Kultur
Der Rosenkavalier
Eine prunkvolle Inszenierung des Rosenkavaliers von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal aus dem Opernhaus Zürich.
- Produktionsland und -jahr:
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- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 04.05.2026
Ärger mit der Verwandtschaft macht auch vor dem Wiener Hochadel nicht halt: Der ungehobelte Baron Ochs auf Lerchenau stört das morgendliche Tête-à-tête seiner Vetterin, der Feldmarschallin, mit ihrem jungen Liebhaber Octavian, um sie für seine eher von pekuniären Interessen geleiteten Hochzeitspläne um Hilfe zu bitten. Dabei ahnt er nicht, dass der zum Rosenkavalier bestimmte Octavian sich schließlich selbst in die Braut verliebt …
Nach den archaisch-dramatischen Einaktern Salome und Elektra suchte Richard Strauss für seine nächste Oper nach einem leichteren, heiteren Stoff im Stil von Mozarts Opernkomödien– ein Ansinnen, auf das sich auch Hugo von Hofmannsthal gern einließ. Er schuf mit seinem Libretto ein künstliches Rokoko-Wien mit ebenso überzeugenden wie erfundenen Bräuchen und Dialekten, das Strauss auf musikalischer Seite noch mit anachronistischen Walzern veredelte. In diesem Fantasie-Wien voller Lebenslust, Schwänke und althergebrachter Standesgrenzen, aber auch voll Depression und Morbidität spiegelt sich nicht nur das 18. Jahrhundert, sondern erst recht die dem Ende zusteuernde Belle Époque. So bietet Strauss’ Partitur noch einmal den ganzen orchestralen Klangfarbenreichtum auf, schier hemmungsloses Schwelgen, das im in puncto musikalischer Schönheit unübertroffenen Schlussterzett kulminiert, zeigt aber auch tiefe Brüche. Nur wenige Jahre vor dem Zusammenbruch der Donaumonarchie wird Der Rosenkavalier zum Abgesang auf eine ganze Epoche.
Joana Mallwitz, die neue Chefdirigentin und künstlerische Leiterin des Konzerthauses Berlin macht bei ihrem Operndirigat stets Sängerfreundlichkeit und Textachtung spürbar. Sie überzeugt das Publikum mit Helligkeit im Klang, spontaner Frische– ganz ohne Strauss-Schwere und symphonische Schwerfälligkeit.
Die Amerikanerin Lydia Steier ist eine der profiliertesten und erfolgreichsten Opernregisseurinnen der jüngeren Generation. Gerade ist sie im Richard Strauss-Fieber: Erst im vergangenen Jahr hat sie „Salome“ und „Frau ohne Schatten“ in mehreren Städten inszeniert. In ihrem „Rosenkavalier" wird erstmals eindrücklich gezeigt, dass diese Oper zwar eine krachlederne Komödie ist– in Wahrheit aber eine bittersüße Lektion über das Altern.
Gottfried Helnwein setzt sich in seiner Kunst insbesondere mit Schmerz, Verletzung und Gewalt auseinander und berührt dabei auch Tabu- und Reizthemen. Nicht selten hat er in der Vergangenheit der Gesellschaft einen Spiegel vorgehalten; immer schon waren es vor allem die Schwachen und Wehrlosen, mit denen sich der Künstler beschäftigt hat. Auch im Rosenkavalier wird er die Extreme seiner Kunst für das Aufzeigen gesellschaftlicher Gegensätze einsetzen.
Musikalische Leitung: Joana Mallwitz
Inszenierung: Lydia Steier
Ausstattung: Gottfried Helnwein Orchester der Oper Zürich
Besetzung: Diana Damrau, Günther Groissböck, Bo Skovhus, Angela Brower, Emily Pogorelc u.a.