserspielen wird plötzlich Ernst, und Michel ertränkt seinen Liebhaber. Franck schweigt über das Gesehene. Zunächst nur zögerlich lässt er sich auf eine Affäre mit Michel ein. Bald verbringen sie jeden Tag zusammen. Francks Einladungen zu sich nach Hause lehnt Michel aber stets ab.

Als die Leiche gefunden wird, nimmt Inspektor Damroder von der Kriminalpolizei die Ermittlungen auf. Er scheint zu ahnen, dass Franck mehr weiß, als er zugibt. Auch Henri wird misstrauisch und will Michel zur Rede stellen. Ehe Franck versteht, was passiert, überschlagen sich die Ereignisse.

Auf dem Filmfestival in Cannes 2013 erhielt "Der Fremde am See" in der Reihe "Un Certain Regard" den Regiepreis. Die französische Film- und Kinozeitschrift "Cahiers du Cinéma" befand, der Film sei der beste Film des Jahres 2013. "Im Mittelpunkt steht eine Ménage-à-trois. Pornografisch deutlich zeigt der Film das sexuelle Handeln der Männer, ohne es auszustellen. Durch die Krimi-Handlung wird das unkomplizierte Treiben zugleich unterminiert und transzendiert" (Lexikon des Internationalen Films).

Credits: Der Fremde am See (L'inconnu du lac), Spielfilm, Frankreich 2013, 96 Minuten, Regie: Alain Guiraudie, mit Pierre Deladonchamps (Franck), Christophe Paou (Michel), Patrick d'Assumçao (Henri), Mathieu Vervisch (Eric), Emmanuel Daumas (Philippe)

A Thought of Ecstasy
© ZDF, Markus Hirner
Eine Reise durch ein Amerika des Jahres 2019. Ein Mann auf der Suche nach einer verlorenen Liebe. Eine Frau verloren in der Sehnsucht nach Vergeltung. - Inspiriert von George Bataille und Jean Baudrillard, schickt Regisseur RP Kahl seinen Protagonisten zu den sphärischen Klängen und Beats der Berliner Electro-Acts Moderat und Gajek auf einen Neo-Noir-Trip in eine sonnendurchflutete Welt aus Verführung und Todessehnsucht.
Sendedaten
Donnerstag, 10. Januar 2019, 22.45 Uhr

Erstausstrahlung

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Frank erkennt in einem Buch seine eigene zwanzig Jahre zurückliegende Geschichte wieder. Es sind die Erinnerungen von Marie, mit der er in Deutschland eine Beziehung hatte, bevor sie nach Amerika verschwand. Er folgt ihrer Spur. Sie wird zu seiner Obsession. Als ein Job ihn nach Los Angeles bringt, gerät er in den Sog seiner Erinnerungen und kappt alle Verbindungen zu seinem bürgerlichen Leben. Die Suche nach seiner verlorenen Liebe bringt ihn in ein Land, das unter einer erdrückenden Hitzewelle erstarrt und sich im Misstrauen und politischer Paranoia verliert.

Der Versuch, mit Marie in Kontakt zu treten, scheitert an der geheimnisvollen Literaturagentin Liz Archer, die Maries Existenz ebenso wie Franks Behauptung, selbst eine Figur in diesem Roman zu sein, verleugnet. Dennoch begibt sich Frank auf eine Reise in die Wüste, um Maries Leben auf der Landkarte ihres Tagebuchs zu verfolgen. Seine Begegnung mit Nina, die ihn auf seltsame Weise in den Bann zieht, scheint die Worte des Buches vor seinen Augen zu materialisieren.

Oder wird Frank zu einer Figur in einer anderen, neuen Geschichte, die er längst nicht mehr selbst steuert? Als Marie wie ein Trugbild aus seiner Erinnerung in diese neue Geschichte tritt, verliert er vollends den Boden unter den Füßen. Nur Liz Archer wird ihm die Antworten auf seine Fragen geben können.

Wie aus einem Film noir entsprungen begegnet sie ihm, und wie die starken Frauen in diesem Genre hält sie die Fäden in der Hand. Ein Racheengel, der genau wie Frank den Weg mit mehr Leidenschaft verfolgt als das Ziel. Frank weiß nun, wohin ihn seine Reise führen wird. Nichts als der eigene Wunsch am Verschwinden treibt ihn: So wie Sehnsucht eine neue Realität schafft, kann auch Wahn die Wirklichkeit verändern. Und ein Kuss ist der Anfang von Kannibalismus an diesem heißesten Tag aller Zeiten, dem 13. August 2019.

RP Kahl hat in seinem Spielfilm "A Thought of Ecstasy" eine Reise durch ein Amerika der nahen Zukunft inszeniert, das voller Bilder und Assoziationen steckt. Das Kalifornien der Trump-Ära, das sein Protagonist Frank durchstreift, ist moralisch verödet. Ein Kino der Weite, in dem die Hauptfigur Frank nur ein Statist in der ultimativen "Fiktion Amerika" ist und die Landschaft die Kulisse seiner Vorstellung. Ein Kino, in der Zeit keine Rolle zu spielen scheint. Ein Gedanke kann die Ewigkeit bedeuten.

Das Konzept der Reise heißt "Nicht ankommen". Fahren als Wachtrauma, die Katastrophe als Lustform. Ganz im Sinne von George Bataille und seinem lustvoll verzweifelten "Verschwende Dein Leben" als finale Manifestation des Seins verschwimmen für Frank Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf fatale Weise.

RP Kahl, geboren am 8. November 1970 in Cottbus, studierte an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" (HfS) Berlin, Außenstelle Rostock, und arbeitet seit 1990 als Schauspieler. Im Jahr 1995 wechselt er auch hinter die Kamera. Er produzierte den Spielfilm "Silvester Countdown" von Oskar Roehler (Hypoförderpreis Filmfest München 1997). Gemeinsam mit Luggi Waldleitners Roxy-Film produzierte Kahl sein Spielfilm-Regiedebüt "Angel Express" (Filmfest München 1998). Mit Torsten Neumann entwickelte er das Projekt 99Euro-Films. 2005 war er beim Münchner Filmfest mit seinem Dokumentarfilm "Mädchen am Sonntag" zu Gast. Daneben entstehen Musikvideos, Theaterproduktionen, Performances und Videokunstarbeiten. Kahl unterrichtet an verschiedenen Hochschulen und Universitäten.

Deborah Kara Unger, geboren am 12. Mai 1966 in Vancouver, British Columbia, studierte zunächst Wirtschaft und Philosophie an der University of British Columbia, bevor sie als erste kanadische Schauspielerin in das australische National Institute of Dramatic Art aufgenommen wurde. International bekannt wurde Deborah Kara Unger unter anderem durch Rollen in David Cronenbergs "Crash" und David Finchers "The Game".

Credits: A Thought of Ecstasy, Spielfilm, Deutschland 2017, 84 Minuten, Regie: RP Kahl, mit Deborah Kara Unger (Liz Archer), RP Kahl (Frank), Lena Morris (Marie), Ava Verne (Nina)
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© Markus Hirner "Man hat in der Wüste einen ganz anderen Blick auf sich selbst"
Interview mit dem Regisseur und Schauspieler RP Kahl

In The Cut - Wenn Liebe tötet
© ZDF, Dion Beebe
Als eine Literaturdozentin unfreiwillig Zeugin eines Blow-Jobs wird, ändert sich ihr Leben abrupt. Denn am nächsten Tag erfährt sie, dass die beteiligte Dame tot aufgefunden wurde. Die Single-Frau hat als Letzte das Opfer lebend gesehen. Ihr Schrecken ist groß, weil sie auch den Mörder beobachtet hat. - Düsterer Erotikthriller mit einer ungewohnt sexy inszenierten Meg Ryan, die ihr Image als blonde Naive endgültig hinter sich lässt.
Sendedaten
Freitag, 11. Januar 2019, 22.25 Uhr

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Frannie Avery arbeitet an einer Anthologie für sexuelle Slang-Ausdrücke, doch privat lässt es die schüchterne Literaturwissenschaftlerin eher ruhig angehen. Für die Leidenschaft ist ihre Halbschwester und beste Freundin Pauline zuständig, die von einer unglücklichen Affäre in die nächste schliddert. Doch als sich Frannie eines Tages mit einem Studenten in einer Bar trifft, wird sie Zeugin einer verfänglichen Szene: Eine Frau kniet mit eindeutigen Bewegungen zwischen den Beinen eines Mannes; wenig später ist sie tot.

Der abgebrühte Detective Malloy und sein Partner klären Frannie darüber auf, dass dieser Mord kein Einzelfall war. Und noch haben sie keine Spur, die sie zu dem Serienkiller führen könnte. Die Polizei weiß nur, dass der Mörder Rituale liebt und seine Opfer mit einem Ring schmückt. Zu Frannies Überraschung zeigt Malloy auch privates Interesse an ihr, und nach einem verunglückten Date landet sie in seinen Armen. Hin- und hergerissen zwischen sexueller Begierde und Misstrauen gerät Frannie in eine ausweglose Situation.

Oscar-Preisträgerin Jane Campion ("Das Piano") sorgte mit ihrer provokanten Verfilmung des Skandal-Romans "In the Cut" für Aufruhr im prüden Amerika und lotete die Grenzen zwischen Sex und Gewalt neu aus. In ihrem abgründigen Erotikthriller stellt Campion die Sehnsüchte der Frauen hart der Welt der Männer gegenüber. Bereits das Erscheinen des Romans von Susanna Moore sorgte 1995 in den USA für Aufruhr. In Deutschland erschien die Geschichte unter dem Titel "Aufschneider". Der Mix aus sprachlicher Intellektualität, offensiven Sexszenen und gewaltgetränktem Thriller-Plot traf einen Nerv der Zeit.

Meg Ryan ergriff hier die Chance für einen radikalen Image-Wechsel. Der Star aus Erfolgsfilmen wie "Harry und Sally", "French Kiss" und "Schlaflos in Seattle" wagte den Sprung ins ambitionierte Arthouse-Kino. Zum ersten Mal in ihrem Leben drehte Meg Ryan Nacktszenen und bot nach Meinung vieler Kritiker die beste Darstellung ihrer bisherigen Karriere. "Wie die Regisseurin in ihrem neuen Film weibliches Begehren zwischen Liebessehnsucht und Hunger nach Sex zwischen romantischem Traum und kalter Realität umsetzt, das gehört zu den herausragenden Ereignissen der Kinosaison." (Tages-Anzeiger, Zürich)

Credits: In The Cut - Wenn Liebe tötet (In The Cut), Spielfilm, USA/Australien/Großbritannien 2003, 114 Minuten, Regie: Jane Campion, mit Meg Ryan (Frannie), Mark Ruffalo (Detective Malloy), Kevin Bacon (John Graham), Jennifer Jason Leigh (Pauline), Nick Damici (Detective Rodriguez)