Kultur
La Traviata - Bregenzer Festspiele 2026
Das Trinklied "Libiamo ne' lieti calici" ist wohl eine der bekanntesten Opernmelodien aller Zeiten. Sie erklingt im Jahr 2026 zum ersten Mal auf der Seebühne in Bregenz.
- Produktionsland und -jahr:
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- Datum:
- Sendetermin
- 29.08.2026
- 20:15 - 22:30 Uhr
In den 80 Jahren seit der Gründung der Festspiele stand Giuseppe Verdis Opern-Klassiker "La traviata" bisher noch nie auf dem Spielplan. Das wollte die neue Festspiel-Intendantin Lilli Paasikivi ändern.
Quelle: ORF/Bregenzer Festspiele/Anja Koehler.
Für dieses Jubiläum verlegt der italienische Regisseur Damiano Michieletto die Handlung in die Ära der "Roaring Twenties", inspiriert vom glamourösen Flair von Fitzgeralds "The Great Gatsby". "Die vom Weg Abgekommene" findet sich in einer Welt wieder, in der scheinbar alles erlaubt ist - alles, außer echter Liebe. Zwischen Jazzclubs und dekadenten Festen, Lebenshunger und Zerbrechlichkeit steht Violetta vor einer Entscheidung, die ihr Schicksal für immer besiegeln soll.
Die Wiener Symphoniker spielen unter der Leitung von Kirill Karabits. In der Titelpartie steht Marjukka Tepponen auf der Bühne, in den weiteren Hauptrollen sind Julien Behr als Alfredo und Vladimir Stoyanov als dessen Vater Giorgio zu erleben. Es singen der Bregenzer Festspielchor und der Prager Philharmonische Chor.
Verdis Meisterwerk erstmals auf der Bregenzer Seebühne
Quelle: ORF/Bregenzer Festspiele/Daniel Ammann.
Giuseppe Verdis "La traviata" zählt zu den meistgespielten Opern der Welt und berührt bis heute durch ergreifende Melodien und eine zeitlose Geschichte von Liebe, Freiheit und gesellschaftlicher Konvention. Mit seiner "vom Weg Abgekommenen" brachte der Komponist einen zeitgenössischen und gesellschaftlich brisanten Stoff auf die Opernbühne.
Als literarische Vorlage diente ihm und seinem Librettisten Francesco Maria Piave der Roman "Die Kameliendame" von Alexandre Dumas dem Jüngeren. Der Schriftsteller verarbeitete darin sein Verhältnis zur Pariser Kurtisane Marie Duplessis, die im Alter von gerade einmal 23 Jahren an Tuberkulose starb. In "La traviata" wird aus Marie Violetta. Die Darstellung einer Edelprostituierten als tragisch liebende Hauptfigur war zu jener Zeit ein völliges Novum. Das Stück stieß bei seiner Uraufführung 1853 am Teatro La Fenice in Venedig zunächst auf Ablehnung beim Publikum. Doch schon die zweite Aufführung 1854 wurde zum Triumph. "La traviata" wird heuer erstmals in der 80-jährigen Bregenzer Festspielgeschichte auf der Seebühne am Bodensee zu erleben sein.
"Roaring Twenties" als Symbol für Exzess und Hedonismus
Quelle: ORF/Bregenzer Festspiele/Anja Koehler.
Die Kurtisane Violetta Valéry genießt das pulsierende Leben der Pariser Gesellschaft. Doch hinter der funkelnden Fassade verbirgt sich eine Frau, deren Herz mehr sucht als Glanz und Vergnügen. Als der junge Alfredo Germont ihre Welt betritt, scheint ein anderes Leben greifbar - eines, das auf Liebe und Aufrichtigkeit gründet. Doch in einer Welt, in der Geld und gesellschaftliches Ansehen über allem stehen, bleibt wenig Raum für wahre Gefühle.
Für die Bregenzer Festspiele verlegten der gefeierte italienische Regisseur Damiano Michieletto und der Bühnenbildner Paolo Fantin die Handlung in die Ära der "Roaring Twenties" - eine Welt voller mondäner Jazzclubs, glitzerndem Überfluss und innerer Leere. "Diese Zeit wurde zum Symbol für Exzess und Hedonismus", sagt Michieletto. "Sie passt perfekt zur Atmosphäre von ‚La traviata' und zur Opulenz der Seebühne." Wie in F. Scott Fitzgeralds Roman "Der große Gatsby" wird diese zum Spiegel einer Gesellschaft, die alles haben will und dabei das Menschliche verliert. Dementsprechend ist ein zerbrochener Spiegel das zentrale Bühnenelement und steht darüber hinaus auch für die innere Zerrissenheit Violettas.