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Kultur

Cidade Velha, Kapverden Eine portugiesisch - afrikanische Ehe Film von Eva Witte

Strand, Surfen und "Sodade", melancholische Musik, - das sind die gängigen Klischees zu den Kapverdischen Inseln. Es gibt Sonne an 350 Tagen im Jahr bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 24.05.2021

Das klingt nach Paradies - heute. 500 Jahre zuvor klang "Cabo Verde" nach Sklavenhandel, Hunger, Verbannung und nach Weggehen. Der Film zeigt ein Archipel höchst unterschiedlicher Inseln - Sandhügel, Passatwind-geplagte Flecken oder bizarre Vulkanformationen.

Es waren Schiffe unter portugiesischer Flagge, die auf einer Erkundungsreise zur westafrikanischen Küste die Inselgruppe auf der Höhe des heutigen Senegal entdeckten. Auf der südlichen Insel Santiago fanden die Mannschaften in den Ausläufern eines Tals eine ideale Anlegestelle, Wasser - und keine Menschenseele, die einer künftigen Besiedlung widersprach. Das reichte, um mitten im Atlantik die erste europäische Hauptstadt südlich der Sahara entstehen zu lassen. Geopolitisch war das eine geniale Entscheidung, denn das ausgehende 15. Jahrhundert veränderte das Gesicht der Welt. Kap Verde lag im Schnittpunkt der Verbindungslinien zwischen Europa, Afrika und Amerika. Ribeira Grande spielte 150 Jahre lang eine glanzvolle und zugleich schreckliche Rolle im Welthandel.

Heute erinnert nur noch eine Säule vor dem beschaulichen Hafen an die Sklaven, die, von der westafrikanischen Küste kommend, hier weiter verschifft wurden. Manche blieben - als Arbeiter auf den Plantagen von Ribeira Grande, als Gefährtinnen der hier stationierten portugiesischen Soldaten und Beamten. So entstand mitten im Wettlauf der europäischen Mächte um den Handel mit Menschen, mit Gold, Kaffee und Zuckerrohr eine Kultur: Crioulo, die Vermischung der Schwarzafrikaner mit den weißen Portugiesen - die erste Kreolgesellschaft.

Ribeira Grande verlor nach diversen Piratenangriffen im 18. Jahrhundert seine Schlüsselstellung, wurde zur "Cidade Velha", zur "alten Stadt". Es blieben nur ein Fort, das die Menschen nicht schützen konnte, eine Kathedrale als Ruine, Dürre und Hunger. Aber Crioulo lebte weiter, in der Sprache, in der Musik, in den Seelen der Menschen. Ihr Kampf ums Überleben trieb sie auf andere Inseln, nach Europa, rund um die Welt. Kap Verde, das ist die Melodie einer langen Reise.

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