Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Kultur

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Einen ganzen Berggipfel in ein Grabmal zu verwandeln, grenzt an Tollkühnheit. Seit 1987 führt die UNESCO ein solches Grabmal auf dem Berg Nemrut im Südosten der Türkei als Weltkulturerbe.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 14.10.2020

An der Südflanke des Taurusgebirges, auf 2159 Metern Höhe, begraben unter knapp 200 000 Kubikmeter Geröll und Felsgestein, vermuten Archäologen die Grabkammer des sagenumwobenen Herrschers Antiochos.

Das Grabmal gilt heute als Ikone all jener Rätsel der Vergangenheit, die ihre Geheimnisse der Forschung bislang entziehen konnten. Dutzende bis zu acht Meter hohe Steinskulpturen auf den zwei Terrassen unterhalb des künstlich aufgeschütteten Berggipfels gelten vielen als Antwort Vorderasiens auf die Steingötzen der Osterinsel: Es sind die letzten Zeugen des kommagenischen Königreiches, einer rätselhaften Herrscherdynastie, die einst aus den Weltreichen Alexander des Großen und des Persischen Königs Dareios I. hervorging und sich über Generationen den Macht- und Gebietsansprüchen der römischen Cäsaren widersetzte.

Der gigantische 50 mal 150 Meter messende Tumulus auf der Bergspitze des Nemrut gibt Archäologen trotz Einsatz geophysikalischer Grabungstechniken bis heute Rätsel auf. Der deutsche Historiker Friedrich Karl Dörner, der nahezu sämtliche Inschriften auf dem Nemrut entzifferte, versuchte 1956 erstmals, einen Stollen zum geheimen Grab des Antiochos zu finden. Das Gelände um den Berg sei eine Goldquelle, vertraute Dörner seinen Mitarbeitern an, "doch sein Innerstes hält er verborgen wie einen Schatz."

Auch Theresa Goell, die amerikanische Nemrut-Pionierin, konnte sich dem Bann des kommagenischen Königs nicht entziehen. "Ein Fluch", notiert sie verbittert noch kurz vor ihrem Tod und schreibt: "Wenn ich schon nicht zu Antiochos vordringen kann, dann möchte ich neben ihm begraben werden." Sie starb hochbetagt im Winter 1985 und ließ ihre Asche auf dem Gipfel des Nemrut in alle Winde zerstreuen.

Welche Botschaften und Kultgegenstände hat der Regent mit in seine Gruft auf der Bergspitze genommen? Bis heute ist das ein Geheimnis, denn hier ist einem Architekten ein Geniestreich gelungen: ein verwirrendes Verschluss-System, das Grabräubern, Religionsgelehrten und Altertumsforschern über 2000 Jahre erfolgreich widerstand. Irgendwann wird die Forschung vermutlich auch dieses Rätsel lösen - und damit, so beklagte Theresa Goell kurz vor ihrem Tod, wird "die Menschheit um einen Mythos ärmer" sein, jenem von einer "friedlichen Brücke zwischen Orient und Okzident".

Meine Merkliste

Alle Inhalte auf Ihrer Merkliste sind noch mindestens 3 Tage verfügbar.

Sie haben derzeit keine Videos in Ihrer Merkliste

Sie können ein Video der Merkliste hinzufügen, indem Sie das "+" am Teaser oder Beitrag anwählen.

Live

Statische Headline

1h 7min