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Kultur

Die Seidenbörse von Valencia, Spanien

Auf den ersten Blick sieht man sie mit ihrem wuchtigen Turm inmitten der Altstadt von Valencia: die Seidenbörse, La Lonja de la Seda. Sie ist der wohl bedeutendste gotische Profanbau Spaniens.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 10.05.2021

Wer den Fuß über die Schwelle eines der drei riesigen Portale mit den reich verzierten, gotischen Spitzbögen setzt, glaubt eine Kathedrale zu betreten. Das filmische Essay zeigt den beeindruckenden Bau und erzählt seine Geschichte.

Mächtige, spiralförmig gewundene Säulen ragen in der dreischiffigen Basilika der Seidenbörse über 17 Meter hoch auf. Die aus dem Stein gearbeiteten Rippen spannen sich wie Palmzweige zu einem Gewölbe. Erbaut wurde die sogenannte Lonja am Ende des 15. Jahrhunderts, als die Kaufleute durch den Seidenhandel reich geworden waren und die Stadt ihren Wohlstand architektonisch demonstrieren wollte. 25 000 Menschen webten damals an diesem Reichtum. Die Hafenstadt Valencia war zu einer Hochburg der Seidenproduktion herangewachsen und exportierte den begehrten glänzenden Stoff über das Mittelmeer in alle Welt.

Die Verträge schlossen die Händler der Säulenhalle der Lonja, im "Sala de la Contratación". Sie konnten sich bei ihren Verhandlungen im Patio, einem kleinen Hofgarten, im Schatten der Orangenbäume erholen. Vom Patio aus gelangt man über eine mächtige Treppe hinauf zum "Consulado del Mar", einer Halle, in der alle Fragen und Streitigkeiten, die den Seehandel betrafen, geregelt wurden. Ein Saal mit einer pompösen, vergoldeten Holzdecke. Unehrliche Kaufleute konnten im Turm der Lonja festgesetzt werden.

Dort hinauf gelangt der Besucher heute nur ausnahmsweise. Die Wendeltreppe des Turms zählt zu den Meisterwerken der gotischen Steinmetzkunst. Ohne Mittelstütze schrauben sich 142 Stufen in die Höhe. Und oben kann man durch die Zinnen des Turms die gesamte Altstadt überblicken, und wenn man an einem Festtag hinunterblickt, kann man eine Prozession von Frauen in farbenprächtigen Seidenkleidern an der Lonja vorüberziehen sehen. Denn auf ihr traditionelles Festkleid aus Seide will in der drittgrößten spanischen Stadt keine Frau, die es sich leisten kann, verzichten.

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