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Kultur

Mein Nachbar, mein Feind?

Etwa 20 Prozent der Bevölkerung Israels sind sogenannte „israelische Araber“ oder „palästinensische Israelis“. Sie haben zwar den Pass des jüdischen Staates, sind aber keine Juden, sondern Muslime, einige auch Christen. Der Druck auf sie ist von vielen Seiten groß - auch in der Kunstszene.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 08.10.2025

Ein Film von Katrin Sandmann

brennender Autoreifen, Mann trägt Kind weg, Katze läuft durchs Bild

Bisher kannte man in Israel eskalierende Konflikte vor allem in Gaza und der Westbank. Die heftigen Unruhen im Land selbst im Mai 2021 - zwischen Extremisten der muslimischen Minderheit und der jüdischen Mehrheit - waren ein Novum. In Jerusalem, Haifa und Jaffa spielten sich bürgerkriegsähnliche Szenen ab. In Lod gingen Israelis unterschiedlichen Glaubens derart heftig aufeinander los, dass der Bürgermeister den Notstand ausrief. Reservisten der Grenzpolizei wurden in Städte geschickt, um die Gewalt einzudämmen.

Wie groß ist seitdem das Misstrauen untereinander? Was trennt, was vereint Juden, Muslime und arabische Christen in Israel? Dem geht die Dokumentation aus dem Blickwinkel der Künstler des Landes nach.

"Es ist auch unser Land"

Raida Adon vor einer Installation in einem Reisekoffer
Raida Adon im Israel Museum in Jerusalem

Wie können Kunstschaffende und Institutionen noch miteinander arbeiten, wenn die Gräben so tief sind? Die Schauspielerin und Videokünstlerin Raida Adon ist die erste arabisch-stämmige Künstlerin, der das renommierte Israel Museum in Jerusalem derzeit eine Einzelausstellung widmet.  Sie will die Hoffnung auf ein Miteinander nicht aufgeben: "Wir müssen die Art ändern, in der die Gesellschaft auf uns schaut. Und wir müssen uns mehr als Teil der Gesellschaft fühlen. Es ist auch unser Land." Dass sie als arabische Israelin hier ausstellt, wird ihr von einigen Kollegen und Kolleginnen übel genommen. Doch das ändert nichts an ihrer Entscheidung: "Die Palästinenser wissen doch, wer ich bin und was ich fühle. Die Israelis müssen mir zuhören. Sie müssen erfahren, was ich fühle".

Zwei Personen mit Kopfbedeckung - eine in schwarzem Stoff, die andere in weißem Stoff
Shady Francis Mailatons Kreationen im Design Museum in Holon
Quelle: Foto: Bo Rubin

Auch der Designer Shady Francis Majlaton kennt das Dilemma: "Einige Institutionen sehen sich sehr genau an, ob Du mit Israelis oder Palästinensern gearbeitet hast, oder ob Du Israeli oder Palästinenser bist. Bei Kunden ist das genauso. Aber ich will darüber nicht einmal nachdenken." Statt sich mit Grabenkämpfen aufzuhalten, will er die unterschiedlichen Einflüsse, die er in sich vereint, zur Inspiration nutzen. Im Design Museum in Holon bei Tel Aviv ist er gerade als einer von zwei Arabern in einer  Ausstellung israelischer Modemacher vertreten.

"Mir war nicht klar, wie gespalten unsere Gesellschaft ist"

Zwei Frauen vor einem Feld
Dafi und Muzna haben "Sir Lasalam" gegründet

Während die meisten arabischen und jüdischen Israelis sich fremd bleiben und in Parallelwelten leben, beschlossen Dafi und Muzna es anders zu machen. Die zwei Frauen haben "Sir Lasalam" gegründet, was grob übersetzt „Friede im Kochtopf“ bedeutet. Mit jüdisch-palästinensischen Abendessen bringen sie Menschen zusammen, die sich sonst nicht treffen. Dafi, die Jüdin, sagt über die Ereignisse im Mai 2021: "Mir war nicht klar, wie gespalten unsere Gesellschaft ist, bis ich zum ersten Mal den Schmerz in ihren Augen gesehen habe, in Muznas Augen".

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