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"Schätze der Welt - Erbe der Menschheit: Klöster Haghpat und Sanahin, Armenien" - Kloster Sanahin.

Kultur

Klöster Haghpat und Sanahin, Armenien Zwei ungleiche Geschwister Film von Rudij Bergmann

Armenien gilt als erstes Land, in dem das Christentum Staatsreligion wurde. Die Klöster Haghpat und Sanahin gehören zu den wichtigsten Bauwerken Armeniens. Sie sind ein UNESCO-Weltkulturerbe.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
22.11.2020
19:40 - 20:00 Uhr

Der christliche Glaube ist Identifikation und Mittelpunkt der Armenier. Der äußere Ausdruck dafür sind Kirchen und Klöster, die nicht allein zum religiösen, sondern auch zum geistigen, kulturellen und teilweise auch zu politischen Schaltstellen Armeniens wurden.

Armenien ist eines der ältesten Kulturvölker der Welt, dessen Wurzeln bis in die Antike reichen. Verfolgung, Zerstörungen, Ermordung bis zum Genozid durch die Türkei zu Beginn des 20. Jahrhunderts kennzeichnen die armenische Geschichte. Erst im Rahmen der Sowjetunion konnte sich in der Neuzeit wieder ein armenisches Staatsgebilde etablieren, die Armenische Sowjetrepublik - dieses "Ost-Armenien" ist identisch mit der heutigen Republik Armenien.

Die Klöster Haghpat und Sanahin wurden beide nach 960 von der Königin Chosrowanusch gegründet, die sie "für das Wohlergehen" ihrer Söhne Gurgen und Smbat erbauen ließ. Haghpat und Sanahin wurden gemeinsam zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Obzwar sie einerseits zwei selbstständige Klöster waren, sind sie geschichtlich betrachtet Geschwisterklöster mit sich ergänzenden Ensembles.

Das Kloster Haghpat war ein Wehrkloster, das über dem gleichnamigen Ort von weitem sichtbar thront. Eingebettet in die Berg-Landschaft scheint die Anlage als wüchse sie aus der Erde empor. Das älteste sakrale Gebäude ist die Heilig-Kreuz-Kirche, auch "Kirche vom Heiligen Zeichen" genannt, auf Armenisch: Nshan-Kirche. Ihre mit strengen Ornamenten, Zeichen, Schriften geschmückte Außenfassade ist gekrönt durch ein bauplastisches Motiv. Dieses zeigt die beiden Söhne der königlichen Klosterstifterin mit den überraschenden Kopfbedeckungen Barett und Turban; sie halten die Kirche in ihren Händen. Doch von der eigentlichen Stifterin des Klosters findet sich weder hier noch in Sanahin eine "bildnerische" Spur.

Getrennt werden die beiden Klöster von der gewaltigen Debed-Schlucht. Sie wird überspannt von einer 19 Meter langen Brücke, eine technische Großtat aus dem 12. Jahrhundert - und das älteste weltliche Bauddenkmal Armeniens. Sanahin gilt als die vollkommenste Klosteranlage Armeniens. Die Legende erzählt, ein bedeutender Geistlicher habe der Klosteranlage den Namen gegeben: San-a-hin. Das bedeutet "das ist älter", und zwar älter als Haghpat. So war der Streit, welche der beiden Klosteranlagen die ältere sei, entschiedenen.

Mittelpunkt des Klosters und ein absolutes Kleinod der Baukunst ist die Bibliothek. Äußerlich unscheinbar, vielleicht auch um Neugierige und Feinde nicht durch Prunk anzulocken, ist das Innere einmalig in ganz Armenien. Die Säulen sind sämtlich verschieden gestaltet und Theologie, Philosophie, den Künsten und der Mathematik gewidmet. Jenen Wissenschaften, die hier gelehrt wurden. Die Bibliothek weist Sanahin als einen gewichtigen Ort des armenischen Geisteslebens aus.

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