Kultur
Leben, Leid und Tod - Der Maler Albin Egger-Lienz und die Schrecken des 1. Weltkriegs
Der Maler Albin Egger-Lienz und die seltsame Geschichte rund um die Kriegergedächtniskapelle.
- Produktionsland und -jahr:
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- Verfügbar in
- D / CH / A
- Verfügbar bis:
- bis 04.04.2027
Zum 100. Todestag des österreichischen Malers, dessen Gesamtwerk von Vergänglichkeit, Leben, Leid und Tod geprägt war.
In der Zwischenkriegszeit gestaltete Albin Egger Lienz die von Clemens Holzmeister entworfene Kriegergedächtniskapelle in Lienz und ließ sich in den Verträgen zusichern, dass er selbst in dieser Kapelle beerdigt werden dürfe.
Die gesamte Ausmalung der Kapelle verzierte Egger-Lienz nicht mit verherrlichender Heldenmystik, sondern zeigte den Schrecken und die Ernüchterung des Krieges und sein Gemälde "Der Auferstandene" sorgte für einen Skandal. Christus wird hier als rohe, wuchtige Halbfigur vor dem leeren Sarg mit einer Kreuzfahne gezeigt, was Zeitgenossen als klobig, wenig feierlich und fast profan empfanden (Bild oben).
Konflikte mit der katholischen Kirche
Quelle: Sievers Art Media/Clever Contents
Dekan Gottfried Stemberger lehnte das Werk vehement ab und es kam zu erbitterten Streitereien zwischen dem Maler und der katholischen Kirche. Nach vielfachen Protesten und einem Brief des Dekans an den Vatikan, verfügte das Heilige Offizium in Rom schließlich ein Verbot sämtlicher Gottesdienste für die Kapelle.
In seinen letzten Lebensjahren wurde Egger-Lienz zum Ehrendoktor der Universität Innsbruck und zum Ehrenbürger von Lienz ernannt, musste nach dessen Tod im Jahre 1926 jedoch am örtlichen Friedhof beigesetzt werden. Die Familie pochte auf die Einhaltung der Verträge und konnte einen Kompromiss mit dem Bischof von Innsbruck erreichen: In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurde der Leichnam des berühmten Malers exhumiert und 1983 in der Kriegergedächtniskapelle beigesetzt, wo er noch heute ruht.
Zum besseren Verständnis beleuchtet der Film die wichtigsten Stationen des Künstlers in Osttirol, Südtirol, Ötztal, Trentino, Hall in Tirol, Wien und Weimar. Der nicht unumstrittene (weil vor allem von den Nationalsozialisten politisch missbrauchte) und oft fälschlich interpretierte (weil tief religiöse, aber von der Kirche unbeachtete ) Künstler hat erst viele Jahrzehnte nach seinem Tod die verdiente Anerkennung erhalten. Er zählt heute zu den bedeutendsten Künstlern der Jahrhundertwende und hat mit seinen innovativen Techniken einen bedeutenden Beitrag für die Moderne geleistet. Und auch die Kirche hat ihren Frieden mit dem Künstler geschlossen, so der Bischof von Innsbruck.
Ein Film von Patrick Pleisnitzer.