Eine Person in einem silberfarbenen Gewand mit großer Kopfbedeckung steht auf einer Theaterbühne vor einer Gruppe von Darstellerinnen und Darstellern in rot-weißen Kostümen. Im Vordergrund sitzt eine weitere Person neben einem kleinen Tisch.

Kultur

Die Entführung aus dem Serail mit Bülent Ceylan

Die Staatsoper Unter den Linden zeigt Mozarts "Entführung aus dem Serail" neu gedacht: mit Bülent Ceylan als Bassa Selim und aktuellem Blick auf kulturelle Vielfalt.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2026
Datum:
Sendetermin
25.07.2026
20:15 - 22:55 Uhr

"Die Entführung aus dem Serail" greift bis heute relevante Motive auf: Rollenbilder, Vorurteile und den Umgang mit dem Fremden. Die Neuinszenierung stellt Fragen nach Identität, Zugehörigkeit und dem Zusammenleben verschiedener Kulturen in den Mittelpunkt.

Identität, Vorurteile und kulturelle Vielfalt

Eine Person mit einer E-Gitarre steht auf einer Theaterbühne vor einer modernen Kulisse mit Treppe und weißem Sofa. Eine weitere Person sitzt auf dem Sofa und blickt zur Bühnenmitte.
Bülent Ceylans Debüt an der Staatsoper Berlin.
Quelle: ZDF/S. Rabold

Mozarts Oper erzählt die Geschichte einer Befreiung aus einem orientalischen Serail und stellt dabei Fragen nach Freiheit, Macht und Menschlichkeit.

Regisseurin Andrea Moses eröffnet eine neue Perspektive auf das Werk: Die Geschichte wird aus unterschiedlichen kulturellen Blickwinkeln betrachtet und eröffnet einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Bülent Ceylan mit seiner Sprechrolle als Bassa Selim begleitet das Geschehen, greift die Handlung auf und ordnet sie aus heutiger Sicht ein. So entsteht eine Verbindung zwischen Mozarts Werk und dem Hier und Jetzt.

Biografische Parallelen werden sichtbar: Wie die Opernfigur Bassa Selim steht Bülent Ceylan zwischen verschiedenen kulturellen Welten. Diese Verbindung greift die Inszenierung gezielt auf und macht sie zum Ausgangspunkt der Erzählung, wie Verständigung heute gelingen kann.

Mozart neu betrachtet: die Kraft des Singspiels

Mit Mitte 20 komponierte Mozart seine Erfolgsoper, die 1782 in Wien ihre Premiere hatte. Als Singspiel verbindet sie Oper mit Schauspiel: Musikalische Nummern werden mit gesprochenen Dialogen verbunden. So entsteht ein lebendiger Wechsel zwischen Gesang und Schauspiel, der Figuren und Handlung erfahrbar macht. In ihrer Vielfalt zwischen virtuosen Arien, differenzierten Ensembles und charakterisierenden Klangfarben zeichnet sie die Figuren präzise und verleiht den Konflikten emotionale Tiefe. Ein Spannungsfeld, das die Inszenierung bewusst in Beziehung zur Gegenwart setzt.

Info

  • Aus der Staatsoper Berlin, 2026
  • Inszenierung: Andrea Moses
  • Fernsehregie: Andreas Morell
  • Erstausstrahlung

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